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	<title>Patsch / Bella / Blog &#187; gefühlsduselei</title>
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		<title>Über die eigene Sprachlosigkeit</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 16:30:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isabella</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[freak]]></category>
		<category><![CDATA[gefühlsduselei]]></category>

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		<description><![CDATA[(Vorsicht: Selbstreflexions-Content!) Eine der Gründe warum ich blogge ist ja, dass ich hier soviel oder so wenig schreiben kann wie ich will. Ins Detail gehen oder kryptisch bleiben. Auf Nachfragen kann ich reagieren, muss aber nichts. Weil die Konfrontation nicht direkt ist. Und das ist für mich eine ideale Kommunikationsform. Völlig zurecht bekomme ich darum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(Vorsicht: Selbstreflexions-Content!)<br />
<img src="http://www.patschpatsch.com/blog/wp-content/uploads/2012/01/0d2be58d3c1f6072537e61888c76da64.jpg" alt="" title="0d2be58d3c1f6072537e61888c76da64" width="515" height="246" class="aligncenter size-full wp-image-2760" /></p>
<p>Eine der Gründe warum ich blogge ist ja, dass ich hier soviel oder so wenig schreiben kann wie ich will. Ins Detail gehen oder kryptisch bleiben. Auf Nachfragen kann ich reagieren, muss aber nichts. Weil die Konfrontation nicht direkt ist. </p>
<p>Und das ist für mich eine ideale Kommunikationsform. </p>
<p>Völlig zurecht bekomme ich darum von Menschen die mich trotz allem mögen regelmäßig eine auf den Deckel. Schließlich greife ich nicht zum Telefon wenn ich Kummer habe oder schreibe wenigstens auf Facebook was mir den Tag vermiest hat. Denn solange ich denken kann, mache ich derlei mit mir selbst aus. Und eigentlich sind es nicht nur die schlechten Sachen über die ich nicht rede. Es ist mehr so alles was mich ernsthaft berührt und relativ frisch ist. Mit einem halben Jahr Abstand ungefähr werden Dinge aus meinem Leben im wahrsten Sinne des Wortes spruchreif. Akute Gefühle sind wie grüne Nüsse. Vollkommen nutzlos für alle außer dem Baum der sie trägt. </p>
<p>Ich bin wohl bereits als Insel zur Welt gekommen. Weder meine Umgebung, noch meine Erziehung haben mir beigebracht, dass man über Dinge nicht redet, sie nicht wenigstens mit Menschen die einem nahe stehen teilt. Stattdessen habe ich im Kindergarten am liebsten allein gespielt und wurde in der Grundschule das erste mal “einsamer Wolf” genannt. </p>
<p>Das Alien-Gefühl war immer schon da. Und bis auf eine Phase in der Pubertät kam ich damit auch immer zurecht. Bis auf das schlechte Gewissen. Warum bin ich nicht so wie die anderen? Wie können die mit mir befreundet sein, wenn ich so schwer auf sie zugehen kann? </p>
<p>Viele Jahre später lies mich eine Psychologin diverse Tests ausfüllen und sagte dann, sie hätte eine gute und eine schlechte Nachricht. Die Gute: Ich habe kein Asperger. (Dass bei meinem Siebhirn überhaupt jemand auf die Idee gekommen war, schmeichelte mir irgendwie.) Die Schlechte: Ich war schwer depressiv und nach <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Myers-Briggs-Typindikator" title="Wikipedia: Myers-Briggs" target="_blank">Myers-Briggs</a> ein INTJ. Demzufolge war ich so mit negativem Denken und Rationalisieren beschäftigt, dass mir die Energie fehle das nach aussen zu kommunizieren. </p>
<p>Aha. </p>
<p>Sie hat mich dann gefragt mit welchen fiktionalen Figuren ich mich identifizieren kann. Und langsam merkte ich, was sie meint. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Temperance_%22Bones%22_Brennan" target="_blank">Bones</a>, <a href="http://harrypotter.wikia.com/wiki/Luna_Lovegood" target="_blank">Luna Lovegood</a> und heute vermutlich die moffatsche Interpretation von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Sherlock_(TV_series)" target="_blank">Sherlock Holmes</a>. Also nicht ohne Exzentrik oder gar langweilig, aber mit wenig Bezug zur Gefühlswelt anderer.</p>
<p>Ich führe gern ausgiebige Gespräche, debattiere und kann sogar gut zuhören wenn ich will. Aber das Thema ist entscheidend. Und mich selbst zum Thema machen, das macht mir nicht besonders viel Spaß. Darum klingen Geschichten aus meinem Leben immer nach Sketch-Comedy. Wenn ich schon erzählen soll, dann soll der Zuhörer wenigstens einen Mehrwert davon haben — also lachen. </p>
<p>Das hat meiner Psychologin immer ein bisschen Sorgen gemacht. Aber gelacht hat sie auch. </p>
<p>2011 war nun eines von den Jahren, die eher <a href="http://www.patschpatsch.com/blog/2011/verzupf-di-endlich-2011/" title="Verzupf di endlich, 2011.">nicht so gut</a> waren. Ich war also viel mit Denken beschäftigt. Mit überhaupt mal rauskriegen wie ich das alles finde.<br />
Und darüber wurde alles vernachlässigt was man so an sozialen Kontakten so vernachlässigen kann. Und schon steckt man im Teufelskreis. Klar, sich auf einer Silvesterparty blicken lassen kriegt man grade noch hin. Aber eine einzelne Email, ein Anruf? Das kostet trotzdem Überwindung. Viel davon. </p>
<p>Noch bin ich mit Plan B gut beschäftigt, kann etwas vorschieben. Aber dann? Es fühlt sich an, als wäre ich eine Weile im Koma gelegen und hätte an Amnesie gelitten. Als hätte ich den Anschluss verloren. Mal wieder. Die Karawane zieht weiter und Bella bleibt an der Wasserstelle zurück weil sie nicht so schnell packen kann wie die anderen. </p>
<p>Vielleicht sollte ich mir mal wieder einen Wüstenführer suchen. So einen der Psychologie studiert hat. </p>
<p>Schritt 1:</p>
<p>Dieser Eintrag hat keine Pointe. </p>
