Serienblogprojekt: Hell on Wheels

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    P.S.: Wer sich noch anschließen will ist gern willkom­men, gern auch als zweiter Kri­tiker einer Serie. Ein­fach in unsre kleine Tabelle hier ein­tra­gen.

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Copy­right @ AMC

Ach, AMC. Was ist eigentlich dein Plan? Erst gibst du uns Mad Men und Break­ing Bad, Serien die das Genre an ihre Gren­zen treiben, für Gesprächsstoff sor­gen und dabei immer größer, besser und drama­tis­cher wer­den. Jetzt soll nachgelegt wer­den. Zuerst mit The Walk­ing Dead, der ambi­tion­ierten Zombie-Serie und jetzt Hell on Wheels, einem Epos über die Zeit nach dem amerikanis­chen Bürg­erkrieg. Nur: der Plan geht nicht auf.

Schon durch die erste Staffel The Walk­ing Dead hab ich mich ein biss­chen gequält. Und dachte zunächst es liegt an mir, weil ich keine Zombie-Fetischistin bin. Aber spätestens jetzt während Staffel 2 kommt die Wahrheit zu Tage: Rech­net man die Zom­bies raus, bleibt da nicht viel inter­es­sante Story. Die Hauptcharak­tere inter­essieren mich ein­fach nicht, ich fühle nicht mit ihnen. Nichts was sie tun oder sagen beein­druckt oder überrascht mich. Während ins­beson­dere Break­ing Bad in der zurück­liegen­den Staffel für eine dauer­haft am Boden schleifende Kinnlade bei mir gesorgt hat.

Jetzt also Hell on Wheels. Grob gesagt, eine West­ern Serie in dessen Zen­trum Cullen Bohan­nan (der dur­chaus ansehn­liche Anson Mount ) steht — und auf Rachefeldzug ist. Er hatte auf der Seite des Südens gekämpft, die mit Sklaven han­del­ten. Allerd­ings hatte ihn seine Frau aus dem Nor­den bere­its vor dem Krieg davon überzeugt seine eige­nen Sklaven frei zu lassen und sie zu bezahlen. Moralis­che Ambivalenz ich hör dir trapsen.

Während des Krieges allerd­ings kommt seine Frau unter nicht ganz gek­lärten Umstän­den um. Alles was er weiß sind welche Sol­daten involviert waren. Diese sucht er jetzt, um sie ihrer gerechten Strafe zuzuführen.
Einge­bet­tet wird diese Grund­hand­lung in den Bau der ersten großen Bah­n­verbindung zwis­chen Ost– und West­küste der USA. Das bietet tat­säch­lich ein span­nen­des Umfeld. Ger­adezu span­nen­der als die eigentliche Hand­lung. Das ist ein biss­chen das Problem.

Nichts wie ungut, das ist alles toll besetzt und sieht grandios aus. Man riecht den Dreck förm­lich, der 1865 so unver­mei­d­bar war. Die Kon­flikte rund um ehe­ma­lige Sklaven und den Kampf gegen die Indi­an­er­stämme um deren eige­nen Land sind The­men, die ich mir in einer solchen Show wün­sche. Die Neben­fig­uren sind wun­der­voll besetzt, beson­ders Rap­per Com­mon ist als aufmüp­figer Arbeiter Elam eine große Ent­deck­ung. Und Colm Meany, Ire vom Dienst, als obses­siver Bauherr der Eisen­bahn ist selb­stver­ständlich grandios. Das ist er schließlich immer. (Dass Hell on Wheels nach 3 Fol­gen den Bechtel-Test noch nicht bestanden hat ist auch so eine Sache…)

Wie gesagt, alles ganz hüb­sch. Nur der gute Cullen ist der­maßen schweigsam und in sich gekehrt und Western-like, dass ich so gar kein Inter­esse an ihm entwickle. Vielle­icht ein Grund dafür, dass klas­sis­che West­ern heute kaum noch funk­tion­ieren. Die alte Vari­ante eines Helden, der sich durch den Film knurrt, passt nicht mehr recht in unsere Welt. So will sich kein Sog entwick­eln, der für Span­nung und Inter­esse sorgt, was den Haupt-Plot angeht. Viel lieber würde ich mehr über Elam und den Eisen­bahn­bauher­ren Durant erfahren.

