Honorable mention: Marshall holt Lily vom Flughafen ab (How I met your mother, Season4 Episode 13)
Oh Lilly und Marshall. Niemand erweicht mein romantikfreies Herz wie ihr beiden. Soll doch Ted seine Traumfrau suchen bis er schwarz wird und Barney bleibt eh immer Barney. Aber ihr zwei, bleibt bitte meine Inspiration für all die Liebe in dieser Welt.
Runner-up: Adelle DeWitt versammelt die Gang (Dollhouse, Season 2 Episode )
Es ist ein seltsam siegreiches Gefühl, wenn eine Figur von der man es nie recht wußte am Ende doch auf der richtigen Seite steht und dabei einfach einen guten Plan hatte. So wie Adelle DeWitt, die gestrenge britische Chefin in Dollhouse, die so glaubhaft den Eindruck erweckt, dass sie Echo und die anderen loswerden will, um innerhalb der Rossum Corp. auf zu steigen.
Aber was ist schon so wie es scheint.
Der Lohn für den konstanten Glauben bekommt der Zuschauer dann kurz vor dem Showdown, als die coole Adelle ihren Plan offenbart und ihre Truppe von loyalen Kämpfern zusammen ruft. Es ist einer der ultimativen Hell Yeah — Momente im Schlußspurt von Dollhouse und ein weiteres Kapitel in der Serie: Joss Whedon schreibt Ensemble-Szenen wie niemand sonst.
[Ich finde das passende Video noch, versprochen]
Winner: Gregory House steht auf (House, Staffel 2 Episode 13)
Plötzlich vor dem Fernseher in Tränen auszubrechen ist nicht meine Art.
Aber manchmal gibt es Szenen, die scheinen wie ein De ja vu. Man fühlt buchstäblich was in der Figur vorgeht. Eine Ultimative Szene ist eine, die aus dem eigenen Leben stammen könnte.
Ich langweil euch hier nicht nochmal mit meinen favorisierten Serien, hier wird ein bisschen abgewechselt, ja?
Honorable mention: Dr. House: Three Stories (Season 1 Folge 21)
Ach Dr. House. Wie konntest du, ein brillianter schmerzmittelabhängiger Arzt zu meiner wichtigsten Identifikationsfigur im TV werden? Unter anderem durch die geniale Folge three stories. Dr. House hält eine Vorlesung und erzählt die Geschichte von 3 Patienten — alle drei präsentieren Schmerzen im Bein. Nachdem Carmen Elektra Golf gespielt und 2 der Fälle gelöst wird, offenbart sich ein noch viel schmerzhafter Kern in der Geschichte des dritten Beins.
Denn es ist das von Dr. Gregory House. Und es ist die Geschichte wie er zu seinem Stock, seinem Zynismus (Sarkastisch war er vorher schon) und seiner Spezialität, der Diagnostik, kam.Im Laufe der Folge geht es nicht nur darum, wie wichtig eine schnelle und richtige Diagnose ist, sondern warum es gar nicht so wahnsinnig viel hilft, wenn ein Arzt möglichst mitfühlend gegenüber seinen Patienten ist. Ärzte und Schmerzen in Serien sind generell eine eigentlich heikle Sache (warum zum Teufel gibt es so viele Arztserien?), weil fast jeder von uns irgendwann auf eine Stelle trifft, zu der er einen direkten Bezug hat. Nur meistens sind dieser vorübergehender Art. Oder so drastisch, dass sie sich einordnen lassen. Aber ist jemand, der ein bisschen hinkt und schmerzen hat schon “richtig” behindert? Und rechtfertigen die Schmerzen die emotionale Abschottung, die Veränderung des Charakters?
Mir wurde erst mit dieser Folge klar, das die Autoren von Dr. House vor diesen Fragen nicht halt machen. Was für viele Zuschauer sehr faszinierend, aber fremdartig scheinen mag und, dank der Intelligenz und des Wortwitzes von Dr. House selbst, unterhaltsam. Für eine Handvoll von uns ist es ein bisschen mehr. Ein bisschen closer to home, sozusagen. Allein darum, werde ich dieser Serie nie untreu werden. Egal wie abwegig es manchmal wird — medizinisch und persönlich.