 <p><a href="http://www.patschpatsch.com/blog/?flattrss_redirect&amp;id=2758&amp;md5=d9a9398c50788968e37e14770924c600" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.patschpatsch.com/blog/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Verzupf di endlich, 2011.</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Dec 2011 09:20:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isabella</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[gefühlsduselei]]></category>
		<category><![CDATA[Wettermeldungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Du warst a Matz. A bleede Kuah die bloß rumzwürmt und nervt. Und nix zamkriagt. Es sind die Primzahljahre, da bin ich mir mittlerweile ziemlich sicher. 1997 und 2003 waren die härtesten, aber auch 1999 und 2007 hatten es in sich. 2011 schlägt die Kollegen aber locker. Hetz hetz, wart wart, verschließ und verwehr, wart [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2733" class="wp-caption aligncenter" style="width: 560px"><img src="http://www.patschpatsch.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/01020112883800-550x295.jpg" alt="" title="RARE MARBLED ICEBERG PHOTOGRAPHED IN ANTARCTICA" width="550" height="295" class="size-large wp-image-2733" /><p class="wp-caption-text">Vorherrschendes Gefühl 2011</p></div>
<p>Du warst a Matz. A bleede Kuah die bloß rumzwürmt und nervt. Und nix zamkriagt. </p>
<p>Es sind die Primzahljahre, da bin ich mir mittlerweile ziemlich sicher. 1997 und 2003 waren die härtesten, aber auch 1999 und 2007 hatten es in sich. 2011 schlägt die Kollegen aber locker. </p>
<p>Hetz hetz, wart wart, verschließ und verwehr, wart wart, hetz hetz, trauer und wut , wart wart — Schwups ist das Jahr wieder rum!</p>
<p>Zuviel Zeit damit verbracht anderen bei zu stehen. Ey, Schicksal, lass mal meine Leute in Ruhe. Wir hatten dieses Jahr Krankheiten und Todesfälle, grausame Versicherungen, Erbstreitereien und Insolvenzen. Es langt, hörst du? ES STEHT MIR BIS HIER!</p>
<p>Ich kämpf ja gern, kein Ding, das hab ich gelernt. Bin nicht umsonst zäher als der Rest. Aber jetzt würde ich gern wieder für mich kämpfen. Und nicht wieder gegen Windmühlen, wie Anfang des Jahres. Wo sich einstige, vorbildliche Institutionen in Denkmäler der falschen Versprechen, geführt von hintertückischten Schlangen verwandeln. Geht das okay so?</p>
<p>Gib mir was zu tun 2012. Etwas ohne Tränen und Drama. Gib mir Schweiß und dann Fanfaren. Sorg für Ausgleich. Mach am besten da weiter, wo 2011 endete. Mit der Feststellung, dass Menschen hinter einstmals unscheinbaren Accounts in nicht mehr als 140 Zeichen zu Freunden und Verbündeten werden können. Dass sie dabei noch offline besser als online sind. </p>
<p>Können wir davon mehr machen, ginge das? Das wäre nett. Weniger Primzahl. Mehr gleichmäßige Teilmenge. </p>
<p>Sei ein bisschen mehr so: (Ja, SCHON WIEDER dieser Song. Deal with it.)</p>
<p><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/j8vbZ6Mp7eg" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Deal? Deal. Wir sehen uns. </p>
 <p><a href="http://www.patschpatsch.com/blog/?flattrss_redirect&amp;id=2730&amp;md5=5d654713c12bf541d28990da6fef44e3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.patschpatsch.com/blog/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Jahresendträume</title>
		<link>http://www.patschpatsch.com/blog/2011/jahresendtraume/</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 13:37:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isabella</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[dear diary]]></category>
		<category><![CDATA[gefühlsduselei]]></category>

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		<description><![CDATA[Da sind Holzplanken unter meinen Füßen. Stehe ich auf einem Balkon? Und dieses seltsame, rotbraune Gewand, soll das eine Sari sein? Überhaupt ist hier alles ein wenig rotbraun, schattig. Um mich herum unbekannte, aber nicht unähnliche Menschen. Wir nesteln an Dingen herum, seufzen, Selbstversunkenheit. Alles ist ein wenig feucht, aber frisch. Vielleicht waren wir Schwimmen? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2672" class="wp-caption aligncenter" style="width: 543px"><img src="http://www.patschpatsch.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/sierra1.png" alt="" title="sierra1" width="533" height="351" class="size-full wp-image-2672" /><p class="wp-caption-text">(Screenshot aus einer Folge der unterschätzten Whedon-Serie “Dollhouse”)</p></div>
<p>Da sind Holzplanken unter meinen Füßen. Stehe ich auf einem Balkon? Und dieses seltsame, rotbraune Gewand, soll das eine Sari sein? Überhaupt ist hier alles ein wenig rotbraun, schattig. Um mich herum unbekannte, aber nicht unähnliche Menschen. Wir nesteln an Dingen herum, seufzen, Selbstversunkenheit.<br />
Alles ist ein wenig feucht, aber frisch. Vielleicht waren wir Schwimmen? Da drüben ist schließlich Wasser.</p>
<p>Andererseits, dieses Drüben ist ganz anders. Irgendwie unter und neben uns. Sonnig, strahlend. Menschen grillen. Da sind furchtbar viele Menschen, einige kommen mir bekannt vor. Die meisten sind sehr blond und tragen luftige Klamotten in blauen oder weißen Tönen. Wie aus dem Katalog für die Sommerfrische an der Ostsee, zu Zeiten von Thomas Mann. </p>
<p>Hier bei uns riecht es nach Moos, es ist kühl aber angenehm. Drüben plärrt die Sonne durch die Gegen, das Wasser (ist das ein Fluß? ein See? Das Meer?!) glitzert aggressiv. Plötzlich ist da Z. Er winkt und … angelt? What the fuck. Er trägt außerdem ein Hemd. Der Mann trägt keine Hemden, er ist der personifizierte studentische Schlabberlook, dafür mit Charme. </p>
