Kopfwolken

Fin­ster, ganz, ganz Fin­ster wurde es. In mir und um mich herum und zu aller erst auf dem Bild­schirm des Lap­tops vor mir. Während die richti­gen Lichter weiter blink­ten und nicht ein einziges selt­sames Geräusch ertönte, ver­schwand jede Kon­tur vom Bild­schirm. Wie eine Diva, die nicht ein­mal mehr in der Kirche ihre Son­nen­brille abn­immt ver­har­rte mein Insp­iron in Dunkelheit.

Und wäre die Woche bis dato nicht ohne­hin schon an Zer­brech­lichkeit kaum zu überbi­eten gewe­sen, ich wäre wohl auf der Stelle zusam­men gebrochen. Schließlich gehöre ich nicht zur Gruppe der Zweit — und Drittmaschinchen Besitzer. Wobei ich ohne­hin den Ver­dacht habe, dass dieser Irrsinn haupt­säch­lich Apple-Jünger trifft. 1 So allerd­ings war mein Dell meine Leben­sader zum Rest der Welt. Zwar kann ich Face­book, Twit­ter und meine Mails mit­tler­weile über mein Handy emp­fan­gen und weiß, dass ich auch mal einen oder zwei Tage ohne meinen Fee­dreader leben kann, aber tat­säch­lich findet ja doch das halbe Leben mit­tler­weile in Bites und Bytes statt. 2

Nach­dem Repara­turen die Ange­wohn­heit haben Zeit in Anspruch zu nehmen, musste erst­mal schnell Ersatz besorgt wer­den. Und weil sich am Ende die fam­i­lien­in­terne Lösung eines Ring­tausches fand, musste ein neuer Lap­top her. Haben sie schon mal kurzfristig einen Lap­top besorgt? Nein? Sie haben ja keine Ahnung. Wussten sie z.B., dass zwar sogar Men­schen die auf­grund ihres geisti­gen Zus­tandes nicht wählen dür­fen einen Ratenkredit bei Elek­tron­ikhändlern bekom­men — nicht aber Men­schen die zu oft umziehen? Ern­sthaft, 2 Wohn­sitzwech­sel in 2 Jahren sind ein Auss­chlußkri­terium. (Und nein, das traf nicht mich weil ich Stu­dentin war. Das traf meine fes­tangestellte Schwester mit Baus­parer und Ries­ter­d­ings. Aber eine 15-Euro Rate traut man ihr nicht zu. Fuck you San­tander, very much.)
Oder, dass 15-Zoll mit­tler­weile out sind? Weil Men­schen ihren fes­ten Arbeit­splatz anscheinend lieber mit einem eigentlich zu kleinen 17’3 Zöller ausstat­ten und mobil dann doch zum Smart­phone greifen? Ich auch nicht. So stand ich, die halt doch einen mobilen Kas­ten braucht, vor einer bemerkenswert kleinen Auswahl.

Nicht meiner. Wirklich.

Am Ende stand eine Barzahlung, ein aus­nehmend net­ter Verkäufer und ein neuer HP. Keine Sorge, ich singe jetzt keine Lobeshymne auf die tech­nis­chen Details, sowas sollen andere machen. 3 Es geht auch eher um den Teil danach. Denn ein Grund, warum ich eben noch nicht zusam­menge­brochen war lag daran, dass nichts wichtiges ver­loren war. Natür­lich ist die Fest­platte vom Dell im Zweifels­fall noch intakt, aber haupt­säch­lich kon­nte ich im Kopf grob überschla­gen, dass bis auf eine unge­se­hen Folge Board­walk Empire, ein biss­chen Musik und meinen gesam­melten Schrif­tarten nichts wichtiges fehlte. Denn ohne, dass ich es darauf angelegt habe, existiert ein Großteil meines Lebens längst in der Cloud — also in der dig­i­talen Wolke. Also quasi gespe­ichert bei ver­schiede­nen Dien­sten und mit der Möglichkeit Back­ups zu machen, wieder einzus­pie­len oder run­terzu­laden. In meinem Fall:

Dateien zu Stu­di­en­pro­jek­ten und der BA? In der Drop­box.
Kon­takte? Auf Soo­cial.
Ter­mine? Google Cal­en­dar.
Auf­gaben­lis­ten? Bei Remem­berthemilk.
Web­fund­stücke? In einem Evernote-Notizbuch.
Pass­wörter? Im Lastpass-Tresor.
Die Firefox-Konfiguration samt Leseze­ichen? Über das FEBE-Add on als Backup angelegt und in der Drop­box gespe­ichert.
Sachen die ich erst noch lesen wollte? Eh schon bei read it later.

