Reisetagebuch Norwegen #5
Sonntag Tag 9
Während ich noch im Bad stehe und mir die Zähne putze, hält der tolle Mann bereits fest, wie wir um 9:20 Uhr zum zweiten Mal auf dieser Reise den Polarkreis überqueren.
Zum Frühstück gibt es heute eine leckere, noch warme Waffel mit Erdbeermarmelade. Die See hat sich wieder beruhigt, das Wetter wechselt wie eigentlich jeden Tag zwischen Sonne, Regen, Wind und Nieselregen.
Um 12:30 Uhr legt das Schiff in Somdnessjoen an und wir entschließen uns zu unserem ersten und einzigen Landgang. Die Stadt hat wenig zu bieten, aber das Wetter ist gut und irgendwie ist es schön, zwischendurch mal wieder festen Boden unter den Füßen zu spüren.
Im Kiosk kaufen wir Lakritze, Bonbons und ein Sudoku-Heftchen, stärken uns nebenan mit einer Polsar und gehen dann wieder an Bord.
Eine halbe Stunde später passieren wir die Felsformation „Die sieben Schwestern“, die allerdings ganz untypisch barhäuptig, also ohne Schnee auf dem Gipfel sind.
Um 17:30 Uhr ein weiterer, kurioser Punkt auf unserer Reiseroute: Der Fels mit dem Loch. Als hätte John Wayne mal eben auf ihn angelegt. Sehr nett.
Davor und danach ist Lesen und Faulenzen angesagt. Um 18:30 Uhr reservieren wir bei dem freundlichen Restaurantchef einen Tisch für die zweite Sitzung um 20:15 Uhr.
Wir freuen uns darauf endlich einmal etwas anderes als Kantinenküche bzw. Fastfood essen zu können. Zu dem 3 Gängemenü für 340 NOK pro Person (ca. 40 Euro) genehmigen wir uns eine Flasche Rotwein für noch einmal 310 NOK.
Die gegrillten Kammmuscheln schmecken sogar mir, das mit Honig glasierte Rentiersteak ist butterzart, allerdings schmecken die Moltebeeren zum Nachtisch etwas seltsam.
Ordentlich angeheitert schwanken wir danach in die Bar. Mit einem weiteren Glas Wein und Bier ausgestattet hoffen wir auf ein bisschen Musik und Partylaune.
Es erwartete uns dann auch Musik. Ein Gast hat ein Akkordeon mitgebracht und zwanzig mehr oder weniger knackige Senioren singen norwegische Weisen dazu. Irgendwie lustig, aber leider nicht abendfüllend. Also schwanken wir bald ins Bett. Die Fotos die dann entstanden sind, werden für immer unter sicherem Verschluss bleiben und das aus gutem Grund.
Montag Tag 10
Der Seniorenabend hat seine Spuren hinterlassen. In weiser Voraussicht haben wir das „Bitte nicht stören“ Schild vor die Tür gehängt und so schlurfen wir erst um elf bei ordentlich Seegang zum Frühstück.
Für den tollen Mann darf es diesmal ein Frikadellenbrot sein, ich begnüge mich mit Joghurt. Trotz der hohen Wellen schaukelt das Schiff nicht wirklich schlimm, was ich sehr begrüße, mir aber nicht wirklich erklären kann.
Der Tag plätschert ohne nennenswerte Höhepunkte dahin. Wir lesen, gehen ab und zu mal raus um uns die Landschaft anzusehen (und eine zu rauchen) und verbummeln so den Tag.

Ein erneutes Abendessen im Restaurant muß leider ausfallen, da der gedämpfte Dorsch als Hauptgang doch etwas zu gewagt für mich als Nicht-Fischesser wäre.
Ab 17:00 Uhr liegen wir in unserer Kajüte und das nicht, weil uns die Party am Vorabend noch in den Knochen steckt, sondern weil der Seegang mittlerweile seeeehr heftig ist. Alles was nicht niet- und nagelfest ist, muß verstaut werden. Dann krallen wir uns in unsere Matratzen und hoffen, dass wir nicht aus den Betten fallen. Wie gesagt, im Liegen wird mir nicht schlecht, von daher kann ich diese Achterbahnfahrt sogar genießen.
Nach einem späten Abendessen in der Bord-Cafeteria (Entrecote mit Pommes und Salat), während wir im Hafen von Molde einlaufen und dort eine Stunde halten, gönnen wir uns noch eine viertel Stunde an Deck. Wir beobachten das Treiben im Hafen und die italienischen Mitreisenden, die mit drei Riesenpizzen aus Peppes Pizza wieder kommen, bevor wir um zehn wieder in den Betten liegen, noch ein bisschen lesen und dann schon wieder entschlummern.








Patschpatsch said,
Oktober 30, 2010 @ 10:49
Patschpatsch…
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