<p>Wir haben zwischenzeitlich Tee, Drüben öffnet jemand Sekt. Ein bisschen sehnsüchtig blicke ich hinüber. Will ich dazugehören? Bin ich schon soweit? Ich glaube, dass es noch nicht der richtige Zeitpunkt für Drüben ist.<br />
Da ist K. Ausgerechnet. Was hat der überhaupt SCHON WIEDER in meinem Kopf verloren? Er lächelt. Dieses seltene Lächeln. Der wird langsam selbst für mein Unterbewusstsein lästig. </p>
<p>Huch ‚was macht S. denn da? Die hätte ich dann doch eher auf meiner Seite vermutet. Vielleicht doch nicht so unsympathisch das da drüben. Ich sehe mich um. Jetzt grade ist es nett hier, im Schatten. Aber auf die Dauer doch zu langweilig. Auf einmal steht B. am Rande unserer Planken und deutet mir rüber zu kommen. Hm. </p>
<p>Vielleicht schaue ich mir das nachher mal an, da Drüben. Wenn ich hier fertig bin mit rumdingsen und so. Dann mische ich dieses Drüben mal ein bisschen auf.  </p>
 <p><a href="http://www.patschpatsch.com/blog/?flattrss_redirect&amp;id=2671&amp;md5=b0f256423bf6adddf9297293bb09dd33" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.patschpatsch.com/blog/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Viktoria bedeutet “die Siegreiche”</title>
		<link>http://www.patschpatsch.com/blog/2011/viktoria/</link>
		<comments>http://www.patschpatsch.com/blog/2011/viktoria/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 18 Oct 2011 11:30:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isabella</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[gefühlsduselei]]></category>
		<category><![CDATA[la familia]]></category>

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		<description><![CDATA[Zuerst wollte ich ein paar Worte zur Frauenquote schreiben. Aber dann schien die Sonne und man brachte mir ein Bild. Heute ist Donna Dora, Matriarchin vor dem Herrn, ein Jahr tot. Damals habe ich die folgenden Zeilen in mein rotes Notizbuch geschrieben. [Sollte Ihres oder mein Leben dereinst verfilmt werden, verbiete ich hiermit sowohl Iris [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2575" class="wp-caption aligncenter" style="width: 560px"><img src="http://www.patschpatsch.com/blog/wp-content/uploads/2011/10/donna_dora-550x838.png" alt="" title="donna_dora" width="550" height="838" class="size-large wp-image-2575" /><p class="wp-caption-text">Portrait meiner Großmutter anno 1940</p></div>
<p>Zuerst wollte ich ein paar Worte zur Frauenquote schreiben. Aber dann schien die Sonne und man brachte mir ein Bild. Heute ist Donna Dora, Matriarchin vor dem Herrn, ein Jahr tot. Damals habe ich die folgenden Zeilen in mein rotes Notizbuch geschrieben. [Sollte Ihres oder mein Leben dereinst verfilmt werden, verbiete ich hiermit sowohl Iris Berben als auch Veronica Ferres jeden Zutritt zu der Rolle meiner Großmutter. Christine Neubauer nur, wenn es ein Film in Original-Dialekt wird.]</p>
<blockquote><p>
Meine Locken habe ich von ihr. Meinen zweiten Vornamen.<br />
Manche würden wohl behaupten auch meinen Sturkopf und das fehlende Talent zum Flüstern. Oder für Diplomatie.<br />
Eher stark, zäh und amüsant als warmherzig und liebenswert.<br />
Ich verwandle mich also bereits jetzt in meine Großmutter. Und nun, wo sie nicht mehr da ist, kann ich nicht mehr beobachten ob ich vielleicht doch auch ein paar positive Eigenschaften aus der Erbmasse ergattert habe.<br />
Nicht, dass nur wir beide diese Attribute hatten. Das sind ziemlich durchsetzungsfähige Gene. (Das <a href="http://www.patschpatsch.com/blog/2011/ahnenforschung/" title="Ahnenforschung">erwähnte ich ja bereits</a>.)</p>
<p>Außerdem hatte sie als Jahrgang 1922 durchaus Gründe, um nicht zu sagen Umstände, die sie so haben werden lassen. Mit kaum 18 verlobt, kurz darauf Bäuerin, Ehefrau und wichtigste Madame auf dem Dorf. Man war schließlich der größte Bauer, der Ehemann hatte den Ortsverband der CSU, den Sportverein und die Trachtler mitbegründet. <em>Mia san ja eppa</em><br />
Es folgen Kinder, Krieg, Wittwen-Dasein, Ramtamtam. Der Mann stirbt kurz nach dem Krieg und eine ganze Weile ist sie alleinige Chefin auf dem Hof. So ganz hat sie ihn nie aus der Hand gegeben, zum Leidwesen ihrer Schwiegertochter. Die einzige Tochter muss sie zu früh zu Grabe tragen und bevor sie wirklich zum trauern kommt liegt der jüngste Sohn nach einem Unfall im Koma. Aber sie hat immer die Fäden in der Hand behalten.<br />
Was soll man da werden — außer zäh?</p>
<p>Ein kluger Kopf und ein scharfes Mundwerk waren ihr gegeben, lange bevor das einer Frau irgendetwas nutzte. Sie konnte schneller Kopfrechnen als die Händler auf dem Kälber-Markt, hat sich gemerkt wer was wann über wen gesagt hat und das zu ihren Gunsten genutzt.<br />
Trotzdem war sie eben nur die Frau vom Bauern. Darüber nicht ganz zu verbittern ist schon eine Kunst. Aber sie schuf sich kleine Fluchten, das konnte sie. <sup class='footnote'><a href='#fn-2574-1' id='fnref-2574-1'>1</a></sup></p>
<p>Trotzdem, sie war meine Oma mit den Dampfnudeln und einem großen Glas voller Toffees neben dem grünen Fernsehsessel. Und Streichwurstsemmeln mit einer dicken Schicht Butter als Unterlage. Die mit uns nach München in den Tierpark fuhr und handgemachte Dirndl spendierte. Eine Patronin eben und sowas hat nicht jeder zur Großmutter. </p>
<p>Manchmal bedeutete das auch, dass andere verlieren, einstecken mussten. Hauptsach, die Familie war geschützt. Wir sollten alle immer den Kopf oben halten und auf Respekt pochen, <em>do kannd ja nachad jeda daher kemma.</em></p>
<p>Jetzt, wo ich plötzlich mit einer gewissen Wehmut an sie denke, schaue ich erst recht darauf, dass ich ihr <em>kei Schand’ mach</em>. Das ist die Macht von Großmüttern.
