Liebes Tagebuch.
Um halb sechs bin ich wach und voll da. Mama versucht noch eine halbe Stunde vergeblich, mich wieder in den Schlaf zu wiegen, aber am Ende siege dann doch ich. Ich bekomme meine Flasche, werde angezogen und dann geht Mama mit mir spielen.
Um acht bin ich dann aber doch wieder müde und schlafe noch eine dreiviertel Stunde.
Heute hat Papa Urlaub (gestern waren ein paar Typen da, die ich nicht kenne und mit denen ist er dann losgezogen. “Männerabend” hat Mama gesagt). Am Vormittag gehen wir mit Opa einkaufen. Wir fahren dazu mit dem neuen Auto und Mama sitzt hinten mit mir und macht dauernd Faxen. Das gefällt mir.
Das Einkaufen dauert ziemlich lange und immer vorne in dem doofen Wagen zu sitzen, wird auf Dauer auch langweilig. Also trägt Papa mich eine Weile durch die Regale, das finde ich toll. Da kann ich nämlich viel mehr sehen und er kitzelt mich immer so schön. Ich darf ganz viel anfassen und angucken. Das knistert so schön und fühlt sich mal kalt, mal hart und mal weich an.
Als wir wieder zu Hause sind, bekomme ich mein Mittagessen. Immer noch finde ich diese Gläschenpampe nicht sonderlich prickelnd (obwohl Mama sagt, dass sie extra für mich gekocht hätte, aber es schmeckt auch nicht besser). Mama hat aber ein System entwickelt, damit es nicht mehr ganz so schlimm ist: Ein Löffel Obst, ein Löffel Karotten. Das geht. Gerade so. Wenn es denn sein muss.
Nach meinem Mittagsschlaf darf ich mit Papa noch ein bisschen auf der Couch schmusen, dabei beschließen Mama und Papa, dass sie noch in die Stadt fahren wollen.
Also werde ich wieder in meinen Maxi-Cosi und ins Auto gepackt (Mama sitzt diesmal vorne).
Papa parkt mal wieder ganz komisch halb auf dem Bordstein, dann werde ich in meinen Kinderwagen gepackt und wir bummeln ein bisschen durch die Fußgängerzone. Mamas Lieblingscafe hat sogar noch einen Platz auf dem gemütlichen Sofa frei und so bekomme ich dort meinen Nachmittagsbrei. Den mag ich inzwischen wieder ganz gerne.
Und als wir da so sitzen (Mama und Papa unterhalten sich, während ich mit dem Mann am Nebentisch flirte. Klar, er ist ein bisschen zu alt für mich, aber er findet mich so süß und ich ihn witzig), steht plötzlich eine große, hübsche Frau vor unserem Tisch und sagt sowas wie “Ich habe gerade meinen Augen nicht getraut. Wie cool ist das denn?”
Mama und Papa haben sich ganz doll gefreut, Lieblingssusi so zufällig zu treffen. Die hat dann auch mit uns noch einen Kaffee getrunken und sie haben ganz viel erzählt und gelacht.
Dann wurde es aber langsam spät und Papa wollte doch unbedingt noch in diesen CD-Laden wegen dieser bestimmten Platte. Also wurde ich wieder eingepackt, als befänden wir uns in Sibirien. Der Laden, in den wir dann gehen, heißt Saturn und Mama sagt, dass das das Schlaraffenland für CD-Liebhaber wäre. Aber seine CD bekommt Papa da trotzdem nicht. Wer hätte auch gedacht, dass Fehlfarben gleich ausverkauft sein würde?
Dafür kaufen sie jede Menge reduzierte Sachen, über die sie sich ganz doll freuen.
Um sieben sind wir zu Hause. Ich habe so einen Hunger, dass ich ganz vergesse, dass ich den Brei ja gar nicht mehr mag und die ganze Portion hinunterschlinge!
Ich bin noch ziemlich aufgedreht, als Mama mich ins Bett legt, aber auch soooo müde, so dass ich mich zwar noch ein bisschen herum kugele, aber dann doch ganz schnell einschlafe.
Ein schöner Tag! Papa könnte ruhig öfter zu Hause sein.
Dein Fräulein Wunder