Viktoria bedeutet “die Siegreiche”

Por­trait meiner Groß­mut­ter anno 1940

Zuerst wollte ich ein paar Worte zur Frauen­quote schreiben. Aber dann schien die Sonne und man brachte mir ein Bild. Heute ist Donna Dora, Matri­archin vor dem Herrn, ein Jahr tot. Damals habe ich die fol­gen­den Zeilen in mein rotes Notizbuch geschrieben. [Sollte Ihres oder mein Leben dere­inst ver­filmt wer­den, ver­bi­ete ich hier­mit sowohl Iris Berben als auch Veron­ica Fer­res jeden Zutritt zu der Rolle meiner Groß­mut­ter. Chris­tine Neubauer nur, wenn es ein Film in Original-Dialekt wird.]

Meine Locken habe ich von ihr. Meinen zweiten Vor­na­men.
Manche wür­den wohl behaupten auch meinen Sturkopf und das fehlende Tal­ent zum Flüstern. Oder für Diplo­matie.
Eher stark, zäh und amüsant als warmherzig und liebenswert.
Ich ver­wan­dle mich also bere­its jetzt in meine Groß­mut­ter. Und nun, wo sie nicht mehr da ist, kann ich nicht mehr beobachten ob ich vielle­icht doch auch ein paar pos­i­tive Eigen­schaften aus der Erb­masse ergat­tert habe.
Nicht, dass nur wir beide diese Attribute hat­ten. Das sind ziem­lich durch­set­zungs­fähige Gene. (Das erwäh­nte ich ja bere­its.)

Außer­dem hatte sie als Jahrgang 1922 dur­chaus Gründe, um nicht zu sagen Umstände, die sie so haben wer­den lassen. Mit kaum 18 ver­lobt, kurz darauf Bäuerin, Ehe­frau und wichtig­ste Madame auf dem Dorf. Man war schließlich der größte Bauer, der Ehe­mann hatte den Ortsver­band der CSU, den Sportverein und die Tra­chtler mit­be­grün­det. Mia san ja eppa
Es fol­gen Kinder, Krieg, Wittwen-Dasein, Ram­tam­tam. Der Mann stirbt kurz nach dem Krieg und eine ganze Weile ist sie alleinige Chefin auf dem Hof. So ganz hat sie ihn nie aus der Hand gegeben, zum Lei­d­we­sen ihrer Schwiegertochter. Die einzige Tochter muss sie zu früh zu Grabe tra­gen und bevor sie wirk­lich zum trauern kommt liegt der jüng­ste Sohn nach einem Unfall im Koma. Aber sie hat immer die Fäden in der Hand behal­ten.
Was soll man da wer­den — außer zäh?

Ein kluger Kopf und ein schar­fes Mundw­erk waren ihr gegeben, lange bevor das einer Frau irgen­det­was nutzte. Sie kon­nte schneller Kopfrech­nen als die Händler auf dem Kälber-Markt, hat sich gemerkt wer was wann über wen gesagt hat und das zu ihren Gun­sten genutzt.
Trotz­dem war sie eben nur die Frau vom Bauern. Darüber nicht ganz zu ver­bit­tern ist schon eine Kunst. Aber sie schuf sich kleine Fluchten, das kon­nte sie. 1

Trotz­dem, sie war meine Oma mit den Dampfnudeln und einem großen Glas voller Tof­fees neben dem grü­nen Fernsehses­sel. Und Stre­ich­wurst­sem­meln mit einer dicken Schicht But­ter als Unter­lage. Die mit uns nach München in den Tier­park fuhr und handgemachte Dirndl spendierte. Eine Patronin eben und sowas hat nicht jeder zur Großmutter.

Manch­mal bedeutete das auch, dass andere ver­lieren, ein­stecken mussten. Haupt­sach, die Fam­i­lie war geschützt. Wir soll­ten alle immer den Kopf oben hal­ten und auf Respekt pochen, do kannd ja nachad jeda daher kemma.

Jetzt, wo ich plöt­zlich mit einer gewis­sen Wehmut an sie denke, schaue ich erst recht darauf, dass ich ihr kei Schand’ mach. Das ist die Macht von Großmüttern.

