Bundesliga-Stöckchen 2011/12

Geklaut bei Madame Pleit­egeiger. Und keine Sorge, das war’s dann eine Weile mit dem Sport-Content. Habe mir ja einen Spox-Account zugelegt.

Dein Verein heißt:

    FC Bay­ern München

Wie lautet das offizielle Saisonziel, sofern es bekannt ist?

    Ja gut, äh, wir sind der FC Bay­ern. Also die Meis­ter­schale sollte bereit ste­hen und der Pokal , weil, auf einem Bein steht es sich ja schlecht.

Wie lautet DEIN Saisonziel für Deinen Verein oder Deine Vereine?

    Weltherrschaft. Also min­destens Meis­ter­schaft, schließlich waren wir es let­ztes Jahr nicht. Der Pokal sollte auch mal wieder in München gelagert wer­den. In der CL (wo wir natür­lich mit­spie­len) wäre ein Halb­fi­nale ganz nett.

Welchen Spieler hätte Deine Mannschaft in der Pause lieber nicht abgegeben?

    In der Pause? Och, Miro kön­nen wir verkraften. Mark van Bom­mel ist eine andere Geschichte. Aber wirk­lich schlimm fehlen? Keiner.

Welchen Spieler hätte Deine Mannschaft besser verkaufen sollen?

    Die let­zte Sai­son wurde mit 17 Mann been­det. Selbst die, die nicht für die erste Mannschaft tau­gen, dür­fen gern den Kader aus­füllen. Ich mag mich nicht über Breno oder Pran­jic aufre­gen, solange sie nicht maulen.

Wen hätte Deine Mannschaft diese Sai­son lieber NICHT gekauft?

    Als es unter Louis dem Großen kurz den Plan gab, eine Weile keine Brasil­ianer zu verpflichten, fand ich das eine ganz gute Idee. Jetzt haben wir Rafinha. Ich hoffe, dass er näch­stes Jahr um diese Zeit wieder weg ist.

Wer von den neuen Spiel­ern wird Deiner Mannschaft am besten helfen?

    2009 bekam ich eher zufäl­lig mit, wie die dama­lige U21 die EM gewann. Einer der auf­fal­l­end­sten Spieler? Jérôme Boateng. Dass sein Weg danach ein wenig hol­prig war, ist vielle­icht gar nicht so schlimm. Tat­säch­lich kön­nte er die Sorte Spieler sein, die unter Heynckes erst so richtig Gas gibt. Würde mich freuen.
    Torhüter? Hat hier jemand Torhüter gesagt? Wir hat­ten schon let­zte Sai­son einen her­vor­ra­gen­den Torhüter, thankyouverymuch.

Wie wirst Du in dieser Sai­son Deine Mannschaft unterstützen?

    Den Fernse­her anschreien. Im Inter­net rumpö­beln. Nicht Bayern-Fans erk­lären, was falsch gelaufen ist, in ihrem Leben. Das Hash­tag #basti_tweet weit­er­hin verteidigen.

Wie find­est Du das neue Trikot Deiner Mannschaft?

    Meh. Das mit dem Gold ist gut gemeint, aber tacky. Vom grund­sät­zlichen Design her, so mit Kra­gen und den Streifen, damit kann ich gut leben. Ver­mut­lich werde ich mich auch an das Gold gewöh­nen. Über das inter­na­tionale Trikot und diesen schwäbis­chen Sym­pa­thiebrus­tring hüllen wir den Man­tel des Schweigens.

Welcher Stürmer wird die Tor­jägerkanone holen?

    Wohin ich auch sehe, so wirk­liche Konkur­renz für Mario Gomez will mir nicht auf­fallen. Son kön­nte aber der diesjährige Überraschungsasi­ate werden.

Welcher Trainer wird als erstes gefeuert?

    Kön­nte mir tat­säch­lich vorstellen, dass man in Han­nover zu schnell die Hand am Colt hat, wenn es zunächst nicht so läuft. Aber as of today hat natür­lich Herr Sol­bakken eine starke Bewer­bung für diesen Titel abgegeben. Wo ist Christoph Daum grade?

Welche Mannschaft wird das erste Tor der Sai­son schießen?

    Noch kaum wieder nüchtern von der Feierei, wird der BVB-Kindergarten irgend­wie ziem­lich fix einen Ball ins Tor stolpern.

Welche Mannschaften SOLLTEN absteigen?