Per­sön­lich werde ich Hell on Wheels die Chance geben und mir die erste Staffel anse­hen. Aber AMC, du stehst ab jetzt unter Beobach­tung. Die Freude an der Insze­nierung und der Mut für großen Aufwand ist schon da, aber ein biss­chen mehr Story-Substanz wäre schön.

26
Nov 2011
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Serienblogprojekt: Suburgatory

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Copy­right @ Warner Bros.

Es gibt so Serien, da schal­tet man nur wegen Schaus­pieler XY ein. So ein Fall war Sub­ur­ga­tory für mich. Endlich wieder Alan Tudyk regelmäßig sehen! Tudyk war der Pilot der Fire­fly, der psy­cho­tis­che Alpha im Doll­house (bei­des natür­lich Joss Whedon-Serien) und nicht zuletzt der zuge­dröh­nte Mann auf dem Dach in Ster­ben für Anfänger.

Und auch wenn er hier nur eine Neben­rolle hatte, das musste ich sehen.

Nach zwei Fol­gen kann ich schon mal sagen: ich bleibe dabei. Nicht wegen Tudyk (der zu wenige Szenen hat), son­dern weil ich sehen will welchen Weg dieses abson­der­liche kleine Comedy-Geschöpf einschlägt.

Die Story ist eigentlich erst­mal unspek­takulär. Teenager Tessa (Jane Levy) lebt mit ihrem Vater in Man­hat­ten. Ihre Mut­ter hat schon vor vie­len Jahren die “Biege gemacht”. Bis Daddy George (Jeremy Sisto, bekannt aus Law&Order ) im Zim­mer von Tessa eine Pack­ung Kon­dome findet. Also wird das Töchterchen eingepackt und in eine Vorstadt (Sub­urbs) gezo­gen. Plöt­zlich aus der Großs­tadt in eine spießige Kle­in­stadt verpflanzt, gerät Tes­sas Welt aus den Fugen. Sie nennt ihre neue Heimat daher liebevoll Sub­ur­ga­tory, ein Wort­spiel aus Sub­urb und Pur­ga­tory (Fegefeuer).

Es fol­gen eigentlich zu typ­is­che Szenen aus einem Teenager­leben. Die blonde Voll­nuss Dahlia, deren Mut­ter ein Auge auf George gewor­fen hat, die Mall, die entset­zliche Nach­bars­fam­i­lie, der Schrecken der High­school. Während sich die Nach­barstochter als poten­tielle Ver­bün­dete ent­puppt, ergeben sich anson­sten alle dem Klis­chee. Inklu­sive Noah (Alan Tudyk!) dem gebräun­ten Großmaul-Kumpel von George, der ihm den Umzug emp­fohlen hatte.

Nach dem Piloten hab ich mich gefragt ob die drama­tisch überze­ich­neten Neben­fig­uren Absicht sind oder ein­fach nicht besser geschrieben wur­den. Mit­tler­weile habe ich die zweite Folge gese­hen und man merkt: das soll so sein. Es wird sogar alles noch drastis­cher. Ob die slow-motion Sequenz wenn George und Tessa ver­suchen der Essens-Einladung der Nach­barin zu ent­ge­hen, ein Bar­be­cue zum Poli­tikum wird oder die Pro­tag­o­nistin zum Opfer ihrer Hor­mone wird: hier geht es nicht um offen­sichtliche Gags son­dern die Absur­dität des Ganzen.

Es gibt außer­dem der Vater-Tochter Beziehung zusät­zliche Tiefe. Solche Momente gesteht die Serie auch ihren abge­fahren­sten Fig­uren zu. Zwar hadert man manch­mal mit damit, wie sim­pel manches gestrickt ist, aber da vor nichts und nie­man­dem halt gemacht wird, fühlt es sich nicht diskri­m­inierend an. Tessa ist zu überrascht von all den Verän­derun­gen für ein cooles New York-Gör. Ihr Vater ist zu läs­sig und gle­ichzeitig überfordert, genauso wie die Nach­barn ger­adezu gruselig per­fekt sind.

Sub­ur­ga­tory glänzt, wenn es sich in Rich­tung des abstrak­ten Humors und überraschen­den Wen­dun­gen (die cle­vere Tessa ver­fällt den Knutsch-Fähigkeiten eines Vol­lid­ioten. Sowas sieht man sel­ten.) bewegt und dafür den erwart­baren Herz­schmerz liegen lässt. Dann kön­nte sich hier ein kleines TV-Goldstück entwickeln.