  1. Bei einer solchen Gele­gen­heit ent­stand das obige Bild. Frisch ver­lobt war sie auf ein­mal ver­schwun­den. Zuerst in München, wo sie sich por­traitieren ließ und nach einem kurzen Abstecher in Ital­ien zurück kam, um brav den älteren Bauern zu heiraten.

18
Oct 2011
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Das Dirndl-Dilemma

Von Links: Meine Schwester R., das Nach­barskind S., Cou­sine F. und yours truly

Ein Dirndl ist keine Verklei­dung. Es braucht keine Hei­dizöpfe, es braucht keine roten Bäckchen, man muss die Lieblings­bands nicht via But­tons auf der Dirndl­bluse kund­tun, im Bierzelt geht jeder noch so her­vor­ra­gende Musikgeschmack sowieso sofort über Bord. Es braucht erst recht keine Chucks oder Stiefel oder Tim­ber­lands oder Net­zstrümpfe unten­drunter. Das einzige Adjek­tiv, das eine Frau im Dirndl dabei­haben sollte ist: sauber. Sauber gewaschen, sauber gekämmt, sauber innen­drin­nen. Und zwar bitte min­destens bis zur drit­ten Maß. Maß. Nicht Maas.

Und ich dachte, wenn ich diesen Artikel oft genug ver­linke, ist es auch gut damit. Aber das ist es nicht. Es wird nur noch schlim­mer. Momen­tan ist wieder Sai­son. Für all die Herbst — und Volks­feste. Und die Wiesn, Mut­ter aller Dirndl-Verirrungen steht quasi schon vor der Tür.

Dir kann man es aber auch nicht recht machen. Es sind doch bloß Dirndl!” sagte meine Schwester ent­nervt, nach­dem wir eine Runde über das Rosen­heimer Herb­st­fest gedreht hat­ten. Nur Dirndl? Ah ja. Es ist aber eben eine Tra­cht. Es steht in einer Reihe mit dem Sari, einem Kimono und den putzi­gen Hüten der Mädels aus dem Schwarzwald.

Als geborene Bay­erin steht es mir im übrigen zu, der­ar­tige Urteile zu fällen. Ich darf auch über Bay­ern, die CSU und die katholis­che Kirche schimpfen so viel ich will. Qua Geburt­srecht. Stattdessen ver­suche ich mich plöt­zlich zusam­men zu reißen während Cindy und Nancy aus Dort­mund oder Ros­tock sich in an Dirndl erin­nernde Polyester-Fetzen zwen­gen. Dazu tra­gen sie mit Glitzer­steinchen beset­zte Tascherl und flechten sich die Haare zu krum­men Zöpfen. Bei der­lei Anblicken schnellt bei mir mit­tler­weile fast automa­tisch der Fin­ger nach oben und ganz wie meine Groß­mut­ter, Got­thab­sieselig, fängt eine kleine Stimme in mir an zu dozieren, warum das alles so nicht geht.

Daher biete ich heute mal eine exk­lu­sive Service-Leistung hier im Blog an. Einen Grund­kurs. Was ist eigentlich ein Dirndl, wer darf das anziehen und was gehört alles nicht dazu? (UND DIE NÄCHSTE FRAU DIE ICH IN KURZEN LEDERHOSEN ERWISCHE MELDE ICH DER TRACHTEN-POLICE. DAS IST MEIN ERNST. IHR TRETET MEIN BRAUCHTUM MIT FÜßEN DIE NOCH DAZU IN CHUCKS STECKEN.)

    Wir fan­gen unten an, bei den Schuhen. Es müssen keine Haferlschuhe sein, wenn man nicht im Tra­cht­enumzug dabei ist. Aber Chucks, Bal­leri­nas und High Heels gehen eben nicht. Schlichte dun­kle Schuhe mit Max­i­mal 3 Zen­time­tern Absatz, damit kann man kaum falsch liegen. Und Fin­ger weg von allem, auf dem Swarovski steht!