</p></blockquote>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-2574-1'>Bei einer solchen Gelegenheit entstand das obige Bild. Frisch verlobt war sie auf einmal verschwunden. Zuerst in München, wo sie sich portraitieren ließ und nach einem kurzen Abstecher in Italien zurück kam, um brav den älteren Bauern zu heiraten. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2574-1'>↩</a></span></li>
</ol>
</div>
 <p><a href="http://www.patschpatsch.com/blog/?flattrss_redirect&amp;id=2574&amp;md5=78246a0584b190f9356ad95bfacb908e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.patschpatsch.com/blog/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>incredible close and really boring</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Sep 2011 20:53:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isabella</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[gefühlsduselei]]></category>
		<category><![CDATA[Wettermeldungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Na Seelchen, was ist los mit uns? Schon wieder ein Happen Schokolade zuviel, schon wieder ein später Teller Pasta und durchgehendes Magengrummeln. Nichtmal die alten Freunde, Serienstaffeln helfen. Irgendwas passt uns nicht, hm? Aber was? Weil, eigentlich geraten die Dinge endlich in Gang. Das mögen wir. Endlich Feedback, endlich Prozesse, die sich gut anfühlen. Darauf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.patschpatsch.com/blog/wp-content/uploads/2011/09/dream1-600x389.jpg" alt="" title="dream1" width="600" height="389" class="aligncenter size-large wp-image-2471" /></p>
<p>Na Seelchen, was ist los  mit uns? Schon wieder ein Happen Schokolade zuviel, schon wieder ein später Teller Pasta und durchgehendes Magengrummeln. Nichtmal die alten Freunde, Serienstaffeln helfen. Irgendwas passt uns nicht, hm? Aber was?</p>
<p>Weil, eigentlich geraten die Dinge endlich in Gang. Das mögen wir. Endlich Feedback, endlich Prozesse, die sich gut anfühlen. Darauf haben wir zu lange gewartet. Wo wir doch schon so lang in der großen weiten Welt unterwegs sein wollten. Sich wieder auf Dinge freuen, Aussichten. Langsam biegen wir alles hin. Tun wir doch immer. </p>
<p>Aber es hakt im Getriebe. Emails, die Angst machen, Kommunikation einfach mal sein lassen weil sie wir grade gern unsichtbar wären. Ausgerechnet. Dabei hatten wir doch schon geklärt, dass uns das nicht liegt, dass wir nun mal da sind und Raum brauchen. Freiraum. Voller Sauerstoff.<br />
Also was ist los?<br />
Es sind die anderen, oder? Wie immer. </p>
<p>Klar, gäbe es ein Berufsbild, bei dem man pragmatische Probleme anderer Leute lösen könnte, das wäre sofort unser Ding. Darum fühlt es sich so schrecklich an, wenn man ihnen nicht helfen kann, sie sich nicht helfen lassen. Menschen um uns herum kämpfen mit all den Dämonen, mit denen wir schon so lange ringen. Trotzdem werden wir nicht gehört. Sowas schlägt einem auf den Magen, klar.  </p>
<p>Aber jetzt hör mal zu: atme einfach tief durch, schau in den Horizont, das wird schon wieder. </p>
<p>Es mag drastisch klingen, aber vielleicht müssen die blubbernden Herde der anderen erst explodieren, muss die Lage erst eskalieren bevor sie sich helfen lassen. Maßnahmen ergreifen. Komm du zurück zu dir, wir brauchen jetzt die Kraft. Jetzt kommt der Teil, der viel Energie braucht. </p>
<p>Geburtstags-Blues hin, Herbst-Depression her — wir sind zu zäh für diesen Scheiß. Komm, wir schreien jetzt noch schnell alles raus, ziehen uns die Kapuze über und kämpfen uns im besten Gangsta-Stil durch die Hood. Deal?</p>
<p>Deal.</p>
 <p><a href="http://www.patschpatsch.com/blog/?flattrss_redirect&amp;id=2470&amp;md5=9d78d202c5acfb97737c6923327cd631" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.patschpatsch.com/blog/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Innenstädtisches</title>
		<link>http://www.patschpatsch.com/blog/2011/innenstadtisches/</link>
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		<pubDate>Thu, 21 Jul 2011 15:39:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isabella</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[gefühlsduselei]]></category>
		<category><![CDATA[konsumterror]]></category>
		<category><![CDATA[RAGE]]></category>

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		<description><![CDATA[ ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2315" class="wp-caption aligncenter" style="width: 490px"><img src="http://www.patschpatsch.com/blog/wp-content/uploads/2011/07/kaufinger.jpg" alt="kaufingerstrasse, munich" title="kaufinger" width="480" height="360" class="size-full wp-image-2315" /><p class="wp-caption-text">Die Kaufingerstrasse. Versuchen sie hier mal, ein hübsches Café zu finden.</p></div>
<p>Heute Nachmittag stand ich das erste Mal seit langem wieder in einem H&amp;M. Was nichts zur Sache tut, weil der H&amp;M auch ein New Yorker, ein Pimkie oder weißderGeierwelcheKette sein könnte.</p>
<p>Zuerst wurde ich aggressiv. Weil die Qualität so mies ist. Die meisten Dinge häßlich. Also so ein normaler Einkaufs-Aufreger.<sup class='footnote'><a href='#fn-2311-1' id='fnref-2311-1'>1</a></sup> Aber dann hab ich mich umgeschaut. Und wurde traurig.</p>