Runner-up: Buffy: Once more with feeling (Season 6 Folge 7)
Was soll ich zu einem Meisterwerk noch groß sagen? Buffy hatte in den Jahren zuvor schon jedes Klischee zerschlagen. Eine erfolgreiche intelligente Serie über ein blondes Teenagermädchen, das Vampire jagt? Ja genau. Und clever, witzig, voll mit starken weiblichen Charakteren ( I love you, Joss Whedon.) und eine glaubhafte coming-of-age Geschichte der beteiligten Figuren. Die Monster und Vampire waren die Kirsche auf dem Dessert. Und dann geht er hin, der Joss, und macht ein Musical. Ein MUSICAL! Was für ein unvorstellbarer Blödsinn, müssen damals viele gedacht haben. Aber sie lagen falsch. Das Genie Whedon schrieb jedem Charakter Lieder auf den Leib, die nicht nur die Figur repräsentieren, sondern tatsächlich den Plot vorantreiben. Die Lieder bringen den Subtext an die Oberfläche und machen damit die Motivation der Figuren vollkommen klar. Ein brilliantes Stück Fernsehen.
Winner: Doctor who: the eleventh hour (Season 5 Folge 1)
Hach was war das Geschrei groß. Der neue Showrunner Steven Moffat, zur Hälfte geliebt für brilliante Stories in den ersten 4 Staffeln — zur Hälfte gefürchtet, ob er den Bombast von Vorgänger Russel T. Davies halten könnte.Und dann erst der neue Doktor! Ein Milchgesicht vor dem Herrn, dieser Matt Smith, den niemand kannte. Dazu der neue Companion, eine rothaarige (! ) Schottin (!!), diese Karen Gillian. Überhaupt lief das für viele auf zu viele junge, attraktive Menschen hinaus um noch der Doctor zu sein. (Klar, Doctor Nummer 10, David Tennant war ja auch von der gaanz häßlichen Sorte ;-))
Dann endlich war es soweit, the eleventh hour, der Pilot von Staffel 5 wurde gesendet. Und eine knappe Trilliarden Menschen verknallte sich mirnichts, dirnichts in die neue Kompanie. Zurecht.
Kaum etwas ist für einen neuen Doctor so wichtig, wie die ersten Momente nach der Regenaration. Geht der Typ als Alien durch? Ist er — trotz dem Alien — britisch genug? Kann das 26jährige Milchgesicht einen 900jährigen spielen? Er kann.
So trifft Nummer 11 als erstes auf die kleine Amilia, eine furchtlose Schottin, die Elternlos in England lebt. Sie sieht den Doctor als die Lösung zu einem Problem — den Riss (Crack) in ihrer Wand. Doch bevor der Doctor die Sache mit dem Riss ganz klären kann, macht der TARDIS faxen und der Time Lord muss kurz damit in die Luft. Nur, das kurz in diesem Fall so eine Interpretationssache ist.
In rasender Geschwindigkeit lernen wir so Amy und ihre verdrehte Welt kennen. Die Geschichte von the eleventh hour ist weniger der Alien hinter dem Riss in Amelias Wand, sondern die Geschichte eines reisenden Time Lords der ein einsames kleines Mädchen findet und sie schließlich einlädt, mit ihm Zeit und Raum zu erkunden. Nur, es wird nicht das Letzte mal sein, dass der TARDIS das mit dem Zeitraum nicht ganz perfekt hinbekommt…
Früher fand ich es seltsam, wenn Menschen gesagt haben soundso wäre “ihr” Doctor gewesen und die Nachfolger wären eben nicht das Gleliche. Aber meine Herren, seit Nummer Elf weiß ich vollkommen was diese Menschen meinen. Steven Moffat hat für den neuen Doctor dazu eine märchenhafte Geschichte voller timey-wimey und verwirrter Emotionen geschrieben. Im Unterschied zu Davies haut Moffat nicht so auf die Pauke, sondern betreibt ordentliches Storytelling und Charakterentwicklung. Die Zeit bis zum Weihnachtsspecial ist noch viel, viel zu lang.