#30d30s_02 , die mehr Menschen sehen sollten
Präambel: Hinter #30d30s verbirgt sich das hier. Ich konzentriere mich eher auf aktuelle, und hauptsächlich amerikanische Serien. Aber gucke auch andere. Warum alles noch viel schlimmer ist, bitte hier bei den Filmfreunden über aktuelle Entwicklungen lesen. Dem ist nicht mehr viel hinzu zu fügen.
honorable mention: Southland
Zugegeben: Wäre da nicht Benjamin McKenzie (Der Ryan aus O.C. California, ihr erinnert euch?) in einer Uniform, ich hätte der Serie nicht unbedingt eine Chance gegeben. Aber ich bin eines besseren belehrt worden. Endlich wieder mal was mit Biss. Natürlich ist das hier nicht the Wire oder the Shield, aber die sehr erdige Cop-Show bietet schon jetzt (nach 2 kurzen Staffeln und Turbulenzen bis hin zum Senderwechsel) sehr glaubwürdige Charaktere und den kleinen Twist, der nur in L.A. authentisch wirken könnte.
Denn der von McKenzie gespielte Nachwuchsbulle Ben kommt aus einer der besseren Gegenden der Stadt. Daddy ist ein großer Anwalt und die Kollegen witzeln, ob der Kleine das schießen wohl im Country-Club gelernt hat. Aber natürlich steckt ein bisschen mehr dahinter, wenn der Junge aus gutem Hause keine Akademiker-Karriere einschlägt.
Daneben glänzen Regina King als alleinerziehende Kommissarin Lydia Adams und Michael Cudlitz als Officer John Cooper, Ben’s Mentor mit dem leicht schizophrenen Privatleben. Der Cast von Southland deckt alle Alters — und Bevölkerungsgruppen ab, die es in L.A. tatsächlich gibt und verdient allein dafür schon Applaus. Genauso divers sind die Fälle die bearbeitet werden. Klar, Banden und Drogen sind dabei, aber eben auch häußliche Gewlt in den Hollywood Hills. Unaufgeregt, kantig und authentisch — alles ohne CSI-Effekte und Geheimagenten!
Runner-up: Being Human

Ich zitiere mich mal ganz kurz selber:
Gehen ein Vampir, ein Geist und ein Werwolf in eine Bar …
Oder wohnen, wie in diesem Fall in einem Haus in Bristol und versuchen mit allen Mitteln möglichst normal unter Menschen zu leben. Ach, geliebte BBC. Wenn du nicht grade wieder mal Big Brother spielst oder der Insel nächstes Talent suchst produzierst du manchmal Seriengold.
Wenn der natürlich attraktive, mysteriöse Vampir Mitchell mit seinem letzten Opfer hadert, Geistermädchen Annie ihrem Verlobten was zu Essen kocht und der neurotische Werwolf George versucht einen passenden Platz zum Umwandeln zu finden, hat das ganze diesen speziellen Charme und abgefahrenen Humor den wir schon an Doctor Who und Torchwood so lieben.
Die drei sind so menschlich wie du und ich, grade weil sie Monster sind. Wie sie versuchen ihre “Monster”-Seite verborgen zu halten, sich als Person davon zu trennen, das sind unsere Kämpfe mit den dunkleren Teilen unserer Persönlichkeit. Und ja, es gibt die größenwahnsinnigen Vampire, das Rätsel um Annies Tod und am Ende einen großen Kampf. Aber dazwischen ist Being Human so clever, tiefsinnig und witzig wie man es sich von vielen Serien nur wünschen kann.
Dem ist gar nicht mehr so viel hinzu zu fügen, außer: Holla, wie sich hier von Staffel zu Staffel gesteigert wird. Anschaubefehl!
Winner: Fringe
Ach Fringe. Du mein neues Lieblings-WTF. Wie konnte ich nur ohne dich? Wie konnte ich ohne den verrücktesten aller Professoren Dr. Walter Bishop? Und natürlich ohne seinen Sohn, den mysteriösen aber dafür entzückenden Peter? Ganz zu schweigen von Olivia Dunham, eine FBI-Agentin gegen die Scully irgendwie verweichlicht wirkt? Und Asterix Astrid! Jetzt, wo es auch noch eure Counterparts aus dem Paralleluniversum gibt, wie soll ich mich da wieder einkriegen?
Sie merken: Welcome to Strangistan. Ist halt ein J.J. Abrams Werk. Also von dem Typ, dessen Hirn bis dato schon Alias und LOST ausgespuckt hatte. Großer, übergreifender Verschwörungsplot, here we go.
Fringe ist ein bisschen Akte X auf Crack. Ohne Aliens, aber mit viel bedrohlicher Wissenschaft. Nur, dass sich die Charaktere hier auch mal bewusst sein dürfen, wie bizarr und lächerlich ihre Situation grade ist. In diesen Momenten ist Fringe unfaßbar lässig. In den anderen Momenten reichlich mindfuck. Und in seinen besten Augenblicken ein unglaubliches Drama rund um den Vater Walter Bishop und dessen komplizierter Beziehung zu seinem Sohn Peter.
Diese Beziehung bildet gleichzeitig die Grundlage für die grandiose übergreifende Story von den zwei Universen, die sich fast bis aufs Haar gleichen. Aber eben nur fast.
So ist Fringe irgendwie alles, was ein Nerd sich wünschen könnte. Eine große Geschichte mit haarsträubender Wisschenschaft, voller interessanter Charaktere , die noch dazu mit wirklich herausragenden Schauspielern besetzt sind. (Gebt John Noble einen verdammten Emmy, ihr Ignoranten!)
Ich könnte jetzt ausholen und über Verstrickungen und Referenzen reden, über großartige Cameos und davor warnen, wie schnell man sich in Peter Bishop (Joshua Jackson aka Pacey..!) verlieben kann, aber würdet ihr das bitte selber überprüfen?