<p>In dem Laden waren fast nur junge Mädchen. Irgendwo zwischen 12 und 18. Wobei manche vermutlich schon 21 waren, aber eben noch wie 17 aussehen. Und das meine ich nicht nett. Ich bin dafür, dass Erwachsene anders aussehen als Kinder. Und 17jährige sind eben doch auch noch Kinder. Keine Sorge, ihr sollt solange rumhipstern und Girliepink tragen wie ihr wollt, auch egal. <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-2' id='fnref-2311-2'>2</a></sup><br />
Was sie viel mehr vereint hat, war ihr leerer Blick. Ihre Getriebenheit davon, das perfekte Oberteil zu finden. Das perfekte Oberteil für den jetzigen Trend, der satte 14 Tage halten wird. Ihre Gesichter sind so ausdruckslos.</p>
<p>Aber wer Geld für George Gina Lucy — Taschen hat, sollte genug Selbstachtung haben, nicht die gleiche Skinny-Jeans wie 9832743 andere Mädchen zu tragen. Aber was sag ich.<br />
Da war eine Gruppe solcher Mädchen, vielleicht 5 junge Frauen knapp nach der Pubertät. Sie verglichen die Einkäufe und probierten Stücke, redeten dabei von ihren unterschiedlichen Stilen, ihrer Individualität. Jede trug bunte Turnschuhe, hatte die Haare schlampig aber stylish hochgesteckt, die langen dünnen Beine steckten in hellen, zerfransten Jeans. Die Taschen waren klobig, der Schmuck glitzerte ein bisschen zu heftig.<br />
Vermutlich meinten sie mit Individualität ihre Band T-Shirts. Da waren wirklich unterschiedliche Bands drauf. Und einmal Lady Gaga.</p>
<p>Dann musste ich an Borders denken, die britische Buchhandelskette, die <a href="http://www.msnbc.msn.com/id/43797505/ns/business-consumer_news/t/final-chapter-borders-close-remaining-stores/" title="Borders closing all shops">diese Woche bekannt gab</a>, dass alle 399 Filialen im UK geschlossen werden würden. 10.000 Jobs weniger. 399 Buchläden weniger. 399 Gelegenheiten zum Innehalten, zum Schmökern weniger. </p>
<p>Jetzt warte ich darauf, dass es H&amp;M genauso geht. Dass die vielen guten Online-Shops das Aus dieser seelenlosen Konsumterrorläden bedeuten. Dass das Internet mit seinem drölfiztausend Möglichkeiten die Herstellungshallen des Jugendwahns aussterben lässt. </p>
<p>Bis unsere Innenstädte gereinigt sind von dem Krempel. Und Neues wachsen kann. Kleine Läden. Wo die Besitzer noch im Laden arbeiten, anstatt eine Kette von 720 Läden zu verwalten. Cafès mit selbstgebackenem Schokokuchen und einem Klecks Sahne. Kleine, absonderliche Innenstadtkinos. Schneidereien, in die man den Stoff der Träume trägt um daraus ein Kleid machen zu lassen, dass die schönsten Momente der nächsten 5 Jahre begleitet.<br />
Weil ein Kleid, dass mir passt und steht auch dann an mir gut aussieht, wenn der Trend zu Bleistiftröcken mit durchsichtigen Blusen grade nicht zu mir passt.<br />
Ein Schmuckladen, der neben ein paar handgeschmiedeten teuren Dingen auch Holzperlenketten hat. Und Kästen, in denen nur Perlen sind, aus denen man sich eine Kette zusammenstellen kann. </p>
<p>Mit Bücherläden in denen genug Sofas stehen, auf denen man sitzen und blättern kann. Ledermanufakturen. Damit die Mädchen nicht jeden Tag im H&amp;M ein Teil kaufen, sondern solange vor der Auslage lange Zähne bekommen, bis sie ihr Taschengeld sparen und sich eine langlebige Tasche nach ihren Vorstellungen zulegen. Etwas, das niemand anders hat. Etwas, das ihre Individualität unterstreicht.</p>
<p>Damit ihre, damit unsere Schränke nicht mehr voller Zeug sind, das wir zwar haben wollen, aber kaum brauchen und wir stattdessen unser Leben mit Erinnerungen von Nachmittagen zwischen Perlen und Schokokuchen verbringen. </p>
<p><em>Wenn sich jetzt hier jemand down fühlen sollte, dem sei gesagt: Es gibt sie, die anderen. Eine davon ist Mirka, die aus der <a href="http://sockenschublade.wordpress.com/2011/04/17/projekt-2011-ein-update/" title="Aus der Sockenschublade; Mirkas Projekt">Sockenschublade darüber bloggt</a> und <a href="http://www.twitter.com/verdachtsmoment" title="Verdachtsmoment @twitter">twittert</a>. Wenn es nicht gerade um Vampire Diaries geht. Ihr sollte man öfter applaudieren.</em></p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-2311-1'>Und das liegt nicht nur daran, dass ich in diesem Leben wohl in keine der dort angebotenen Hosen passen werden. Also fast nicht.  <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-1'>↩</a></span></li>
<li id='fn-2311-2'>Bevor es hier heißt, ich redee nur die Mädchen schlecht. Nein, die Jungs stehen genauso leeren Blickes bei MediaMarkt und im Turnschuhladen. Dass ich sie hier nicht weiter erwähne, liegt daran, dass es so poetischer klingt. Und das hier mein Blog ist.  <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-2'>↩</a></span></li>
</ol>
</div>
 <p><a href="http://www.patschpatsch.com/blog/?flattrss_redirect&amp;id=2311&amp;md5=acc8133d010d7c40ca11cc42441f50f7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.patschpatsch.com/blog/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>show a little more, show a little less</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Jul 2011 17:05:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isabella</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[gedankensturm]]></category>
		<category><![CDATA[gefühlsduselei]]></category>