    Das Bein­kleid? Sim­pel: Wenn kalt dann Strumpfhose, wenn nicht dann Nichts. Nichts, was auch nur im ent­fer­n­testen Ähnlichkeit mit einer Leg­gins hat, darf sich in einem 5 Meter — Radius zum Dirndl befinden, ARE WE CLEAR?
    Aber davon sollte ohne­hin nicht viel gese­hen wer­den, weil ein ORDENTLICHES DIRNDL MINDESTENS ÜBER DEM KNIE ENDET. Ich kann diesen Punkt nicht oft genug wieder­holen. Als wäre Donna Doras Geist in mich Gefahren, will ich mit dem Maßband an die Scharen junger Damen her­antreten, die glauben, es wäre okay, dass ihr Rock knapp über den Hin­ter­backen endet. Ist es nicht. Ganz und gar nicht.

    Überhaupt, der Rock. Keine Spitze, kein Poly­ester, keine Neon­far­ben und ordentlich gereiht muss er sein. Gereiht? Ja, das ist der Aus­druck für die schö­nen Fal­ten, in denen ein guter Rock im Rücken liegt. Dafür braucht es viel Stoff, Baum­wolle oder Seide. Ver­dammte Axt, ein ordentliches Dirndl ist auch eine Investi­tion, zefix.

    Das geht natür­lich naht­los über in den oberen Teil des Kleids. Da darf der Stoff leichter sein, aber ordentlich genäht muss er sein. Glitzern sollte max­i­mal das Chari­vari. Ein bis­serl Spitze darf sein, aber für Anfänger gilt: Vorsicht!

    Wir haben also Schuhe und ein Kleid. Was brauchen wir noch? Richtig, eine Bluse. Bere­its hier fallen viele, sogar ein­heimis­che Madln durch’s Raster. Dabei ist es ganz ein­fach: Sie ist weiß und aus Baum­wolle. WEIß. Nicht schwarz, nicht trans­par­ent, nicht gold oder irgen­deine dieser got­t­losen Vari­anten. Im Auss­chnitt darf gern ger­afft wer­den, es soll ja gezeigt wer­den was man (Frau) hat. Bitte die Bluse nicht zu knapp kaufen, größen­mäßig. Die Arme müssen beweglich genug bleiben, um einen Maßkrug zu heben. Und diese ganze Hände zum Him­mel — Angele­gen­heit natürlich.

    Das sieht doch bis jetzt ganz ordentlich aus. Und nun? Das Icing on the Dirndl-Cake: die Schürze. Das Schürzen-Band darf schön breit sein, es muss ja gut sitzen. Außer­dem ist sie sauber abgenäht und endet max­i­mal eine hand­breit vor dem Rock. Sie hat keine Pail­let­ten oder But­tons, sie passt far­blich zum Kleid, steht aber nicht in totalem Kon­trast. Auf ihr sind weder Totenköpfe noch Son­nen­blu­men. Ganz ein­fach beim Dirndl-Kauf einen Bogen um diese Dinge machen und ihr seid schon halb im Bierzelt.

    Jetzt wären wir Trachten-mäßig schon sauber beisam­men, wollen es uns aber nicht an der Ziellinie versauen.

    Ein gutes Dirndl braucht nur wenig, sehr wenig Schmuck. Je opu­len­ter das Chari­vari, desto weniger am restlichen Madl. Anson­sten: Ein schönes Kropf­band, eine kurze Kette mit gutem Anhänger ODER ein fil­igranes Arm­band. Erneut ist schlichter stil­voller. Kein Edel­weiß oder Hirschhorn, kein “I hob di liab” oder Thomas Sabo Bierkrug. Ein Herz, ein Stein, kein Brim­bam­bo­rium. Ähnliches gilt für den ulti­ma­tiven Kopf­schmuck, die Haare.

    Nichts gegen Zöpfe, aber ein guter Zopf braucht ein gewisses Grund­vol­u­men. Darunter sollte man die Fed­ern nicht flechten. Heute haben nicht mehr alle Frauen hüft­lange Mäh­nen und das ist auch okay so. Man darf Haare offen tra­gen. Die klas­sis­che Vari­ante ist natür­lich hochgesteckt. Aber nicht so wie die Mäd­chen­bilder, die ihr auf Tum­blr klickt, mit Sträh­nen die irgendwo rum­fliegen, son­dern g’scheid. Mit Haar­nadeln und so. Gut gemacht hält das natür­lich lange durch, ist aber nichts für arg spon­tane Wiesn-Gängerinnen.

