von der digitalen Unversehrtheit und analogen Hindernissen

My body is a cage that keeps me
From danc­ing with the one I love
But my mind holds the key

You’re stand­ing next to me
My mind holds the key

Set my spirit free
Set my spirit free
Set my body free

(“My Body is a cage” ; Arcade Fire)

Weil das Prob­lem ist das Danach. Nein, nicht ganz. Das wahre Prob­lem ist die Angst vor dem Danach. Vor der Zeit, die man wieder mit möglichst wenig Bewe­gung ver­bringt. Weil schon der Augen­blick, in dem der erste Zeh den Boden berührt, Schmerz von dort bis direkt unter die Kopfhaut schickt. Als wäre man mit dem Bein in eine Bären­falle getappt und würde mit sie mit jedem Schritt weiter ins Fleisch treiben.

Dazu die steifen Sehnen. Das Hinken. Der ganze Bewe­gungsap­pa­rat, der nach kurzer Zeit stel­lvertre­tend mitschmerzt, pocht.
Davor habe ich Angst. Und darum kalkuliere ich.

Kann ich es mir erlauben diesen oder jenen Schritt nach draußen zu tun? Ist es das wert? Will ich etwas unbe­d­ingt sehen, erleben und habe ich ein Sicher­heit­snetz, wenn der Fuß schon früher versagt?

Der Fuß. Mein Fuß. Mein dum­mer, unfähiger rechter Fuß.

Wußten sie welcher der Peroneus-Nerv ist? Der Nervus per­oneus pro­fun­dus um präzise zu sein? Das wis­sen tat­säch­lich nur sehr wenige Men­schen. Warum auch, der ist nur inter­es­sant wenn er nicht funk­tion­iert. Sie merken, worauf ich hin­aus will1?

Wenn Frank Ribery den Ball auf seinem Vor­fuß bal­anciert und zwar so, dass die bei­den let­zten Zehen quasi einen Rand bilden der den Ball dort hält, dann sehen sie sehr gut, wofür man besagten Nerv braucht.
Nun kommt man im All­ge­meinen dur­chaus durchs Leben, ohne einen Fußball auf dem Vor­fuß zu bal­ancieren. Aber es gibt natür­lich gute und schlechte Tage. Phasen. Schmerzen, manch­mal ohne Grund.

Dann ver­wan­dle ich mich in eine grim­mige, vom Leben ver­wun­dete, alte Frau, die unbe­d­ingt alle Men­schen aus ihrem Leben vertreiben will, damit keiner kommt und irgend­was von mir will. Damit keiner will, dass ich irgend­wohin komme. Weil ich dann kalkuliere, Angst habe. Und darüber werde ich trau­rig, depressiv.

Momen­tan ist eine schlechte Phase.
Momen­tan stehe ich schon bei der kle­in­sten Unweg­barkeit vor einem mit­tleren Ner­ven­zusam­men­bruch. Dann werde ich ein wenig sprach­los. (Ich! Sprach­los!) Wie soll man es den Men­schen, die einen nicht ken­nen auch erk­lären ?(Hallo Internet! )

Ich habe so viele Jahre damit ver­bracht zäh und wider­stands­fähig zu wer­den, nicht um Hilfe zu bit­ten oder wegen der Schmerzen zu schreien, dass ich jetzt lieber ein­fach Nein sage, anstatt zu erk­lären. Was däm­lich ist, ich weiß. Aber, wenn jemand mit einem Prob­lem wie meinem, einer quasi unsicht­baren Behin­derung (und eigentlich ist das ein kom­plett übertriebener Begriff dafür) geschla­gen ist, macht man so seine Erfahrungen.

Man steht das ein oder andere Mal im Leben außen vor, während die Anderen weiter ziehen. Lachen. Einen Weg in Kauf nehmen. Man selbst steht vor der Wahl den Weg entweder anders zu bewälti­gen, nach Hause zu gehen oder die Zähne zusam­men zu beißen, um den Tag danach mit der Ban­dage und Eis­beuteln zu ver­brin­gen.
Egal wofür man sich entschei­det, es tut weh.

Früher war das weniger ein Prob­lem für mich, ich war schließlich glück­licher Eremit.