    Kaiser­slautern. Ist für alle besser so. Die Sai­son für Augs­burg wird natür­lich schwierig, sie sind aber zäh genug für Platz 16. Trau­riger Geheim­fa­vorit ist für mich Werder Bre­men. Wenn da kein Wun­der passiert… Sollte es passieren trifft’s eben den FC.

Welche Mannschaft wird Meister?

    siehe oben. Außer­dem ist das eine rhetorische Frage.

Wenn Du nicht im Sta­dion bist, wo wirst Du die Spiele sehen?

    Haupt­säch­lich werde ich vor dem Fernse­her /PC sitzen und rum­brüllen. Sollte ich gezwun­gen sein, einem Radio zu lauschen ist hof­fentlich nie­mand in meiner Nähe. Man kön­nte sich Sor­gen um meine geistige Gesund­heit machen. Ich wäre gern öfter im Sta­dion, aber das hat man davon, Mark­t­führer zu sein.

Wird es eine span­nende Sai­son für Deine Mannschaft?

    Wir reden hier vom FC Bay­ern. Hier ist man nicht Erfol­gs­fan son­dern Entertainment-Junkie, Thrill-Seeker, wie man so sagt. Natür­lich wird es span­nend. Sollte auf dem Platz Ruhe einkehren, übern­immt diese Ser­viceleis­tung unser Vorstand.

26
Jul 2011
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#30d30s_01 … die nie hätte abgesetzt werden dürfen

Präam­bel: Hin­ter #30d30s ver­birgt sich das hier. Ich konzen­triere mich eher auf aktuelle, und haupt­säch­lich amerikanis­che Serien. Aber gucke auch andere. Warum alles noch viel schlim­mer ist, bitte hier bei den Film­fre­un­den über aktuelle Entwick­lun­gen lesen. Dem ist nicht mehr viel hinzu zu fügen.

Ich kann mich nur schwer bei solchen Din­gen entschei­den, darum habe ich das für mich erweit­ert. Für jede Kat­e­gorie gibt es daher in guter Award-Tradition einen win­ner, ein­mal runner-up und ein hon­or­able men­tion.

hon­or­able men­tion: KINGS

David und die Königsfamilie

Kings war wohl ein­fach zu groß, zu episch für einen Sender wie NBC. Nicht weniger als die Geschichte Davids aus der Bibel wurde hier in ein alter­na­tives Uni­ver­sum ver­setzt. Eine Stadt die nach dem Krieg neu erbaut und von der Königs­fam­i­lie beherrscht wird — mit allem was unser mod­ernes Leben kennt. Ein Junge, der als Sol­dat mit hals­brecherischen Aktio­nen den Prinzen ret­tet und in die Gunst des Königs gerät. Obwohl der bald schon ahnt, dass dieser Gold­junge sein Ende bedeuten könnte.

Der hoch klas­sige Cast, die Ausstat­tung und das langsame her­anziehen der großen Sto­ry­line hät­ten HBO oder AMC gut zu Gesicht ges­tanden, bei NBC bekam die bril­lant gespielte Serie nur eine kurze Staffel und endete lei­der mit­ten im ersten ganz großen Kon­flikt. Kings hatte Poten­tial für eine Saga wie Dead­wood oder die Sopra­nos, zuviel Poten­tial für einen Sender, der sich keine Exper­i­mente mehr erlauben will.

Runner-up: Life

Char­lie Crews, Obstesser

Meet: Char­lie Crews. Detec­tive, Obstlieb­haber, ZEN-Anhänger, Mul­ti­mil­lionär. All das ist er, weil er als junger Polizist für den Tod an seinem Fre­und und dessen Frau verurteilt wurde, lebenslänglich. Nach 12 Jahren stellt sich seine Unschuld her­aus. Er bekommt seine Marke zurück und ver­dammt viel Schmerzens­geld. Aber er geht zurück in den Dienst, schließlich muss er wis­sen wer ihm das ganze damals unter geschoben hat.

