Reisetagebuch Norwegen #6

Dienstag Tag 11

Der letzte Tag unserer Seereise ist angebrochen. Bis 10:00 Uhr müssen die Kabinen geräumt sein, also sind wir heute etwas früher bei Lachsbrot und Joghurt. Noch bevor der tolle Mann allerdings den ersten Bissen nehmen kann, ertönt es plötzlich aus den Bordlautsprechern: „Passagiere aus Kabine 328, bitte kommen Sie zur Rezeption auf Deck E“. Kabine 328? Das sind wir!
Der tolle Mann geht, während ich auf seinen Lachs aufpasse und beinahe vor Neugier platze.
Er bleibt beunruhigend lange weg. Als er schließlich wieder kommt berichtet er, dass der hintere, linke Reifen unseres geliebten Wagens platt war (wir mussten bereits unterwegs immer mal wieder Luft nach füllen) und er somit im Frachtraum des Schiffes bei gefühlten 70 Grad mal eben den Reifen wechseln musste. Mein Held!
Um 14:30 Uhr erreicht das Schiff unseren Zielhafen Bergen. Bis dahin haben wir „den Schumacher“, eine sehr enge Stelle auf See durchfahren, noch mehr wirklich schöne und wunderbar als Bildschirmhintergrund geeignete Fotos geschossen und etliche Seiten des Krimis gelesen.

Das Auschecken verläuft ohne Zwischenfälle. Während der tolle Mann im Frachtraum verschwindet, begebe ich mich an Deck. Der tolle Mann ist mit dem Auto sogar schneller draußen, als ich mit dem Gepäck über die Gangway und durch das Hurtigruten Terminal.
Wieder im Auto zu sitzen, mit den vielen Tüten, die sich da inzwischen angesammelt haben und der gewohnten Unordnung auf der Rückbank, ist fast ein bisschen wie nach Hause kommen.
Los geht es auf der Suche nach einem geeigneten Hotel für die Nacht. Um es kurz zu machen: In Bergen gibt es scheinbar nur wenige und dann nur teure Hotels, in den umliegenden Orten gibt es so etwas gar nicht. Wir fahren fast zwei Stunden Bergen und Umgebung ab, bis wir um 16:30 Uhr endlich einen netten Campingplatz finden. Wir mieten ein Apartment mit Stockbetten und voll ausgestatteter Küchenzeile.

Immer wieder stellen wir fest, dass wir kurzzeitig ein Schwanken unter unseren Füßen verspüren. So ganz haben wir das Schiff also noch nicht hinter uns gelassen.
Nach einem Spaziergang bei strahlendem Sonnenschein über das äußerst hübsche und gepflegte Campingplatzgelände, essen wir mal wieder in einem Fastfoodladen zu Abend und gehen danach im benachbarten Supermarkt einkaufen.
Leider lassen wir uns dabei zu viel Zeit, denn als wir um 20:15 Uhr an der Kasse ankommen, weist uns die freundliche Kassiererin darauf hin, dass nach acht kein Alkohol mehr verkauft werden darf. Also lassen wir das Bier des tollen Mannes schweren Herzens zurück und begnügen uns mit der halben Flasche Wein, die noch übrig ist.
Noch ein paar Seiten lesen und ab ins Bett. Morgen geht es weiter Richtung Heimat.

Mittwoch Tag 12

Um neun ist das Auto wieder bepackt und wir abfahrtbereit.

Wie immer, wenn es in einem Urlaub Richtung Heimat geht, bin ich etwas aufgeregt und muß mir immer wieder sagen, dass noch eine Nacht in der Kajüte der Fähre vor mir liegt und ich noch nicht in meinem eigenen Bett schlafen werde.
Der Plan ist, uns bis zum Ablegen der Fähre noch ein bisschen Bergen anzuschauen. Leider haben wir hierfür heute schlechtes Regenwetter erwischt. Am vergangenen Tag herrschte immerhin strahlender Sonnenschein und die Fotos wären sicherlich um einiges schöner geworden.

Der tolle Mann genehmigt sich zwei Fischbrötchen auf dem Fischmarkt, während ich nur angewidert die beinahe noch lebend wirkenden Auslagen betrachte.

Hier endet der Reisebericht ziemlich abrupt. Im Grunde ist aber auch nicht mehr viel passiert. Wir fuhren auf die Fähre, aßen in einem Restaurant a la Carte und schliefen in einer riesigen Kabine ohne Fenster.
Am nächsten Morgen rollten wir dann aufs Festland und fuhren in einem Rutsch nach Hause durch. Schluß, aus, Nikolaus.

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