Wenn es dann, was sel­ten war, etwas gab, dass es Wert war, das sein musste — dann ging das irgend­wie. Ein langer Einkaufs­bum­mel im Monat. Ein Konz­ert im Viertel­jahr. Alles abhängig von einer fil­igra­nen Zusam­menset­zung aus Tages­form, dem Wet­ter (!), den beglei­t­en­den Men­schen, eventuell beige­fügtem Alko­hol und dem zu erwartenden Endorphinaustoß.

Deswe­gen waren Konz­erte immer gut. Konz­erte halte ich durch, irgend­wie. Ich hüpfe2 ein wenig, kann noch aus der Halle schlen­dern. Nach Hause schaffe ich es irgend­wie. Dann wird der Fuß schon mal ban­dagiert, bevor ich schlafen gehe. Am näch­sten Mor­gen erin­nere ich mich dann krampfhaft daran, wie großar­tig der Abend war. Dass es den Schmerz Wert ist.

Darum, liebe Men­schen die mit mir in Zukunft inter­agieren wollen, seit mir nicht böse, es liegt nicht an euch. It’s not you, it’s me. Bin ich neben­bei eine depres­sive Sozial­pho­bik­erin? Ja, schon. Aber diese Angst, die in meinem Kopf, die kann ich überwinden, das tu ich gerne. Nur die Angst vor den Schmerzen, mit der kämpfe ich jeden Tag.

Dann sag halt ein­fach, wenn es nicht mehr geht!”. Tja, wenn das so ein­fach wäre.
Man will schließlich nicht der Spielverder­ber sein. Also zuckt man mit den Schul­tern und ver­ab­schiedet sich, bevor man erk­lärt, dass man das näch­ste angestrebte Ziel nicht mehr erre­ichen kann.

Auf der Exkur­sion in Kap­stadt war ich nach einem lan­gen Tag die erste, die zurück ins Hotel wollte. Also begann ich mich im Pub von den anderen zu ver­ab­schieden. Der wis­senschaftliche Mitar­beiter (der bei den Meet­ings dank fehlen­der Englisch-Kenntnisse den Mund nicht auf­bekam) meinte daraufhin “Höhö, in deinem Alter hab ich aber länger durchge­hal­ten!“
In meinem Kopf tat es eine kleine Explo­sion. Ach ja? Hat­test du in deinem Alter auch zwei Achi­lessehnen­ver­längerun­gen, eine Gelenkkapselöff­nung, 5 frisch gestreckte Zehen und einen Titan­nagel als Rest einer Bein­ver­längerung hin­ter dir, IDIOT?
Ich habe mit den Schul­tern gezuckt. Ein “Tja” gemurmelt und bin weg.

So oder ähnlich ist es oft. Nicht immer. Ehrlich, ich habe so oft auch Ver­ständ­nis und Zuwen­dung erfahren, dass es diesen Per­so­nen gegenüber allein schon unver­schämt ist, nicht mehr Ver­trauen in die Men­schheit zu haben. Aber…nun ja. I’m not the type of girl to rely on the kind­ness of strangers.

Die Samm­lung der Erfahrun­gen aus dieser kleinen, kaum ern­sthaften Behin­derung her­aus, haben mich geprägt. Dr. House, any­one? Schmerzen, der Gedanke daran, das bee­in­flusst die Per­sön­lichkeit. Von Anfang an.

Es gibt eine Geschichte, die meine Mut­ter gern erzählt. Darüber, wie ich mich mit einer Kindergärt­nerin angelegt habe. Erst vor kurzem hab ich sie gefragt, was eigentlich passiert war.

Ihr habt einen Waldspazier­gang gemacht und du warst eben nicht ganz so schnell. Du hat­test dein eigenes Tempo, das war auch vernün­ftig. Weil die dumme Kuh aber nicht auf dich warten wollte, hat sie dir gesagt du sollst schneller gehen. Und sie hat dir auf die Fin­ger gepatscht.
Und du hast ihre Hand genom­men und zurück gepatscht.
Sie hat mich dann angerufen und wollte darüber reden, dass das so nicht geht. Ich habe ihr gesagt, dass sie sich bei dir entschuldigen muss — sonst würde ich beim Eltern­abend über ihren Umgang mit beein­trächtigten Kindern reden, laut.
Und dir hab ich gesagt, dass du dir nie etwas gefallen lassen darfst, nur weil du nicht so schnell bist wie der Rest.