Und ja, ich weiß, das klingt wie ein ver­dammt ein­fall­sloser Plot für einen Action-Rache-Streifen mit Stal­lone oder so. ABER. Char­lie Crews ist anders.
Da ist das Geld, das er fröh­lich in Autos, eine Villa und eine Orangen­plan­tage investiert (Der Mann hatte 12 Jahre kein frisches Obst, sie ver­ste­hen). Da sind die ZEN — Gebote und Buddha-Zitate mit denen er durch den Tag kommt. Char­lie Crews ist der fröh­lich­ste Cop der in einem Pro­ce­dural der let­zten Jahre los­ge­lassen wurde. Und dazu hat er eine inter­es­sante, cle­vere Hin­ter­grundgeschichte. Auch seine Fälle sind nicht immer das, was sie scheinen.
Genau das hat der Serie wohl das Genick gebrochen. Nicht so düster wie Law&Order, nicht so High-Tech wie CSI aber nicht neu­ro­tisch genug für Monk. Schwer einzuord­nen. Aber so, so liebenswert. Grade auch Neben­fig­uren (unbestech­liches Qual­itätsmerk­mal: eine Serie, in der Christina Hen­dricks auf­taucht ist gut. More on that later.) Außer­dem hat Crews aus­gerech­net die Jahre 95 bis 2007 nicht mit­bekom­men. Google? Handys? WAS??

In LIFE gibt es keine Kallauer-Dialoge, son­dern die Story schafft komis­che Sit­u­a­tio­nen. Und wenn in der zweiten Staffel langsam klar wird, wie umfassend und ver­woben die Geschichte um Char­lies Fall ist, hält man vor Span­nung schon mal den Atem an.
Gott­sei­dank kann man auch wieder ausat­men, den mit einem kleinen Geniestre­ich am Ende der zweiten Staffeln endete Life viel zu früh. Hi there NBC, again.

Win­ner: Fire­fly

Sollte ich eines Tages zu viel Geld und Zeit kom­men werde ich Joss Whe­don anrufen und ihm sagen er soll den großen roten Knopf drücken, die Seren­ity startk­lar machen.

Was Fire­fly ist? In a nut­shell: Unsere Erde ist Geschichte und die Men­schheit hat sich über Uni­versen verteilt. Unab­hängig von der herrschen­den Allianz fliegen Cap­tain Mal und seine Crew mit der Seren­ity durch’s Verse und trans­portieren wofür auch immer sie bezahlt wer­den. Legal ist da ein vari­abler Begriff, schließlich herrschen auf den Plan­eten Zustände früher Besiedelung. Neben der Crew mit Kämpferin Zoe, deren Ehe­mann und Pilot Wash sowie Mann für alle Fälle Jayne und der Maschi­nen­za­uberin Kaylee nehmen sie im Laufe der Reise den Priester Book sowie den Arzt Simon Tam und dessen Schwester River auf. Simon hat Tam aus einer … Insti­tu­tion der Allianz ent­führt.
Ergo: Sie sind auf der Flucht. Und sie sind Rebellen. Yehaaa!

die Crew


Fan­gen wir mal so an: eine Serie die 2002 — 2003 nur eine halbe Staffel und später einen Kinofilm hatte, aber bis heute fanatis­che Anhänger hat — was um Him­mel­swillen hat es damit auf sich?
Nun, es gibt da ein paar Fak­toren. Num­mer 1: Joss Whe­don. Der hatte mit Buffy und Angel bewiesen, dass er was von Ensem­bles, Dialo­gen und Charak­ter­tiefe ver­steht aber gle­ichzeitig Sto­ries von gren­zen­loser Fan­tasie kon­stru­ieren kann. Auf die Art schafft man sich Fans. Ach was sag ich, kul­tische Anhänger. Die jedes fol­gende Pro­jekt sowieso unter­stützen wür­den. Weil die meis­ten Nerds sind und wis­sen, dass es bei Gen­re­pro­duk­tio­nen oft knapp wird. (Überset­zung: der Name Joss Whe­don wird im Laufe dieser kleinen Serie das ein oder andere mal noch ziem­lich oft Erwäh­nung finden.)
Speak­ing of Genre: West­ern. Sci-Fi. Aben­teuer. Ver­schwörungs­the­o­rien und neue Wel­ten. Alles in einer Show. Oh, und Herz. Und Witz. Davon schäumte diese Show quasi über.
Ich kön­nte an dieser Stelle kom­plette Dialoge zitieren oder lang und breit von den großar­ti­gen Beziehungs­ge­flechten reden, aber es wird der Vielschichtigkeit des Ganzen nicht wirk­lich gerecht.