Die Hys­terie der Serie erin­nert mich dabei ein biss­chen an frühere Sit­coms, die sich selbst nicht so ernst nah­men und daraus kün­st­lerische Frei­heit zogen. Seit Jahren ver­suchen die Net­works uns geplagte Großstädter und ihre Beziehungskisten als Comedy-Stoff zu verkaufen, während aus­gerech­net die the­men­be­zo­ge­nen Serien Erfolge feiern. Com­mu­nity, the Office oder Mod­ern Fam­ily: es darf eben doch ruhig mal extrav­a­gant und unre­al­is­tisch sein. Hof­fentlich haut Sub­ur­ga­tory auch weit­er­hin in diese Kerbe.

Der Trailer zu Suburgatory:

06
Oct 2011
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Serienblogprojekt: Revenge

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Diese Kri­tik wird zwei Teile haben, weil neben erneuter Gast­blog­gerin Bibabutze­man ich anschließend auch noch einen kleinen Kom­men­tar abgeben werde.

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In der Serie Revenge geht es um Emily Thorne (Emily Van­Camp). Sie ist eine junge Frau, die unerkannt in ihre alte Heimat zurück­kehrt, um ihr dort früher zer­störtes Fam­i­lienglück zu rächen. Denn nach­dem Vic­to­ria (Madeleine Stowe) die Kar­riere ihres Vaters mit Lügen zer­störte, lan­dete Emily Thorne in Pflege­fam­i­lien, ihr Vater im Gefäng­nis. Unter­stützt von einem mys­ter­iösen, reichen Gön­ner ist Emily Thorne nun die Ver­lobte des Sohnes der Frau, die einst ihre Fam­i­lie zer­störte. “
(via serien​junkie​.de)

Copy­right @ ABC

Als ich das erste Mal den Trailer von Revenge gese­hen habe, war ich rest­los begeis­tert. Ich muss sagen, für mich, ist die Serie die Hoff­nung dieses Herb­stes gewesen.Und sie hat mich nicht ent­täuscht.
Wie beim let­zten Mal ver­rate ich nicht viel von der Hand­lung, aber ich kann ver­sich­ern das Abc hier wieder was gutes gelun­gen ist. Emily Thorne wird von der wun­der­baren Emily Van­Camp gespielt, die ihre Rolle sehr gut absolviert. Die Zusam­men­fas­sung von Serien​junkie​.de erwähnt nicht, dass die Serie sich aber nicht nur auf Emily konzen­tri­ert. Direkt in der ersten Folge zeigen auch die Neben­darsteller schon, dass hier gute B-Plots statt finden wer­den, die einen nicht lang­weilen.
Obwohl es nicht dieselbe The­matik ist, hat mich Revenge stark an Pretty Lit­tle Liars erin­nert ( Für alle die es noch nie gese­hen haben – gucken,gucken,gucken!).
Jemand der was witziges und lock­eres sucht ist allerd­ings hier falsch, alleine die ersten 10 Minuten sind sehr span­nend und hin­ter­lassen viele Frageze­ichen im Kopf. Ich kon­nte es kaum erwarten Folge zwei zu sehen.
Piloten haben es ja so an sich, viel zu viel zu ver­raten. Hier allerd­ings wurde die richtige Bal­ance gefun­den und es hat auf jeden­fall Potenzial.

Ich kann Revenge also nur Empfehlen – ab auf die Couch mit Eis und Revenge einschalten!

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Jetzt muss ich auch noch ganz kurz was zu Revenge sagen. Denn hier hat ABC bestes Serien­fut­ter angerichtet. Was Ringer mit Sarah Michelle Gel­lar verzweifelt zu erzeu­gen ver­sucht, näm­lich eine gewisse Noir-Stimmung wird hier tat­säch­lich erzielt. Ich musste genau darum schon mehrmals an Veron­ica Mars denken — wobei Revenge diese Latte nicht reißen kann.