Ich bin kein frag­iles Geschöpf. Dafür sind meine Ober­schenkel auch zu nilpfer­dar­tig. Man sieht mir auch Schmerzen erst an, wenn es wirk­lich übel ist. 3Ich gehe keinem Streit aus dem Weg, ich halte was aus.
Ich gehe gar nicht immer mit Absicht auf Abstand. Ich bin nur ein wenig hin­ter­her.
Ich habe eben mein eigenes Tempo.

  1. Wobei ich nicht ohne Stolz anmerken darf, dass meine Sorte Fall sich nicht in der Wikipedia wieder findet. Zu speziell. Weil, seit Geburt. Daher unerk­lär­lich. Ein Rät­sel der Medi­zin. Ist manch­mal auch unter­halt­sam. Also, wenn man sich die Man­deln raus­nehmen lässt und mor­gens aufwacht, weil der Ober­arzt nach dem faszinieren­den Unter­schenkel greift, um ihn gegen halb sieben Uhr in der Früh ALLEN Assis­ten­zärzten zu zeigen, zum Beispiel. Das ist , im Nach­hinein, lustig.
  2. Okay, seien wir ehrlich — ich wippe mehr so. Ich kann nicht hüpfen. Nicht sprin­gen. Nicht ren­nen. Nicht tanzen. Dafür bin mich gar nicht so übel im beobachten und dabei lästern. There’s always an upside.
  3. Auf Nach­fra­gen wie “Geht’s noch? Hast du Schmerzen?” antworte ich blöder Profi dann gerne mit “Ist gle­ich vor­bei. Halb so schlimm.” oder, der Klas­siker “Jetzt noch, aber nicht mehr lang” (da ist es dann längst zu spät). Sollte mir für diese Gele­gen­heiten einen Klapp-Gehstock besor­gen.

28
May 2011
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vom Schreiben übers Schreiben schreiben.

via habichkom­plettvergessentschuldigung

Dieser Post hat eine lange Entwick­lung hin­ter sich. Erst sollte es um Schreibtech­nik und Aufwand gehen, um die Wirrun­gen des Bloggens. Irgend­wann dann, nat­u­rally, um Schreib­block­aden, ums sich selbst leer-schreiben. Zwis­chen­zeitlich kamen Notizbücher zur Sprache, das Gefühl von Tinte auf Papier und nos­tal­gis­ches Blät­tern in alten Seiten.

Dann kam ich mit jeder Zeile einem Kern näher, einer Erken­nt­nis die mich plagte.

Während meiner Adoleszenz habe ich mit Hilfe von Musik und Hor­mo­nen seit­en­lang schw­ere­los dahin geschrieben. Geschichten. Kom­mentare. Stream of con­scious­ness. Es kam, es flowte ger­adezu dahin. Man wird älter. Die Ansprüche steigen.

Als ich vor fast 10 Jahren anf­ing, ins Inter­net hineinzuschreiben, hatte ich einen kleinen Blog. Ein kaum besuchter Ort im Netz, wo ich die Fre­unde aus Chats und Foren an mir und meiner sich for­menden Depres­sion teil­haben lies. Nur, dass ich damals keinen Namen für diesen Nebel in mir hatte. Dort wur­den auch die kleinen Fehden und großen Fre­und­schaften besiegelt, die uns, als erste Tee­niegen­er­a­tion mit DSL-Zugang prägten. (Foren! Chats!!).
Dafür habe ich mich mit wirren Buch­stabenkom­bi­na­tio­nen von FTP über HTML und CSS zu CMS und PHP beschäftigt. Diese Aben­teuer bee­in­flussten let­z­tendlich meine Stu­di­en­wahl, so wie das Inter­net als ganzes in Zukunft mein Beruf­sleben bee­in­flussen wird.

Nur, über all das bin nicht nur ich, son­dern ist auch mein Schreiben prag­ma­tisch gewor­den. Geord­net. Ein Ein­trag soll bitte ein Thema haben, ein Ziel. Und wenn mir grade nichts ein­fällt, das nicht schon in drölfzig anderen Blogs vorkam, dann lasse ich es.

Das ist irgend­wie schade, glaube ich.

In let­zter Zeit finde ich viele Blogs derer, die jetzt mit Schule, Fre­und­schaften und der Welt kämpfen. Ihre Tum­blrs und Blogs mit Bildern von Mäd­chen­füßen auf Asphalt und Tex­ten über Vergänglichkeit und Gefühle rühren etwas in mir, graben eine alte Sehn­sucht aus.
Ich ertappe mich dabei, wie ich mit wün­sche, das taube Gefühl mancher Tage in einen Text zu klei­den, der nach Regen riecht und zu dem Gitar­ren­zupfen gehört.