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		<description><![CDATA[Welcome to Burlesque ; Cher [Burlesque OST] Nachtclubbesitzerin. Das wär’s jetzt. Patronin der dunklen Gestalten und Nerds, die sich in Bars verirren. Nachts arbeiten. Wobei arbeiten darin bestünde wage Ratschläge und mysteriöse Geschichten zu verteilen, während andere sich fragen wie ich hier landen konnte. Ein wenig losgelöst sein, vom Tageslicht, vom Profanen. Wo dich niemand [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2274" class="wp-caption aligncenter" style="width: 549px"><img src="http://www.patschpatsch.com/blog/wp-content/uploads/2011/07/salon_swinging_chair.jpg" alt="" title="salon_swinging_chair" width="539" height="359" class="size-full wp-image-2274" /><p class="wp-caption-text">Ein Bild des existierenden Clubs Salon D’Été. (http://www.salondeteclub.com/)</p></div>
<p><small><b>Welcome to Burlesque ; Cher [Burlesque OST]</b></small></p>
<p>Nachtclubbesitzerin. Das wär’s jetzt. Patronin der dunklen Gestalten und Nerds, die sich in Bars verirren. Nachts arbeiten. Wobei arbeiten darin bestünde wage Ratschläge und mysteriöse Geschichten zu verteilen, während andere sich fragen wie ich hier landen konnte. </p>
<p>Ein wenig losgelöst sein, vom Tageslicht, vom Profanen. </p>
<p>Wo dich niemand fragt, wann und wie du den jetzt endlich deine BA schreibst oder wie das alles werden soll danach. Du dich auch nicht stattdessen aufreibst in Problemen und Tücken der anderen, die dich, weil du ja grade Zeit hast, als Anlaufstelle für das ausschütten ihrer Herzen sehen.</p>
<p>Okay, da wären wir doch wieder beim Nachtclub. Den ganz ehrlich, das ist noch der angenehmere Teil des momentanen Daseins. Der mich davon abhält allzu tief in einer Depression zu versinken. Es ist nicht so, dass ich auf der Stelle trete, sondern eher grade die Aussicht genieße. Mit einer unerklärlichen, beängstigenden Zuversicht. Wo doch alles was schief gehen konnte immer noch schief gegangen ist. </p>
<p>Aber immer, wenn ich von der allgemeinen Schlechtigkeit der Welt und Dürftigkeit meiner Situation (Wieder zu Hause wohnen! Mit 25! Auf dem Dorf!) überwältigt zu werden drohe, höre ich wieder von Dingen, mit denen andere Menschen sich plagen müssen. Die dritte Beerdigung in 4 Wochen, keine davon absehbar. Kaputte Autos, streitende Familien, kranke Eltern, was einem eben so das Leben versaut. </p>
<p>Ich bin einfach nur, wie sagt man so schön, <em>in transition</em>.</p>
<p>Außerdem gibt es das Internet. Mit noch mehr Menschen und deren Geschichten. Mit neuen Spielzeugen wie GooglePlus <sup class='footnote'><a href='#fn-2272-1' id='fnref-2272-1'>1</a></sup>Also wie eine Club-Patronin alle heilige Zeiten eine neue Band engagiert. Damit man nicht in Vergessenheit gerät, sich aber nicht zuviel ändert. </p>
<p>Wenn mich meine von einer bewerbungsphase geprägte To-Do Liste wieder abschreckt, laufe ich durch’s Internet und rege mich über chauvinistischen Dreck auf. Damit kann man sich prima beschäftigen. Und bekommt großartige antworten. Hier die Top 3:</p>
<ol>
<li>Du verstehst das nicht. Das ist witzig. Darum kann das gar nicht frauenfeindlich sein.</li>
<li>Das war doch so gar nicht gemeint! Also die Pointe ist zwar witzig, und ich will ja, dass alle mich witzig finden, aber eigentlich denk ich gar nicht so! </li>
<li>Du interpretierst da zuviel rein. Das ist feministischer Mist. Zwing mich bitte nicht, darüber nachzudenken, was ich da grade von mir gegeben habe. </li>
</ol>
<p>Man merkt, ich weiß mich zu beschäftigen. Außerdem gibt es ja Serien. Im Kopf arbeite ich seit drei Wochen an einem epischen Eintrag zu <b>The West Wing</b>. Einer Show, die meinen Blick auf Politik und Entertainment doch ganz gehörig durcheinander geworfen hat. Und Aaron Sorkin mag ein arroganter Wicht sein, aber, er ist es zurecht. Weil er auch ein bisschen Genie ist. Aber dazu ein andermal mehr. Schließlich erzählt man pro Abend nur eine gute Geschichte, um sich dann zu Drinks einladen zu lassen, während Gäste mit müdem Blick von ihren Träumen reden.</p>
<p>War noch was? Ach ja, hier sieht’s wieder mal anders aus. Es musste halt schlichter werden. Und weil ich wegen Google+ und so, anfange bewusster darüber nachzudenken was ich mit der Welt teile, findet mein digitales Restleben nicht mehr in der Seitenleiste statt. Oben seht ihr die Links zu allen Plattformen und Services bei denen man mich noch findet. Damit bekommt jeder so viel Bella wie er will. Oder verträgt. Wenigstens hin und wieder muss man die Tischdecken und die Karte erneuern.</p>
<p>Den ganz ehrlich, manchmal ertrag ich mich selber auch nur in sehr geringen Dosen. </p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-2272-1'>Das großartig ist, Punktum. Weil es mehr Network als Social ist. Also tatsächlich praktischen Nutzwert hat. Können wir den Term social networking dann mal beerdigen? Wenn ein Menschenphobiker wie ich networkt, dann ohnehin social. Weil ich für smalltalk in der nicht-social Version gar nicht geeignet bin. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2272-1'>↩</a></span></li>
</ol>
</div>
 <p><a href="http://www.patschpatsch.com/blog/?flattrss_redirect&amp;id=2272&amp;md5=d6f4032baabb43d965902cfd1aa55338" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.patschpatsch.com/blog/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>von der digitalen Unversehrtheit und analogen Hindernissen</title>
