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Die Oscars 2012 und der Bechdel-Test

Die Oscars 2012 und der Bechdel-Test

Die Macherin­nen von Fem­i­nist Fre­quency haben sich mal die nominierten Filme für den Oscar 2012 angeschaut und frischen dabei gle­ich mal den Bechdel-Test auf.

18/02/2012 0 comments
Patschismus

Patschismus

Es ist ja immer so eine Sache, wenn das Inter­net lacht.

Zuletzt hat ein großer Teil des Inter­nets über kleine Kinder gelacht. Also, deren Namen. Auf dem Tumblr-Blog chantalismus.tumblr.com wer­den gar her­rliche Geburt­sanzeigen neuer Erden­be­wohner gezeigt. Und warum? Weil ihre Namen … aus dem Raster fallen.

Und — zack! — es fand sich ein Grund, nicht darüber zu lachen. Das wäre Klas­sis­mus. Klas­sis­mus?

Klas­sis­mus beze­ich­net die sys­tem­a­tis­che Diskri­m­inierung bzw. Unter­drück­ung einer Gruppe durch eine andere, basierend auf ökonomis­chen Unter­schieden. Diese Unter­schiede basieren nach dem Klassismus-Begriff wiederum auf den einzel­nen Posi­tio­nen im Sys­tem von Pro­duk­tion und Verteilung.

Sprich: Wer über Chan­tal und Kevin lacht, lacht über deren Eltern, die ja zwangsweise aus einem bil­dungs­fer­nen Milieu kom­men müssen. Ach, müssen sie?1

Und schauen Sie, das ist die Stelle wo es für mich schwierig wird. Ich bin ja die erste die gegen Body-Snarking und Sex­is­mus skandiert. Schließlich sind Geschlecht und der eigene Kör­per Dinge, die wir nur bed­ingt bee­in­flussen kön­nen. Darauf reduziert und deswe­gen her­abgestuft zu wer­den empfinde ich als wirk­liche Anfeindung.

Und wür­den wir direkt über die Kinder lachen, wäre es auch hier wohl der Fall. Für meinen Teil, und ich empfinde dass ich aus­nahm­sweise einer Mehrheit ange­höre, lache ich über Eltern, die sich im Hor­mon­rausch für der­lei Buch­stabenkom­bi­na­tio­nen entsch­ieden haben.

Assozi­iere ich dies mit deren Bil­dungsniveau? Nö. Aber lassen Sie mich erk­lären. Meine Lei­den­schaft für abstruse Namen existiert schon eine Weile und so habe ich mich auch schon an anderen Stellen im Inter­net amüsiert, wo die neuen Erden­bürger aufgezählt wer­den. (Wenn Ihnen mal an einem ver­reg­neten Sonntag-Nachmittag lang­weilig ist — die Foren, in denen wer­dende Müt­ter über Namen disku­tieren sind ganz großer Sport.)
Was ich dort schnell gel­ernt habe: Es ist nicht nur Gelsenkirchen. Es sind nicht nur Hatz4-Empfänger. Und wer denkt, es wären nur spez­i­fis­che Grup­pen (Klassen), die ihren Kindern gern selt­same Namen ver­passen (Du! Bist! Eine! Einzi­gar­tige! Schneeflocke!), muss drin­gend mehr raus in die Welt.

Oder ver­muten Sie hin­ter den Geschwis­tern Mandy und Philadel­phia die Eltern Herr Pro­fes­sor und Frau Dr.? Sie existieren. Nicht alle Akademiker nen­nen ihre Kleinen Emma und Paul. (Wenn die Eltern Wal­dorf­schüler waren auch mal Emil und Paula.) Von der Spitzen-Idee Kinder Ophe­lia oder Ähnliches zu nen­nen, ganz zu schweigen. Macht es einen Unter­schied ob die Kinder nach Miley Cirus oder der Lieblings­figur aus einer Wagner-Oper benannt wer­den? Franzö­sis­cher Namens-Wahn ist nicht besser, klüger oder inter­es­san­ter als englis­cher. Wirk­lich.
Es existiert auch eine Fre­undin meiner Schwester die überraschend und sehr jung schwanger wurde. 8 Monate lang sam­melten wir Namen, einer schöner als der andere. Wir haben nur einen Moment nicht auf sie aufgepasst, da müssen die Hor­mone zugeschla­gen haben. Ihr Töchterchen ist heute eine von 3(!) Aaliyahs im örtlichen Kinder­garten. Im beschaulichen Ober­bay­ern. Die anderen Eltern? Vom Inge­nieur bis zur Kranken­schwester alles dabei.

Nicht zuletzt ist “Chan­talis­mus” ja auch sehr tem­porär und sub­jek­tiv.
Als Mama-Patsch sein­erzeit mit mir schwanger war zum beispiel. Der betagte Fraue­narzt kon­nte nicht genau sehen, was es wird, ging aber auf­grund der schmalen Hüften (Ha! Infam! Lüge!) davon aus, dass ich ein Junge werde.
For­tan standen zur Auswahl: Philip (meine Mut­ter), Franz Xaver (meine Groß­mut­ter) und Zebu­lon (Mein Vater. Eine Geschichte für ein ander­mal.). Wie sie hier lesen, kam stattdessen dann ich zur Welt und es galt zu improvisieren.

Etliche klas­sis­che Namen waren in der Ver­wandtschaft schon vergeben und das schwarzge­lockte Mäd­chen sollte ja auch nicht Katha­rina Num­mer 3, San­dra Num­mer 4 oder Monika Num­mer 5 in der Umge­bung wer­den. Da fiel meiner Mut­ter Isabella von Lospichl ein. Zusam­men mit dem Mantra “eine Putzfrau heißt nicht Isabella” (okay, da war wom­öglich ein Hauch Klas­sis­mus im Spiel.) wurde so mein Vor­name ausgesucht.