Was ich sagen will: Fire­fly wächst ans Herz. Es nis­tet sich ein und lässt nie wieder los. (Fra­gen sie mal Nathan Fil­lion aka Cap­tain Mal.)
Und wer ein­mal ein Brown­coat ist, wird dieser Show für alle Zeit nachtrauern.

P.S. Christina Hen­dricks mit ohne Klam­ot­ten und Mark Shep­pard spricht dreck­iges Irisch!

19
Aug 2010
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Serienentwicklungsland

Zu den Din­gen mit denen ich dieses kleine Blogdings in näch­ster Zeit füllen will, gehört auch das hier, ein quasi Serienstöckchen.

Und als ich mir dazu so Gedanken gemacht habe, ist mir aufge­fallen, dass am Ende die Meis­ten der erwäh­n­ten Serien aus den USA und ein paar aus Eng­land kom­men wer­den, aber fast keine aus Deutsch­land.
Warum eigentlich?
Weil das so eine Sache ist, mit dem Serien­pro­duk­tion­s­stan­dort Germany.

Prob­le­mansatz eins: die Sender.

Egal ob öffentlich rechtlich oder pri­vat, deutsche Fernsehsender fördern heimis­che Pro­duk­tio­nen nur man­gel­haft. Natür­lich ist das eine Geld­frage. Auch. Denn selbst, wenn man nicht die Pro­duk­tion­swerte amerikanis­cher Krim­is­e­rien (CSI ich hör dir trapsen) zu Grunde legt, so ein biss­chen muss ein­fach investiert wer­den.
Nur, kommt es wirk­lich immer bil­liger Serien­ware aus den USA zu kaufen (und nicht lizen­sieren!), zu syn­chro­nisieren und noch ein­mal zu ver­mark­ten? Ger­ade in Zeiten in denen Serien­fans auch ohne größere tech­nis­che Kent­nisse an neue Fol­gen im Orig­i­nal kurz nach Ausstrahlung in den USA bekom­men?
Nicht unbedingt.

Ergo: Hat ein deutscher Fernsehsender die Wahl 1 Mio. Euro entweder in den Einkauf einer (wom­öglich mit­tel­prächti­gen und bere­its wieder gecan­cell­ten) amerikan­sichen Serie zu stecken oder dafür etwas Eigenes zu prodzuieren (Etwas, dessen Ver­martkungsrechte auch nach der Erstausstrahlung beim Sender liegen) wird immer reflexar­tig, die fremde Serie eingekauft.
Schließlich hat die bes­timmt besser Quoten, denken sich die Sender.

Nun, jein. Dazu muss man Wis­sen, dass Quoten­mes­sung in Deutsch­land heute noch so funk­tion­iert, wie zu Zeiten von Wim Thölke und Hans-Joachim Kuh­lenkampff (die googelt ihr jetzt gefäl­ligst selbst, ihr jun­gen Hüpfer.). Näm­lich, in dem aus­gewählte Haushalte ihr Fernse­hver­hal­ten mit­tels Knopf an der Fernbe­di­enung doku­men­tieren. Das Ver­hal­ten dieser Gruppe wird dann hochgerech­net. (Also auch wieviele Men­schen ins­ge­samt fer­nge­se­hen haben.)
Das setzt voraus, dass diese Men­schen tat­säch­lich immer brav den Knopf drücken und vor allem, dass sie alles was für’s Fernse­hen pro­duziert wurde, auch über ihr TV — Gerät kon­sum­ieren.
Und jetzt überlegen wir alle ganz scharf, was sich daran geän­dert haben könnte.

Damit entspricht die, grade für die Wer­bein­dus­trie so wichtige Quoten­mes­sung, nicht mehr annäh­ernd der Wahrheit. Zwar wis­sen es viele Sender mit­tler­weile besser und stellen ihren Con­tent auch Online zur Ver­fü­gung — sie tun dies aber in einem gewis­sen Blind­flug was die tat­säch­lichen Empfänger angeht. Woher soll so ein Fernsehsender also wis­sen, dass es Men­schen gibt, die sich für eine gute deutsche Serie begeis­tern wür­den? Stattdessen ver­lassen sie sich auf das Dogma, das alles was aus dem geheiligten Land der TV-Produktion kommt auch Zuschauer gewinnt und ver­mei­den im Zuge dessen auch großzügig das Nach­denken über eine eigene Pro­gramm­struk­tur und Sender­per­sön­lichkeit. Und als Füll­ma­te­r­ial gibt es ja reality-tv mit Skripts. (RTL, I am look­ing at you.)