		<link>http://www.patschpatsch.com/blog/2011/von-der-digitalen-unversehrtheit-und-analogen-hindernissen/</link>
		<comments>http://www.patschpatsch.com/blog/2011/von-der-digitalen-unversehrtheit-und-analogen-hindernissen/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 28 May 2011 00:09:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isabella</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[gefühlsduselei]]></category>
		<category><![CDATA[krisenmodus]]></category>

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		<description><![CDATA[My body is a cage that keeps me From dancing with the one I love But my mind holds the key You’re standing next to me My mind holds the key Set my spirit free Set my spirit free Set my body free (“My Body is a cage” ; Arcade Fire) Weil das Problem ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.patschpatsch.com/blog/wp-content/uploads/2011/05/2437424664_e01a4ee62d_b-e1306165912617.jpg" alt="" title="hinter Fassaden" width="580" height="359" class="aligncenter size-full wp-image-2028" /></p>
<p><small><em></p>
<p>My body is a cage that keeps me<br />
From dancing with the one I love<br />
But my mind holds the key</p>
<p>You’re standing next to me<br />
My mind holds the key</p>
<p>Set my spirit free<br />
Set my spirit free<br />
Set my body free<br />
</em><br />
(“My Body is a cage” ; Arcade Fire)<br />
</small></p>
<p>Weil das Problem ist das Danach. Nein, nicht ganz. Das wahre Problem ist die Angst vor dem Danach. Vor der Zeit, die man wieder mit möglichst wenig Bewegung verbringt. Weil schon der Augenblick, in dem der erste Zeh den Boden berührt, Schmerz von dort bis direkt unter die Kopfhaut schickt. Als wäre man mit dem Bein in eine Bärenfalle getappt und würde mit sie mit jedem Schritt weiter ins Fleisch treiben.</p>
<p>Dazu die steifen Sehnen. Das Hinken. Der ganze Bewegungsapparat, der nach kurzer Zeit stellvertretend mitschmerzt, pocht.<br />
Davor habe ich Angst. Und darum kalkuliere ich. </p>
<p>Kann ich es mir erlauben diesen oder jenen Schritt nach draußen zu tun? Ist es das wert? Will ich etwas unbedingt sehen, erleben und habe ich ein Sicherheitsnetz, wenn der Fuß schon früher versagt?</p>
<p>Der Fuß. Mein Fuß. Mein dummer, unfähiger rechter Fuß.</p>
<p>Wußten sie welcher der Peroneus-Nerv ist? <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nervus_peroneus_communis">Der Nervus peroneus profundus</a> um präzise zu sein? Das wissen tatsächlich nur sehr wenige Menschen. Warum auch, der ist nur interessant wenn er nicht funktioniert. Sie merken, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peroneusl%C3%A4hmung">worauf ich hinaus will</a><sup class='footnote'><a href='#fn-2027-1' id='fnref-2027-1'>1</a></sup>?</p>
<p>Wenn Frank Ribery den Ball auf seinem Vorfuß balanciert und zwar so, dass die beiden letzten Zehen quasi einen Rand bilden der den Ball dort hält, dann sehen sie sehr gut, wofür man besagten Nerv braucht.<br />
Nun kommt man im Allgemeinen durchaus durchs Leben, ohne einen Fußball auf dem Vorfuß zu balancieren. Aber es gibt natürlich gute und schlechte Tage. Phasen. Schmerzen, manchmal ohne Grund. </p>
<p>Dann verwandle ich mich in eine grimmige, vom Leben verwundete, alte Frau, die unbedingt alle Menschen aus ihrem Leben vertreiben will, damit keiner kommt und irgendwas von mir will. Damit keiner will, dass ich irgendwohin komme. Weil ich dann kalkuliere, Angst habe. Und darüber werde ich traurig, depressiv. </p>
<p>Momentan ist eine schlechte Phase.<br />
Momentan stehe ich schon bei der kleinsten Unwegbarkeit vor einem mittleren Nervenzusammenbruch. Dann werde ich ein wenig sprachlos. (Ich! Sprachlos!) Wie soll man es den Menschen, die einen nicht <em>kennen</em> auch erklären ?(Hallo Internet! )</p>
<p>Ich habe so viele Jahre damit verbracht zäh und widerstandsfähig zu werden, nicht um Hilfe zu bitten oder wegen der Schmerzen zu schreien, dass ich jetzt lieber einfach Nein sage, anstatt zu erklären. Was dämlich ist, ich weiß. Aber, wenn jemand mit einem Problem wie meinem, einer quasi unsichtbaren Behinderung (und eigentlich ist das ein komplett übertriebener Begriff dafür) geschlagen ist, macht man so seine Erfahrungen.</p>
<p>Man steht das ein oder andere Mal im Leben außen vor, während die Anderen weiter ziehen. Lachen. Einen Weg in Kauf nehmen. Man selbst steht vor der Wahl den Weg entweder anders zu bewältigen, nach Hause zu gehen oder die Zähne zusammen zu beißen, um den Tag danach mit der Bandage und Eisbeuteln zu verbringen.<br />
Egal wofür man sich entscheidet, es tut weh. </p>
<p>Früher war das weniger ein Problem für mich, ich war schließlich glücklicher Eremit. </p>
<p>Wenn es dann, was selten war, etwas gab, dass es Wert war, das sein musste — dann ging das irgendwie. Ein langer Einkaufsbummel im Monat. Ein Konzert im Vierteljahr. Alles abhängig von einer filigranen Zusammensetzung aus Tagesform, dem Wetter (!), den begleitenden Menschen, eventuell beigefügtem Alkohol und dem zu erwartenden Endorphinaustoß.</p>