    Mit einem Lächeln überlegen wir jetzt noch wohin die Schleife der Schürze schaut und kön­nen husch tusch auf ins Getümmel!

P.S. Leder­ho­sen sind ein ähnlich gefährliches Ter­rain. Liebe Her­ren der Schöp­fung: Schaut kri­tisch in den Spiegel, schaut euch eure Arme und die Wadl an. Ist das die Figur für ein solches Hemd? Ist da genü­gend Wadl-Substanz für eine Leder­hose? Habt ihr einen Hang zum Hipster-Styling? Dann lasst es. Die momen­tan auftre­tende Spezies der Lederhosen-Hipster ist so ziem­lich das unat­trak­tivste, dessen ich seit langem ansichtig wurde.

P.P.S.: Es gibt keinen Uniform-Zwang auf einem Volks­fest. Es ist kom­plett in Ord­nung nicht im Dirndl son­dern im Som­merkleid oder in Jeans dor­thin zu gehen. Eigentlich gehört man damit dann schon zu den Rebellen und ist ergo schon wieder cool. Denkt mal drüber nach.

04
Sep 2011
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Als ich im Oberland war

Ja Fre­unde der gepflegten Trinkerei, das ist eine Son­der­abfül­lung des besten Bieres der Welt. 3 Liter Tegernseer.


Soll­ten sie sich dere­inst, geneigter Leser, in den bay­erischen untiefen des Ober­lan­des wieder finden und dabei aber spon­ta­nen Appetit auf ital­ienis­che Spezial­itäten entwick­eln, dann gibt es dem­nächst einen Ort an dem sie fündig werden.

Noch wird fleißig ren­oviert in Schaft­lach, gle­ich gegenüber der BOB-Station. Aber lassen sie sich ver­sich­ern, es wird sich ren­tieren. Auch wenn nicht alles gle­ich zusam­men­passt.
Aber das ger­ade macht den Charme aus, beflügelt die Phan­tasie, wenn man als Ren­ovierung­shilfe dort auf­schlägt. So wie ich am ver­gan­genen Woch­enende. Zu ihrer Linken z.B. sehen sie den Tre­sor den die damals ansäs­sige Sparkasse schlichtweg nicht mit raus schlep­pen wollte. Weil, zu schwer.
Auch der wurde abges­taubt, bis er glänzte.

Überhaupt, so eine Restau­rantren­ovierung ist eine inter­es­sante Sache. Nicht zuletzt, wenn der Vorbe­sitzer so eine Art dig­i­talen Ehrgeiz entwick­elte und mal eben 12 Tele­fon­leitun­gen legen lies. Da hatte der beauf­tragte Tech­niker die helle Freude. Und ich sah, wozu 6 Semes­ter Infor­ma­tion­s­man­age­ment gut waren: zum dumm daherredn, wia ma bei uns sogd.

Wenn sie also dere­inst im Romulu sitzen und nach dem per­len­den Weißwein zu ihrem delikaten Tin­ten­fis­chcarpac­chio greifen, dann schauen sie einen Moment durch den Raum und lassen das Ambi­ente auf sich wirken. Wenn ihnen dabei auf­fällt, wie weich sich das Holz der Tis­che anfühlt und wie schön ihre Maserung rauskommt, dann ist es bes­timmt einer von denen die ich mit eige­nen Hän­den dop­pelt geölt habe.

Das ist eine Wein­presse. Sieht komisch aus, ist aber so.

Ich gebe zu, so sehr ich den zukün­fti­gen Restau­rantbe­sitzer (keine Sorge, der Mann macht das schon länger beru­flich, nur vorher woan­ders.) schätze, es bleibt abzuwarten ob die Mit­glieder meines Volksstammes in hin­teren Winkel des Lan­des genug Gefühl in den Geschmack­n­er­ven haben, um zu erken­nen, welches Juwel sich in ihrer Mitte niederge­lassen hat. Schließlich ver­steht Mas­simo nicht nur was vom Essen, son­dern auch von Wein, Musik und Kunst.