Aber mal ein paar Worte zur Hand­lung: Emily van Camp (die ich dank Broth­ers & Sis­ters eigentlich nicht lei­den kann) spielt Emily Thorne, die eigentlich Amanda heißt und deren ganzes Leben sich um eine Sache dreht: Rache nehmen. Sie will ihren Vater rächen, der als Sün­den­bock für eine kon­spir­a­tive Gruppe der High Soci­ety her­hal­ten musste. Dafür kommt sie nach langer Zeit zurück in die Hamp­tons, dem Ort ihrer Kind­heit, dem Ort wo die Schö­nen und Reichen ihren Som­mer ver­brin­gen. Genau unter diese will Emily sich mis­chen, um sie in aller Ruhe zu zerstören.

Es entspinnt sich die klas­sis­che Geschichte einer jun­gen Frau die Ehre und Gerechtigkeit für ihren (
toten) Vater wieder­her­stellen will. Dabei geht sie sys­tem­a­tisch vor und zer­stört Ruf und Ver­mö­gen all derer, die damals zusam­men die Lügen gespon­nen haben, um ihren Vater hin­ter Git­ter zu brin­gen. Dabei steht ihr dank einem Invest­ment ihres Vaters in ein damals junges Start-up ein nie enden­der Geld­strom zur Ver­fü­gung. Der Unternehmensgrün­der Nolan, ein Wun­derkind der Tech-Branche ist natür­lich auch vor Ort und er ist der einzige, der weiß wer Emily eigentlich ist. Er ist ein zu clev­erer Nerd mit viel Geld und kein­er­lei sozialen Fähigkeiten — also eine grandiose Nebenfigur.

Überhaupt wur­den alle umgeben­den Fig­uren mit viel Liebe, wenn auch einer guten Por­tion Klis­chee kom­poniert. Die “Köni­gin” der Soci­ety Vic­to­ria ist schön, böse und hat die Fäden in der Hand. Ihr Kro­n­prinz ist daher eines der Ziele von Emily. Natür­lich sehen alle unfass­bar gut aus, fast alle haben genug Geld (es gibt selb­stver­ständlich den guten net­ten Kerl ohne Geld, mit dem die kleine Amanda schon früher gespielt hat und der keine Ahnung hat, dass sie wieder da ist. Obviously.)

Folge für Folge wird so eine der Fig­uren zer­stört. Dabei nimmt Emily die Dinge dur­chaus selbst in die Hand, was aber der Zuschauert nicht sofort erfährt. Das kann man schlechtes Sto­ry­telling nen­nen, es fühlt sich aber nicht so an. Statt dessen spürt man eine gewisse Zufrieden­heit, wenn man sieht WIE Emily das Schick­sal manip­uliert. Es macht Spaß ihr dabei zuzusehen.

An Revenge ist nichts brand­neu und inno­v­a­tiv oder auch nur bril­lant, aber es füllt eine Lücke im momen­ta­nen Serien­port­fo­lio ganz grandios: die des leichten, überspitzten Dra­mas mit einem Hauch Krimi und überzo­gen mit Noir-Glasur. Wenn die Serie das Tempo hält und die Charak­ter rund um Emily noch paar Ebe­nen mehr bekommt wird Revenge die Überraschung des Serienherbstes.

Der Trailer zu Revenge:

03
Oct 2011
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Serienblogprojekt: The Playboy Club

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If the real Hef isn’t enough, there’s also the “char­ac­ter” of Hugh Hefner actu­ally in the show. You just see him from the back in his smok­ing jacket and pipe (ala George Stein­bren­ner on SEINFELD) but he’s a pres­ence. What the pilot inti­mates is that one of the themes of this series will be the Chicago mob try­ing to get their greasy mitts on the club only to be thwarted at every turn by the much stronger, more intim­i­dat­ing Hugh Hefner.

But wait! It gets much worse! (Aus einer Kri­tik von Ken Levine)

Ver­steht mich nicht falsch, ich kann mich für Period Dra­mas erwär­men. Ich liebe Mad Men, inklu­sive der authen­tis­chen Darstel­lung von Frauen und Min­der­heiten damals. Mad Men zeigt uns diese Dinge und das Blut kocht in den Adern, weil man weiß, dass es genau so war. Ich hätte mich also the­o­retisch gern auf die frühe Welt der Playboy-Bunnys ein­ge­lassen, auf die Wider­sprüche zwis­chen Frauen, die mit ihrer Sex­u­al­ität viel Geld ver­di­enen und sie sogar als Machtin­stru­ment gebrauchen und den Män­nern, die sie dafür zahlen und aushal­ten, weil sie Hasen-Kostüme tra­gen. Wenn die Mad Men Clone (neben dem Play­oby Club dem­nächst noch Pan Am) schon erst nach 4 Jahren kom­men, dann dür­fen sie doch eigentlich ordentlich gemacht sein.

