Ich kann mich nur schwer bei solchen Dingen entscheiden, darum habe ich das für mich erweitert. Für jede Kategorie gibt es daher in guter Award-Tradition einen winner, einmal runner-up und ein honorable mention.
Kings war wohl einfach zu groß, zu episch für einen Sender wie NBC. Nicht weniger als die Geschichte Davids aus der Bibel wurde hier in ein alternatives Universum versetzt. Eine Stadt die nach dem Krieg neu erbaut und von der Königsfamilie beherrscht wird — mit allem was unser modernes Leben kennt. Ein Junge, der als Soldat mit halsbrecherischen Aktionen den Prinzen rettet und in die Gunst des Königs gerät. Obwohl der bald schon ahnt, dass dieser Goldjunge sein Ende bedeuten könnte.
Der hoch klassige Cast, die Ausstattung und das langsame heranziehen der großen Storyline hätten HBO oder AMC gut zu Gesicht gestanden, bei NBC bekam die brillant gespielte Serie nur eine kurze Staffel und endete leider mitten im ersten ganz großen Konflikt. Kings hatte Potential für eine Saga wie Deadwood oder die Sopranos, zuviel Potential für einen Sender, der sich keine Experimente mehr erlauben will.
Meet: Charlie Crews. Detective, Obstliebhaber, ZEN-Anhänger, Multimillionär. All das ist er, weil er als junger Polizist für den Tod an seinem Freund und dessen Frau verurteilt wurde, lebenslänglich. Nach 12 Jahren stellt sich seine Unschuld heraus. Er bekommt seine Marke zurück und verdammt viel Schmerzensgeld. Aber er geht zurück in den Dienst, schließlich muss er wissen wer ihm das ganze damals unter geschoben hat.
Und ja, ich weiß, das klingt wie ein verdammt einfallsloser Plot für einen Action-Rache-Streifen mit Stallone oder so. ABER. Charlie Crews ist anders.
Da ist das Geld, das er fröhlich in Autos, eine Villa und eine Orangenplantage investiert (Der Mann hatte 12 Jahre kein frisches Obst, sie verstehen). Da sind die ZEN — Gebote und Buddha-Zitate mit denen er durch den Tag kommt. Charlie Crews ist der fröhlichste Cop der in einem Procedural der letzten Jahre losgelassen wurde. Und dazu hat er eine interessante, clevere Hintergrundgeschichte. Auch seine Fälle sind nicht immer das, was sie scheinen.
Genau das hat der Serie wohl das Genick gebrochen. Nicht so düster wie Law&Order, nicht so High-Tech wie CSI aber nicht neurotisch genug für Monk. Schwer einzuordnen. Aber so, so liebenswert. Grade auch Nebenfiguren (unbestechliches Qualitätsmerkmal: eine Serie, in der Christina Hendricks auftaucht ist gut. More on that later.) Außerdem hat Crews ausgerechnet die Jahre 95 bis 2007 nicht mitbekommen. Google? Handys? WAS??
In LIFE gibt es keine Kallauer-Dialoge, sondern die Story schafft komische Situationen. Und wenn in der zweiten Staffel langsam klar wird, wie umfassend und verwoben die Geschichte um Charlies Fall ist, hält man vor Spannung schon mal den Atem an.
Gottseidank kann man auch wieder ausatmen, den mit einem kleinen Geniestreich am Ende der zweiten Staffeln endete Life viel zu früh. Hi there NBC, again.
Sollte ich eines Tages zu viel Geld und Zeit kommen werde ich Joss Whedon anrufen und ihm sagen er soll den großen roten Knopf drücken, die Serenity startklar machen.
Was Firefly ist? In a nutshell: Unsere Erde ist Geschichte und die Menschheit hat sich über Universen verteilt. Unabhängig von der herrschenden Allianz fliegen Captain Mal und seine Crew mit der Serenity durch’s Verse und transportieren wofür auch immer sie bezahlt werden. Legal ist da ein variabler Begriff, schließlich herrschen auf den Planeten Zustände früher Besiedelung. Neben der Crew mit Kämpferin Zoe, deren Ehemann und Pilot Wash sowie Mann für alle Fälle Jayne und der Maschinenzauberin Kaylee nehmen sie im Laufe der Reise den Priester Book sowie den Arzt Simon Tam und dessen Schwester River auf. Simon hat Tam aus einer … Institution der Allianz entführt.
Ergo: Sie sind auf der Flucht. Und sie sind Rebellen. Yehaaa!
die Crew
Fangen wir mal so an: eine Serie die 2002 — 2003 nur eine halbe Staffel und später einen Kinofilm hatte, aber bis heute fanatische Anhänger hat — was um Himmelswillen hat es damit auf sich?
Nun, es gibt da ein paar Faktoren. Nummer 1: Joss Whedon. Der hatte mit Buffy und Angel bewiesen, dass er was von Ensembles, Dialogen und Charaktertiefe versteht aber gleichzeitig Stories von grenzenloser Fantasie konstruieren kann. Auf die Art schafft man sich Fans. Ach was sag ich, kultische Anhänger. Die jedes folgende Projekt sowieso unterstützen würden. Weil die meisten Nerds sind und wissen, dass es bei Genreproduktionen oft knapp wird. (Übersetzung: der Name Joss Whedon wird im Laufe dieser kleinen Serie das ein oder andere mal noch ziemlich oft Erwähnung finden.)
Speaking of Genre: Western. Sci-Fi. Abenteuer. Verschwörungstheorien und neue Welten. Alles in einer Show. Oh, und Herz. Und Witz. Davon schäumte diese Show quasi über.
Ich könnte an dieser Stelle komplette Dialoge zitieren oder lang und breit von den großartigen Beziehungsgeflechten reden, aber es wird der Vielschichtigkeit des Ganzen nicht wirklich gerecht.
Was ich sagen will: Firefly wächst ans Herz. Es nistet sich ein und lässt nie wieder los. (Fragen sie mal Nathan Fillion aka Captain Mal.)
Und wer einmal ein Browncoat ist, wird dieser Show für alle Zeit nachtrauern.
P.S. Christina Hendricks mit ohne Klamotten und Mark Sheppard spricht dreckiges Irisch!