Außer­dem, für Eigen­pro­duk­tio­nen muss man sich um so viel küm­mern. Vorallem um gutes Material.

Prob­le­mansatz zwei: kreatives Brachland

Der jahre­lange Kreis­lauf aus Sendern die ihre Zuschauer für doof hal­ten und mit weni­gen Aus­nah­men Drehbücher ver­fil­men die diese These unter­stützen rächt sich dann eben doch.
Nicht, dass es nicht Drehbuchau­toren, Regis­seure und Schaus­pieler gibt, die gut in ihrem Fach sind (we’ll get to that in a minute), aber zwis­chen Soaps und Telen­ov­e­las, Alarm für Cobra 11 und Inga Lind­ström, ist es ein Kraftakt als solcher zu überleben.
Und grade hier lohnt der Blick in die USA: ein guter Showrun­ner, der die Haup­tidee hat und über den roten Faden durch Drehbücher und Pro­duk­tion wacht ist sein Geld wert. Man google dazu J.J. Abrams, (Lost, Fringe, Star-Trek Reboot) Matt Weiner (Mad Men, begann als Schreiber­ling bei den Sopra­nos) oder Tina Fey (30 Rock, Sarah Pahlin).
Und natür­lich schreiben diese Men­schen auch große Teil der Fol­gen, aber ihr wichtig­ster Job ist das man­a­gen einer Serien­pro­duk­tion — und dirigieren des writ­ers room.
Ein Raum in dem Ideen aus­ge­tauscht, Serien­fol­gen kon­stru­iert und anschließend geschrieben wer­den. Damit Charak­tere, Dialoge und Sto­ry­lines kohärent sind. Diese Kohärenz macht Serien, deren Plot fol­genüber­greifend funk­tion­iert (LOST, Mad Men) erst möglich. All dies existiert hierzu­lande nicht. Serien wer­den ein­mal konzip­iert und dann meis­tens Drehbücher für einzelne Fol­gen in Auf­trag gegeben. (Wie das aus­ge­hen kann, wis­sen wir)
Dass es hier hap­pert, sieht man grade auch den weni­gen starken Pro­duk­tio­nen aus Deutsch­land an. Und die gibt es.

Prob­lem­lö­sungssil­ber­streif: Ärzte, Türken und ländliche Minderheiten

Es ist nicht Alles ver­loren. Zum Beispiel beim Lieblingskind der öffentlich-rechtlichen, die Krim­ipro­duk­tio­nen. Wils­berg und Bella Block, the occa­sional Tatort und so weiter, da wo erlaubt wird, tatäschlich zu erzählen und starken Schaus­piel­ern ein biss­chen Freiraum gelassen wird, gibt es kleine High­lights.
Deutsche Serien sind gut, wenn sie sich trauen Geschichten zu erzählen, die hier­her kom­men. Wenn man vor Lokalkolorit nicht zurückschreckt, son­dern als Chance wahrn­immt. (dazu befrage man Franz Xaver Bogner, bay­erischer Serien­gott: Irgend­wie und Sowieso, München 7.)
Oder gle­ich mal erkennt wo es Sto­rys gibt, die nur hier passieren kön­nen. Dazu schreibt man dann Dialoge, die tat­säch­lich schnell, geschlif­fen und witzig (!) sind, findet Schaus­pieler die wis­sen was sie tun und schon hat man einen kleinen deutschen Seriendiamanten.

Man hat z. B. Mord mit Aus­sicht. Und ja, es ist ein Krimi. Und er spielt auf dem Land, in der Eifel, no less, ABER. Fig­uren, wie die aufs Land ver­set­zte Komis­sarin haben tat­säch­lich Charak­ter. Dialoge: haben Sarkas­mus und Witz. Ehrlich. Fälle: sind so selt­sam wie es Krim­i­nalfälle auf dem Land manch­mal sind.
Die Serie macht kein Tam­Tam, ver­sucht nicht krampfhaft jedem Klis­chee aus dem Weg zu gehen, son­dern zeigt es lieber mal aus einer anderen Per­spek­tive.
Wenn jetzt also bitte alle Dien­stagabend gegen 20:00 Uhr die ARD ein­schal­ten wür­den, es bestünde Hoff­nung. Nicht zuletzt weil man hier mal wieder den Zyk­lus von Pro­duk­tion, Ausstrahlung und eventueller Wieder­hol­ung der­ar­tig lose gestal­tet hat, dass eben doch nur klas­sis­ches Ein­schal­ten hilft.