Größere Medi­en­dateien wer­den regelmäßig mit der exter­nen Fest­platte gespe­ichert. Was allerd­ings nicht ver­hin­dert hat, dass mir ein paar GB Musik abhan­den gekom­men sind. Was ich in diesem Fall aber als Chance wahrnehme. Neuer Platz für frische Musik! Her mit den Tips! (die wichtig­sten Sachen waren ohne­hin auf dem MP3 Player. Als würde ich noch irgend­wohin gehen ohne Mum­ford & Sons, oder LaBrass­Banda. Also wirk­lich.)
Klar, das sind eine Menge Accounts und das alles erst­mal einzurichten hat Zeit gekostet. Aber ganz ehrlich? Das ist es wert. Ich bin vielle­icht eine Sicherheits-Spießerin, aber ich bin eine Sicher­heitsspießerin die sich ihre Pass­wörter nicht auf­schreiben muss​.So war ich für einen Online-Junkie ohne Hard­ware doch bemerkenswert ner­ven­stark geblieben.
Aber dann kam Win­dows 7.

Wis­sen sie was, reden wir nicht drüber. Ich habe Ubuntu instal­liert, die Panikat­take habe ich grade noch ver­mieden. 4 Klar klappt nicht alles immer zu 100% , aber einen knap­pen hal­ben Tag nach­dem ich den Neuen (ich nenne ihn Zebu­lon. Hm. Die Geschichte mit dem Namen sollte ich wohl mal erzählen. Sagen wir mal, gut, dass ich als Mäd­chen zur Welt kam.) zum ersten mal hochge­fahren hatte, fühlte es sich fast an wie immer. Nur zuver­läs­siger und schneller. (Neue Prozes­soren sind wie der erste Hap­pen einer großar­ti­gen, üppi­gen Torte. Prinzre­gen­ten. Aber das ist ein anderes Thema. )

Zebu­lon und ich jeden­falls, wir ver­ste­hen uns jetzt schon sup­per. Er kommt mit meiner rup­pi­gen Art halt auch super aus. Sogar das rumw­erken in der Par­ti­tion hat ihm nichts augemacht. Braver Kerl 5. Er hat ja auch ziem­lich viel Spe­icher. Jetzt muss nur noch neue Musik her. (Mix­tapes, die Men­schheit braucht mehr Mixtapes.)

  1. Ern­sthaft, ken­nen sie jeman­den der noch einen Desktop-PC, einen Lap­top und wom­öglich ein Net­book besitzt? Also außer Design­ern, Pro­gram­mier­ern und BWL-Studenten jetzt? Eben. Aber Men­schen die sowohl ein altes Mac­book Pro, als auch ein iPhone und min­destens das Mac­book Air besitzen — zusät­zlich zum eigentlichen Heim-Mac? Ich auch, min­destens ein Dutzend. Was entweder etwas über deren Ungeduld oder Paniklevel aus­sagt.
  2. Ja, okay, ich gebe zu — als Stu­dent von Infor­ma­tion­s­man­age­ment und Unternehmen­skom­mu­nika­tions ist man arg anfäl­lig für diesen ganzen Blödsinn. Zu meiner Vertei­di­gung: ich besitze immer noch mehr Notizbücher und Kalen­der als Emailkon­ten. Ätsch.
  3. Aber ern­sthaft, ich kon­vertiere hier­mit. Das Ding ist der Ham­mer. Die Ver­ar­beitung! Die Hap­tik! Der Dis­play! Warum sagt einem keiner, dass die tat­säch­lich ordentliche Lap­tops her­stellen kön­nen…?
  4. Was für ein unfaßbares Drecks-OS ist Win­dows 7 den bitte? Das Fege­feuer zur Klick­hölle. Undurch­schaubar und ständig mit nach­fra­gen oder updates beschäftigt. Im Zweifels­fall auch ein zweites oder drittes Mal nach­fra­gen ob ich auch wirk­lich das Firefox-Plugin instal­lieren will. Das ist doch nicht euer Ernst. Und hässlich ist es auch.
  5. Und selbst wenn ich mal meinen Frust an ihm aus­lassen sollte — er ist sogar noch ordentlich ver­sichert. Euronixx klingt ja selt­sam, hat aber gute Ideen.