Wenn also alle Stoßge­bete erhört wer­den und der Gas­men­sch sich endlich blicken lässt, dann werde ich an dieser Stelle in abse­hbarer Zeit von der Eröff­nung berichten und ein paar ern­sthafte Empfehlun­gen aussprechen. Alles natür­lich nur für sie, liebe Leser.

Ja gut, ein paar let­zte Dekofra­gen müssen wir vielle­icht noch abklären…

Dis­claimer: Ja, das hier ist sowas wie Wer­bung. Aber ern­sthaft, ich lobe kein Restau­rant wo es mir nicht schmeckt. Außer­dem hat der wun­der­bare Mas­simo einige der Bilder gemalt, die mich umgeben. Und er ist, gewis­ser­maßen, ein Fre­und der Fam­i­lie. Mir doch egal.

30
Mar 2011
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The moon and stars seem awful cold and bright

Ah, aus der Fle­d­er­maus” , mein Vater, im Brust­ton der Überzeu­gung.
“Also von Beethoven?” , meine Schwester, die fröh­lich und unwissentlich mit Namen um sich wirft.
Im Hin­ter­grund läuft: Die Cham­pag­ner­arie aus Don Gio­vanni. 2 Minuten später ver­sucht meine Tante meiner Schwester den Unter­schied zwis­chen Beethovens Gehör — und van Goghs Ohrver­lust zu erk­lären.
Ich schnappe nach Luft und kann kaum noch vor lauter Kichern.

Darum liebe ich Wei­h­nachten. In meinem Bauch haben es sich die Lamm­stelzen (es ist allen Beteiligten zu spät aufge­fallen, dass wir uns da wohl unab­sichtlich ein Tra­di­tions­essen zugelegt haben) mit den karamelisierten roten Zwiebeln, glasierten Karot­ten und dem Reis gemütlich gemacht, sie schwim­men im Rupe­stro (Gour­mondo sei dank!), den es dazu gab. (Die Wein-Links sind für … Inter­essierte)

Das? Sieht absichtlich so aus.

Das? Sieht absichtlich so aus.


Nach­dem wir es dieses Jahr wirk­lich alle geschafft haben, irgend­wie keine Zeit zum Geschenkebe­sor­gen zu haben, ver­sprechen wir uns gegen­seitig ein­fach wieder glo­ri­ouse Festschlem­mereien und mis­chen unter bis­si­gen Kom­mentaren Wun­sch­liköre.

Beschäf­ti­gung ist genug da. Ich habe eine Mix-CD mit 150 Songs erstellt, die ich für Fest­tagsrel­e­vant oder Jahre­send­passend halte. Also laufen im Hin­ter­grund Shirley Bassey, LaBrass­banda, der Wei­h­nachtssound­track zu OC Cal­i­for­nia und ein buntes Gemisch an Opernar­ien. Das allein sorgt für genug Nach­fra­gen und fröh­lichem Künstlerraten.

Mein Löf­fel bohrt sich durch alle Schichten des Brat­apfelti­ramisus (so lecker wie es klingt!!) und ich spüle mit Moscato d’Asti nach. Meine Schwester , die erst zum Nachtisch nach ihrer Spätschicht im Haus für Hör­be­hin­derte gekom­men ist, hat Wein und Geschichten dabei (Unbeteiligte haben keine Ahnung wie unter­halt­sam egozen­trische Behin­derte sein kön­nen. Und das mit voller Absicht.) Der Entertainment-Faktor meiner Blutsver­wand­schaft überrascht mich doch jedes Jahr aufs Neue. (Allerd­ings scheint das irgend­wie typ­isch bay­erisch zu sein, woan­ders gets a aso zua)

Während ich später so da sitze, mich durch einen Plätzchen­teller (Marzi­pan­taler!) und später Käse mit Obst esse und zuhöre wie sich meine Mut­ter und meine Tante einen Platz in der Hölle erlästern, frage ich mich, warum andere nicht so viel Spaß an Wei­h­nachten haben. Ern­sthaft, wie kann man das nicht lieben?

Gut, vielle­icht hat mich der ganze Passo Rosso rührselig gemacht, vielle­icht ist mein Hirn von all dem Essen weich gewor­den, aber wirk­lich: Wei­h­nachten rockt.

28
Dec 2009
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