Und dann wäre da noch Bora Dagtekin. Ret­ter meiner deutschen Serien­hoff­nun­gen. Gold­enes Kind der Branche. Erfinder von Türkisch für Anfänger und Doc­tors Diary.

Über Türkisch für Anfänger noch ein Wort zu ver­lieren, wäre fast schon zu viel des Guten. Deutsch-Türkische Kut­lurz­ick­erein, Patch-Work-Familienentwicklung, Coming-of-age und das in rasender Geschwindigkeit und ohne Rück­sicht auf Ver­luste. Men­schen: Kauft diese DVDs.

Und als alle Preise einge­sam­melt, alles Lob ange­häuft war nahm Bora sein kreatives Hirn und machte .. eine Arzt­serie? Tja. Und was für eine. Doctor’s Diary ist das ver­mut­lich Unter­halt­sam­ste was RTL seit Alles Nichts Oder pro­duziert hat. Und so die Pro­gramm­pla­nungs­göt­ter irgend­wann soweit sind, bekom­men wir von RTL auch endlich die dritte Staffel. Bis dahin kön­nen Sie, geneigter Leser, ja die ersten bei­den Staffeln rund um Gretchens Aben­teuer zwis­chen Kranken­haus und Herz­schmerz nach­holen. Und sich ein Loch über den Bauch freuen, über die bril­lianten Schaus­pieler (Flo­rian David Fitz ist überdies attrak­tiver als jeder ansäs­sige Doc­tor in Greys Anatomy), die rück­sicht­slosen Dialoge und das sen­sa­tionelle Tim­ing, mit dem bei­des kom­biniert wird.

Ich entschuldige mich an dieser Stelle dafür, dass man bei RTL respek­tive Clip­fish noch nicht begrif­fen hat wie Inter­net funk­tion­iert und die Videos daher nicht direkt hier abge­spielt werden.

17
Jul 2010
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Ein Monat Musik — das muss doch auch kompakter gehen

Day 16 – A song that you used to love but now hate

So geht es einem ja oft mit Lieder, ach mit ganzen Bands, die man verehrt wenn sie noch so ein kleiner Geheimtipp sind und kaum erre­ichen sie ein größeres Pub­likum, wird der Song mal im Radio gespielt erträgt man es nicht mehr. Die karmis­che Strafe z.B. die Stephe­nie Meyer noch tre­f­fen wird, weil sie die sen­sa­tionellen Muse einer Teenie-Horde zum Fraß vorge­wor­fen hat, ist kaum auszu­malen.
Oder natür­lich all die Songs die man ein­fach zu oft, in einer zu lan­gen Dauer­schleife gehört hat. Sie kön­nen einem Leid tun.
Entsch­ieden habe ich mich let­z­tendlich für einen Song, dessen Stand bei mir immer speziell war. Das Album hatte mir jemand gebrannt die ich lange als einer meiner eng­sten Fre­undin­nen beze­ich­nen kon­nte. Und so sehr ich es ver­suchte, es gefiel mir eigentlich nur dieses Lied. Und das auch eigentlich nur wegen des Sam­ples.
Nun ist die Fre­und­schaft dahin und das Lied klingt höh­nisch und bil­lig.

Daniel Bed­ing­field — Inflate my ego

Day 17 – A song that you hear often on the radio

Radio höre ich ja eigentlich nur mor­gens, damit mir jemand bestätigt welches Jahr wir haben und ob zwis­chen­zeitlich irgend­je­mand auf den roten Knopf gedrückt hat. Hier in der Donaus­tadt ist es das Ding, dessen erträgliche Mor­gen­show mir in den Tag hilft. Nur die Musikauswahl is bisweilen…hmpf. David Guetta, Ke$ha und wie sie nicht alle heißen. Aber es gibt auch Sachen, die grade dann funk­tion­ieren, obwohl sie sonst nicht so mein Geschmack sind. Aber ein Mon­tag­mor­gen mit dem hier, der wird gut, garantiert.

Jan Delay — Disco

Day 18 – A song that you wish you heard on the radio

Ich bin scham­los. Und kann mich nicht entschei­den. Aber mit solchen Liedern wird ein Mor­gen eben auch besser, angenehmer. Hach.

24
Apr 2010
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