25
Oct 2010
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This is why the cool kids don’t wanna work for you, Bill.

Gestern hatte ich eigentlich einen guten Tag. Ich war gut drauf, opti­mistisch. Und ich hatte einen Plan. Alle Back­ups waren gemacht, Zugangs­daten gesichert, Iso-Images gebrannt. Als Linux-User wird man da ja mit der Zeit entspannter.

Der Plan ging so: Von der Hochschule zu Donaug­naden hatte ich eine Win­dows 7 Vision. Und auf Ubuntu 9.10, Karmic Koala war ich ohne­hin ges­pant. Also: Dual Boot. Mal ruhig Win­dows zuerst. Da kann ich ja die Platte noch abräumen.

Win­dows 7 ver­lief so:
Ich lege die Win­dows CD ein
Ein Feld erscheint mit 2 Möglichkeiten: Kom­pat­i­bil­ität online prüfen (THE HELL???) und Instal­lieren.
Zuver­sichtlich klicke ich auf “Instal­lieren”.

smashing windows is fun

smash­ing win­dows is fun


Ein schicker Bild­schirm erscheint und sagt was vom übertra­gen tem­porärer Dateien.
Die wer­den aber ziem­lich lange übertra­gen.…
Ich drücke nach einer Weile, ein­fach mal als Test die Leer­taste, der Bild­schirm ver­schwindet. Nichts weiter passiert. HM
Ich ver­suche den Vor­gang erneut zu starten.
Jetzt ratet mal was passiert ist.
Kleiner Tip: Es war Blau. Es war sogar größ­ten­teils Blau. Um nicht zu sagen, war mein GANZER FUCKING MONITOR BLAU. Mit LANGEN ZAHLENREIHEN UND NUR EINEM WORT: E R R O R

Und dann hab ich Ubunut 9.10, Karmic Koala ein­gelegt.
Ein Menü fragt, ob ich mir erst­mal alles anschauen und aus­pro­bieren will. Oder die CD auf Fehler überprüfen (!). Oder gle­ich instal­lieren. Ich klicke auf instal­lieren.
Ich soll meine Sprache auswählen. Wird erledigt.
Dann wird noch kurz gek­lärt wie ich denn meine Par­ti­tio­nen gern hätte. Okay.
20 minuten Instal­la­tion. Dazu hüb­sche Bild­chen und Erk­lärun­gen zum neuen Sys­tem.
ein­mal neu starten.
Fer­tig. Alles läuft, out of the box. Ich geb noch meine Inter­netverbindung ein, dann lass ich die Back­ups ein­spie­len, alles in unter unter 90 minuten.
Ich liebe den Koalabären.

Danke Linux.

SCREW YOU WINDOWS.

08
Nov 2009
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Das späte Glück einer Nerdin II

Womit ich meine Zeit sonst so ver­bracht habe? Blöde Frage, ich bin Ubuntu-User. Desk­top für August 2008, mit ein paar Desklets, dem Avant-Windowmanager und ein viel, viel Bastelarbeit:

Screenshot Ubuntu August 2008

Ubuntu? Tja, das hatte Neo gle­ich dabei. Das ist Neo (ja, genau weil Matrix und überhaupt , ging nicht anders)

Dell Inspiron 1525 mit Linux / Ubuntu

11
Aug 2008
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