Wirk­lich, das hätte ich gern gese­hen.
Stattdessen bekam ich “The Play­boy Club”. Aber wisst ihr was, ihr erlei­det das jetzt mit mir.

copyright @ NBC

(Ich klaue für die Kri­tik den Stil meiner Lieblings Serien-Recapperin Mered­ith Woerner bei io9.)

CON: Zu einer stim­mi­gen Sequenz im Nachtleben von Chicago wer­den wir je aus der Atmo­sphäre geris­sen — mit dem Voiceover von Hugh Hefner. Ern­sthaft, wer dachte, dass das gut wäre? Er ist längst keine Ikone mehr und seine, auch dem Alter geschulde­ten, Stimme, trägt kein­er­lei Pathos oder Rel­e­vanz. Sofor­tiges Frem­schä­men setzt ein.

PRO:Die Optik, doch ja. Das sieht alles ganz schick, ziem­lich glam­ourös aus. Das hier ist eben nicht eine New Yorker Wer­beagen­tur, son­dern ein Club in Chicago und das lassen uns die Schnitte auch wis­sen. Allerd­ings erwartet man, dass gle­ich Bat­man erscheint.

CON: Enter, Nick Dal­ton. Der Don Draper der Show. Und das ist kein Ver­gle­ich, das ist ein Fakt. Eddie Cib­rian hatte keinen Bock einen neuen Charak­ter zu entwick­eln, er übern­immt auf lächer­liche Weise ein­fach alles was John Hamm tut. Mehr Fremdschämen.

CON: (es ist nicht genü­gend Gutes da, um Pro und Con immer abzuwech­seln.) Wir ler­nen Mau­reen, das neue Bunny ken­nen. Sie ist natür­lich hin­reißend und hat eigentlich große Träume, sie will auf der Bühne ste­hen. Das alles wird uns mit dem Holzham­mer erk­lärt, während auf der Bühne im Club Ober­bunny Carol-Lynne singt. Sie war immer schon hier, an ihr nagt natür­lich der Zahn der Zeit, aber noch sehen die Mäd­chen zu ihr auf. Mit der Sub­til­ität eines Beton­ham­mers wird der Zwist zwis­chen der char­man­ten New­com­erin und der Mut­ter Oberin der Bun­nies angedeutet.

PRO: Als Mau­reen im Lager neue Zigaret­ten holen will und ihr ein auf­dringlicher Gast folgt, setzt sie sich ordentlich zur Wehr. So ordentlich, dass am Ende der Absatz ihres Stilet­tos in der Halss­chla­gader des Gastes sitzt. Goooore! Natür­lich ist der blitzsaubere Anwalt Nick Dal­ton zur Stelle, um beim Ver­schwinden der Leiche behil­flich zu sein.

CON: Billy Rosen (David Krumholtz, der Typ aus “Numb3rs”) unter­hält sich mit dem Bar­keeper, dessen Fre­undin ein Bunny ist.

    Bar­keeper: “Doesn’t it make you crazy to watch your girl get hit on by every guy in the club, every night?“
    Billy Rosen: “I know, that’s why I mar­ried her, got her preg­nant and ugly.”

Ja, genau.

PRO: Nick’s Apart­ment ist ziem­lich schick. Zu schick eigentlich. Ich glaube, die Serie hätte was wer­den kön­nen, hät­ten sich die Pro­duzen­ten voll­gas auf den Kitsch und die Ober­fläch­lichkeit ein­ge­lassen anstatt zu ver­suchen ein Drama mit viel Tiefe in aus­gerech­net diesem Umfeld zu erzählen. (Erin­nert sich noch jemand an “Las Vegas?” Die wussten wie das geht.)