Es kon­nte nie­mand ahnen, dass die Welt 25 Jahre später von Isabella Swan heimge­sucht wer­den würde. (Ich habe also einen Extra-Grund Frau Meyer zu ver­ab­scheuen. Yay Me!). Wis­sen Sie welcher Name seit­dem die Hitlis­ten weltweit hin­auf klet­tert, Bil­dungsniveau oder nicht? Genau. Also lassen Sie uns lachen. Wenig­stens bis es uns im Halse stecken bleibt.

  1. Mir ist natür­lich klar, dass Chan­talis­mus und Kevin­is­mus nicht nur lustige Kennze­ichen hat. Damit hat sich auch die Wis­senschaft beschäftigt. Trotz­dem möchte ich hier konzen­tri­ert über das Spot­ten, nicht den direk­ten Umgang reden. Da ver­lange ich schlichtweg von jedem zivil­isiertem Men­schen den gle­ichen Respekt.

19/01/2012 8 comments Read More
Von der Weiblichkeit des Zupfens

Von der Weiblichkeit des Zupfens

Ange­fan­gen hat es so:

Doch nein: Zu 99 Prozent ist anschließend die Strumphose um min­destens 90 Grad, bis zu 360 Grad spi­ralver­dreht am Bein und ziept. Es dauert Minuten, bis sie ger­adeaus zurecht­gezup­pelt ist.

  • Frau Kalt­mam­sell beklagt die Mühe des Strumpfho­se­nanziehens. Zurecht.
  • Und auch wenn sie die Vok­a­bel “zurecht­gezup­pelt” ver­wen­det, musste ich sofort ans Zupfen denken. Und wie typ­isch diese Zupfende, schon in ihrer Aus­führung leicht wehk­la­gende Bewe­gung ist. Wie typ­isch weib­lich auch, auf eine Art. Denn das Mar­tyrium des Zupfens beginnt im Leben einer Frau schon arg früh. Als kleine Mäd­chen will die wär­mende Strumpfhose unter der eigentlichen Hose zurecht gezupft wer­den. Auch Mützen und Hand­schuhe sind ständige Zupfherausforderungen.

    Während das andere Geschlecht bere­its hier etwas grober und mit angestrengtem Gesicht­saus­druck zu Werke geht — wir zupfen.

    Hinein in die Pubertät und es beginnt die näch­ste Diszi­plin im großen Zupf-Mehrkampf. Denn überschüs­sige Haare über der Nasen­wurzel und der Ober­lippe wollen ent­fernt wer­den. Die Pinzette wird unsere Ver­bün­dete im Kampf gegen die Mono-Augenbraue. Wir entwick­eln Tech­niken und informieren uns über unter­stützende Helfer­lein, die den Schmerz und die Entzün­dun­gen min­imieren sollen. Es wird gekühlt und gepeelt, damit das Zupfen leichter fällt.

    Mit­tler­weile kommt uns die Indus­trie zu Hilfe und entwick­elt mit dem Epilierer ein Gerät, dessen einzige Spezial­isierung das schnelle Zupfen ist. Von wegen Mul­ti­funk­tion. Nichts außer Zupfen. Die jun­gen Her­ren? Rasieren. Nass oder elek­trisch, blut­triefend oder mit zuviel Rassier­wasser. Wir Zupfen.

    Und finden das nicht ein­mal beson­ders selt­sam.
    Ist Zupfen damit ein Klis­chee? Ein Stereo­typ? Sind wir, auch als mod­erne Fem­i­nistin­nen, Oper einer großen Zupf-Verschwörung? Ander­er­seits: Zupf-Instrumente. Da kom­men plöt­zlich auch die Her­ren der Schöp­fung zu ihrem Zupf-Grundkurs. Wobei überraschend viele auf Nach­frage das, was sie da mit einer Gitarre tun gerne “Schram­meln” nen­nen. Warum auch immer. Zupfen ist schließlich aller Ehren wert.

    Wir seufzen, während wir auch als Erwach­sene die Strumpfhose zurechtzupfen und schließlich ein­mal von oben bis unten über das Out­fit zupfen — bis es sitzt, wie es soll. Finden wir uns selbst dann ordentlich genug, spitzen wir Dau­men und Zeigefin­ger erneut — schließlich will der Kra­gen am beglei­t­en­den Her­ren auch zurecht gezupft wer­den.
    Ganz so, als hätte uns die Natur das Zupfen als übergreifende, küm­mernde Fähigkeit mit­gegeben. Eine uralte Kul­turtech­nik, die sprechende iPhones hin und Laser­haar­ent­fer­nung her , in allen Lebensla­gen zur Gel­tung kommt.

    Schließlich kann Zupfen auch despek­tier­lich sein, herabsetzend.Wenn wir es wollen. Oder auf­munternd, optimistisch.Zupfen als non­ver­baler Beziehungsaus­druck. Da schlum­mern doch gle­ich mehrere Dis­ser­ta­tio­nen, oder nicht?
    Und liebevoll, wenn man der eige­nen Tochter am Ende wieder die Strumpfhose zurecht zupft, damit sie raus­ge­hen kann und mit den Lackschuhen und der frischen Strumpfhose in eine Wasserpfütze springen.

    Apro­pos, Zupfen als verbinden­des Element.

    25/11/2011 1 comment Read More
    /elsewhere

    /elsewhere

    Schon ein paar Tage her, aber immer noch mit großem HACH, ich durfte den Frage­bo­gen der Mäd­chen­mannschaft als WWW-Girl aus­füllen und war bis jetzt damit beschäftigt vor Stolz zu platzen.

    26/08/2011 0 comments Read More