Die Frage ist, habe ich tat­säch­lich die Fähigkeit dazu ver­loren oder bin ich so damit beschäftigt auf vie­len Plat­tfor­men zu posten, zu disku­tieren und lustige Videos zu sehen, dass ich nicht mehr die Worte habe, um auch noch aus mir selbst ein Thema zu machen?

Dabei lese ich selbst am lieb­sten Blogs, dir mir Geschichten aus dem Leben eines Men­schen erzählen. Wo jemand auch vor den eige­nen Befind­lichkeiten nicht halt macht, mich mit einer Schwäche kon­fron­tiert.
Mein Auge für Geschichten ist genau deshalb eigentlich so gut wie nie. Wie ein Spürhund sehe in ich meiner Umge­bung, in meinem eige­nen Leben Stoff für eine gute Episode Leben. Und dann… kann ich sie nicht aufschreiben.

Ist das eine Schreib­block­ade? Mit­tler­weile denke ich, es ist eine Grenzblock­ade. Alles was ich an Medien kon­sum­iere, also lese, sehe, höre , teile ich ohne­hin. Auf Twit­ter, Face­book mit den Shared Items des Google Reader. Auf Twit­ter wer­den auch die The­men des Tages durchdek­lin­iert. Was bleibt also? Die kleinen, ganz per­sön­lichen Dinge. Die Fam­i­liengeschichten, die Insid­er­witze und das eigene Gefühl.

Es gibt da wohl etwas in mir, das diese Dinge behal­ten will. Oder zumin­d­est mein Kontin­gent an Geteil­tem ein­schränkt. Ich werde eine innere Inven­tur machen müssen, um wirk­lich her­auszufinden ob das was, oder doch das wie viel entschei­dend dafür ist, was von mir in den Net­zweiten steht. Ein­fach mal eine Diskus­sion sein lassen, einen Artikel allein für mich lesen, ohne gle­ich den Link weit­erzuleiten und am Ende schauen, fühlen, was jetzt noch raus muss.

Also ein biss­chen so tun, als wäre ich grade erst im Inter­net angekommen.

03
May 2011
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Endlich hat der stolze Zyniker wieder Zeit für seine Schachtel

HNU / Winter 2010 / they call it Kunst am Bau

HNU / Win­ter 2010 / they call it Kunst am Bau

Ital­ienisch lief noch ganz gut. Ich mag ital­ienisch. Ich sollte mehr ital­ienisch in mein Leben integrieren.

Die interne Kom­mu­nika­tion .. nun, mein Ehrgeiz wurde mir zum Ver­häng­nis. Aus­gang ungewiss. Aber immer­hin. Dass noch am gle­ichen Abend die englis­chen Ver­hand­lun­gen abgeschlossen wur­den, war für alle Seiten zufriedenstellend.

Die Woche war überhaupt eine Kom­mu­nika­tive, wurde die Ver­tiefung der Unternehmen­skom­mu­nika­tion wohl erst­mal abgeschlossen. Was ja nicht heißt, dass nicht Teile, also Didak­ten wiederkehren kön­nen. Wie Zom­bies. Willkom­men im inter­cul­tural Man­age­ment. Aber dazu später.

Es fol­gte der Höhep­unkt und damit die Nieder­lage der Kampf­woche in It-Andwendungen und Geschäft­sprozesse. Ich weiß ja auch nicht. Wirk­lich. MLP-Schema? EPK-Ablauf? Klassen­mod­ell? (wo bin ich hier, dem 19. Jahrhundert?!)

Aber keine Zeit zum Aufre­gen, das Kom­mu­nika­tions­de­sign wollte been­det wer­den. Und um in der Prozesssprache zu bleiben, es wurde wohl eher zwangs­been­det, um nicht zu sagen abgewürgt. Ce la vie.