CON: Nach dem versenken der Leiche (die natür­lich nicht irgendwer, son­dern der Chef des Chicago-Mobs war. Doh’!) nimmt der moralisch ein­wand­freie (Doh’!) Nick die geschockte Mau­reen mit nach Hause. Was auch sonst. Es kommt, Sur­prise!, Carol-Lynne vor­bei, sieht Maureen’s Schuhe, findet sie ihm Klei­der­schrank (Es ist nicht so wie du denkst!) und stürmt davon. Inno­v­a­tives Sto­ry­telling, ich hör dir trapsen.

PRO: Die weni­gen Szenen der anderen Bun­nies. Brenda, die sich auf­grund ihrer Haut­farbe selbst “Choco­lat Bunny” nennt und plant das erste schwarze Cen­ter­fold zu wer­den. Oder Alice, die immer über ihren Ehe­mann redet und auf den ersten Blick kein Wässerchen trüben kann. Später ler­nen wir ihren “Ehe­mann” (Simon Tam!!!) und den Grund dafür ken­nen, dass sie so viel Geld wie möglich ver­di­enen will: die bei­den gehören zu einer Organ­i­sa­tion die geheime Tre­f­fen Homo­sex­ueller organ­isiert. Natür­lich der inter­es­san­teste Sub­plot, also der mit den wenig­sten Szenen.

CON: Mehr Betonhammer-Plotting. Nick will in irgen­dein tolles Amt, so eine Art Staat­san­walt, gewählt wer­den. Dafür braucht er den Mob (hint!), für den er früher gear­beitet hat (hint hint!) und immer noch Verbindun­gen hat (hint hint hint!), was mit dem frisch abhan­den gekomme­nen Chef (Death-by-Stiletto) kom­pliziert wer­den kön­nte. Dabei will er doch eigentlich nur Gewal­topfer und Schwarze vertei­di­gen, unser kleiner Heilige.

PRO: Carol-Lynne küm­mert sich eigen­ständig um ihre Zukunft. Nach­dem Billy sie rauss­chmeißt, lässt sie sich zur Haus­mut­ter der Bun­nies ernen­nen. Sie lässt die Kostüme umschnei­dern und nimmt den Mäd­chen ihren Kau­gummi. Während ihre Figur ein biss­chen viel Klis­chee enthält (I was here before you!), ist es nett zu sehen wie sie nicht darauf wartet, dass Nick ihr eine Liebe­serk­lärung macht. Sie übergeht Billy und Nick ein­fach, regelt Dinge direkt mit Hef. (Den wir nur von hin­ten sehen… Ah ja.)

PRO: (zwei Pros hin­tere­inan­der! Woohooo!) The Play­boy Club prestens: Ike and Tina Turner! shake it! twist it! do the bunny!

CON: “Come on girls, tails up!”

CON: Als Bunny-Mother wird Carol-Lynne plöt­zlich sehr zwielichtig und hat eine Art Feedback-Gespräch mit Mau­reen. Carol-Lynne verzieht das Gesicht sehr selt­sam und Mau­reen ist das Kan­inchen vor der Schlange. Noch mehr Fremdschämen.

PRO: Plöt­zlich steht ein Mob­ster vor Mau­reen, der ver­sucht zu dem Ver­schwinden des Bosses etwas her­aus zu finden. Die Kleien dreht daraufhin ihren Charme auf in den fün­ften Gang, um ihn loszuw­er­den. Charak­ter Devel­op­ment? In der ersten Folge? Gasp!

CON: “Since our story is, you went home with me last night, I bet­ter kiss you.” BLERGH.

PRO Bunny-Parties!

CON: Der Rücken von Show!Hef redet mit Carol-Lynne und sabbelt unglaublichen Blödsinn während der echte!Hef uns mit einem noch viel blödsin­nigeren Voiceover hin­aus begleitet.

UNDECIDED: Si Non Oscil­las, Noli Tintinnare (“If you don’t swing, don’t ring”)

Fazit: Ach ja, schwierig. Der Trash-Fan in mir will sich die zweite Folge anschauen, der Rest kratzt sich immer noch am Kopf. Nach dem ersten Mal schauen war ich haupt­säch­lich entsetzt, jetzt beim zweiten Mal (the things I do for my Leser­schaft!) finde ich einiges so furcht­bar, dass ich darüber schmun­zeln kann. Mal so sagen: Wenn die Sea­son keine brauch­bare neue Com­edy her­vor­bringt (und es sieht gewaltig danach aus), tue ich mir das eine Weile an.

Hier noch der Trailer:

22
Sep 2011
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