<p>Deswegen waren Konzerte immer gut. Konzerte halte ich durch, irgendwie. Ich hüpfe<sup class='footnote'><a href='#fn-2027-2' id='fnref-2027-2'>2</a></sup> ein wenig, kann noch aus der Halle schlendern. Nach Hause schaffe ich es irgendwie. Dann wird der Fuß schon mal bandagiert, bevor ich schlafen gehe. Am nächsten Morgen erinnere ich mich dann krampfhaft daran, wie großartig der Abend war. Dass es den Schmerz Wert ist.</p>
<p>Darum, liebe Menschen die mit mir in Zukunft interagieren wollen, seit mir nicht böse, es liegt nicht an euch. It’s not you, it’s me. Bin ich nebenbei eine depressive Sozialphobikerin? Ja, schon. Aber diese Angst, die in meinem Kopf, die kann ich überwinden, das tu ich gerne. Nur die Angst vor den Schmerzen, mit der kämpfe ich jeden Tag. </p>
<p>“Dann sag halt einfach, wenn es nicht mehr geht!”. Tja, wenn das so einfach wäre.<br />
Man will schließlich nicht der Spielverderber sein. Also zuckt man mit den Schultern und verabschiedet sich, bevor man erklärt, dass man das nächste angestrebte Ziel nicht mehr erreichen kann. </p>
<p>Auf der Exkursion in Kapstadt war ich nach einem langen Tag die erste, die zurück ins Hotel wollte. Also begann ich mich im Pub von den anderen zu verabschieden. Der wissenschaftliche Mitarbeiter (der bei den Meetings dank fehlender Englisch-Kenntnisse den Mund nicht aufbekam) meinte daraufhin “Höhö, in deinem Alter hab ich aber länger durchgehalten!“<br />
In meinem Kopf tat es eine kleine Explosion. <em>Ach ja? Hattest du in deinem Alter auch zwei Achilessehnenverlängerungen, eine Gelenkkapselöffnung, 5 frisch gestreckte Zehen und einen Titannagel als Rest einer <a href="http://patschbella.posterous.com/soviel-zu-ich-wurde-mich-uber-verletzungen-an">Beinverlängerung</a> hinter dir, IDIOT?</em><br />
Ich habe mit den Schultern gezuckt. Ein “Tja” gemurmelt und bin weg. </p>
<p>So oder ähnlich ist es oft. Nicht immer. Ehrlich, ich habe so oft auch Verständnis und Zuwendung erfahren, dass es diesen Personen gegenüber allein schon unverschämt ist, nicht mehr Vertrauen in die Menschheit zu haben. Aber…nun ja. I’m not the type of girl to rely on the kindness of strangers. </p>
<p>Die Sammlung der Erfahrungen aus dieser kleinen, kaum ernsthaften Behinderung heraus, haben mich geprägt. Dr. House, anyone? Schmerzen, der Gedanke daran, das beeinflusst die Persönlichkeit. Von Anfang an. </p>
<p>Es gibt eine Geschichte, die meine Mutter gern erzählt. Darüber, wie ich mich mit einer Kindergärtnerin angelegt habe. Erst vor kurzem hab ich sie gefragt, was eigentlich passiert war. </p>
<blockquote><p>
Ihr habt einen Waldspaziergang gemacht und du warst eben nicht ganz so schnell. Du hattest dein eigenes Tempo, das war auch vernünftig. Weil die <em>dumme Kuh </em>aber nicht auf dich warten wollte, hat sie dir gesagt du sollst schneller gehen. Und sie hat dir auf die Finger gepatscht.<br />
Und du hast ihre Hand genommen und zurück gepatscht.<br />
Sie hat mich dann angerufen und wollte darüber reden, dass das so nicht geht. Ich habe ihr gesagt, dass sie sich bei dir entschuldigen muss — sonst würde ich beim Elternabend über ihren Umgang mit beeinträchtigten Kindern reden, laut.<br />
Und dir hab ich gesagt, dass du dir nie etwas gefallen lassen darfst, nur weil du nicht so schnell bist wie der Rest.
</p></blockquote>
<p>Ich bin kein fragiles Geschöpf. Dafür sind meine Oberschenkel auch zu nilpferdartig. Man sieht mir auch Schmerzen erst an, wenn es wirklich übel ist. <sup class='footnote'><a href='#fn-2027-3' id='fnref-2027-3'>3</a></sup>Ich gehe keinem Streit aus dem Weg, ich halte was aus.<br />
Ich gehe gar nicht immer mit Absicht auf Abstand. Ich bin nur ein wenig hinterher.<br />
Ich habe eben mein eigenes Tempo. </p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-2027-1'>Wobei ich nicht ohne Stolz anmerken darf, dass meine Sorte Fall sich nicht in der Wikipedia wieder findet. Zu speziell. Weil, seit Geburt. Daher unerklärlich. Ein Rätsel der Medizin. Ist manchmal auch unterhaltsam. Also, wenn man sich die Mandeln rausnehmen lässt und morgens aufwacht, weil der Oberarzt nach dem faszinierenden Unterschenkel greift, um ihn gegen halb sieben Uhr in der Früh ALLEN Assistenzärzten zu zeigen, zum Beispiel. Das ist , im Nachhinein, lustig.  <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2027-1'>↩</a></span></li>
<li id='fn-2027-2'>Okay, seien wir ehrlich — ich wippe mehr so. Ich kann nicht hüpfen. Nicht springen. Nicht rennen. Nicht tanzen. Dafür bin mich gar nicht so übel im beobachten und dabei lästern. There’s always an upside. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2027-2'>↩</a></span></li>
<li id='fn-2027-3'>Auf Nachfragen wie “Geht’s noch? Hast du Schmerzen?” antworte ich blöder Profi dann gerne mit “Ist gleich vorbei. Halb so schlimm.” oder, der Klassiker “Jetzt noch, aber nicht mehr lang” (da ist es dann längst zu spät). Sollte mir für diese Gelegenheiten einen Klapp-Gehstock besorgen. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2027-3'>↩</a></span></li>
</ol>
</div>
 <p><a href="http://www.patschpatsch.com/blog/?flattrss_redirect&amp;id=2027&amp;md5=558460eba5de76a21d252d295fb81f06" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.patschpatsch.com/blog/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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