Apro­pos Design.. nun ja, die Medi­en­de­sign­herrscher und ich, das wird so bald nix mehr. Was ja nicht heißt, dass es nicht noch sein wird müssen. Und Gle­iches gilt zwar für die Medi­en­tech­nik, aber wenn mein Über-Ich beschlossen hat, jeman­den nicht zu mögen findet es physisch Wege mich auch von dort fern zu hal­ten. Dass man ohne mit der Wim­per zu zucken ein Attest abgeben kann, auf dem eine Ent­gleisung diag­nos­tiziert wird, war mir auch nicht klar.

Mit neuer, let­zter Kraft schlep­pen wir uns über die Linie, beim Infor­ma­tion­s­man­age­ment. Wo wir Alter­na­tiven zu Win­dows vorschla­gen und fröh­liche Hypothe­sen zum Benutzer­vorteil von SAP aufstellen.

Als man glaubt, dann endlich zusam­men­brechen zu kön­nen schle­icht sich noch Englisch um die Ecke, nur um einen aufs Podest zu zehren, wo man reden soll. Nun gut. Wenn ihr den meint.

Und darauf, Fre­unde der Sonne, ein Bier. Oder zwei.

[Aus: Was macht man eigentlich, wenn man Infor­ma­tion­s­man­age­ment und Unternehmen­skom­mu­nika­tion studiert? — Antwort: Das.]

09
Feb 2010
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hallo Selbst. Na, merkst du was? Sie wer­den wieder mehr, diese Tage. So wie heute. Wo du dich ger­ade noch zu einem solchen Briefchen überre­den lässt.
Weil du grade wieder vor­lauter Angst und Grauen und Leben­sun­willen nicht weißt wie es weit­erge­hen soll. Mieses Feel­ing, so vom Gefühl her, hm?

Kön­nen wir uns für 2010 darauf eini­gen, dass wir es jetzt ein­se­hen? Dass dieses Getue um Melan­cholie und Dra­matik und deine mis­an­thropis­che Ader ein biss­chen mehr sind, als eine schrul­lige Eige­nart oder eine Art spezieller Lebensstil.
Es ist eine Krankheit. Eine, die du dir schon vor ein paar Jahren einge­fan­gen hast. Da warst du grade anfäl­lig, ver­ständlicher­weise. Aber du dacht­est ja, du hättest es im Griff. Geht schon, irgend­wie. Schön blöd von dir. Das hättest du auch eher merken kön­nen. Aber, du musstest ja irgend­was logis­ches vorschieben. Zu viel Streß (hey, du magst dein Studium!), zu wenig Kohle (ah ja, und warum hast du deinen Frust nicht schon lang bei der Bafög-Lady abge­lassen, so wie sonst, hm?), zu viel Neues. (hä? Du meinst die Par­ties und Fre­unde und Ein­ladun­gen? Gemocht wer­den überfordert dich… Okay. Punkt für dich. )

Und das wo wir grade ler­nen uns miteinan­der anzufre­un­den. Und hin und wieder ein biss­chen Zukun­ft­shoff­nung entwick­eln. Jetzt ruinier das doch nicht. Ja gut, dann lassen wir uns eben wieder helfen. Kann doch so schlimm nicht wer­den. War doch let­ztes Mal auch ganz Amüsant. Ja, okay, nicht nur. Aber.

Schau dich mal um. Diese anderen Men­schen. Die du oft so … befremdlich find­est. Die sind nicht schlecht, gell? Nimm das doch mal als Moti­va­tion. Überhaupt: Moti­va­tion. Setz es als erstes auf eine deiner heili­gen To-do-Listen. To do: Mir helfen lassen.

Ist doch mal ein Anfang. Du hast doch schon vor einer Weile raus­ge­fun­den wie es nicht enden soll. Außer­dem willst du ja wis­sen was mit Echo passiert. Und den­Win­ches­ter Jungs Und dem neuen Doc­tor. (Tjaha, dacht­est du ich schrecke davor zurück deine Nerd-Obsessionen mit der fik­tionalen Welt für meine Argu­men­ta­tion zu nutzen, oder wie?)

Also. Dur­chat­men. Wir kriegen das hin. Klopf dir zwis­chen­durch auch mal auf die Schul­ter für die Dinge die du schaffst anstatt dich immer so runter zu machen weil irgend­was nicht klappt. Wir sind alle irgend­wie Loser. Aber manche von uns sind fröh­lich dabei, pro­bier das mal.

P.S.: Ist zwar ein wilder Vorschlag, aber, wie wärs mal mit weniger Denken? Nur so, als.. Versuch.

13
Jan 2010
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