the end of time itself

Prob­lema­tisch wird es ja dann, wenn der Schat­ten, der sich mal wieder über alles wirft, zur großen Inspi­ra­tion her­an­wächst und zum ersten Mal seit so furcht­bar langer Zeit wieder Worte, Sätze, Geschichten aus den Fin­gern fließen, als wären sie aus der Luft zu mir herange­flo­gen. Ganz ohne Kampf oder Krampf oder schwere Arbeit, ein­fach so.
Und mit so viel Überschwang fliegt es heran, dass ich lächeln muss, mich daran erfreuen kann, obwohl ich weiß, dass es das dunkel­ste aller Symp­tome ist und mir bescheinigt, was ich nie wahr haben wollte. Ich bin gar nicht wirk­lich kreativ.

Es ist nur meine größte Flucht. My safest place to hide. Und dabei wollte ich doch mein Leben mit den Geschichten ver­brin­gen, nicht mit den Schat­ten. Es hilft dabei auch kaum, wenn man sieht, was andere so damit anstellen.

18
Nov 2009
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Wo wir gerade dabei sind…

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15
Nov 2009
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sick sad little world

So may river never dry
May your mouth never lie
May you be sat­is­fied to never know why
Some­times, some­one just wants to die
Where’d you get those cuts in your hand
I thought I told ’bout play­ing in the sand

There’s always some­one care­lessly class
There’s always ques­tions no one asks

(Damian Rice, Lonely Sol­dier)

Mittwochmor­gen. Nach dem Aufwachen war für einen Moment alles in Ord­nung, alles ruhig. Automa­tisch schalte ich das Radio ein, Nachrichten. Und dann war Es wieder da.

Am Abend vorher, zuerst eine kurze Mel­dung, nur ein Satz. Robert Enke sei tot, so der Präsi­dent von Han­nover 96. In der Mel­dung stand “laut Polizei”, sonst nichts. Und während mein Kopf sagte, das kann alles heißen, vielle­icht wollen sie nicht sagen, dass es einen Unfall gab, bildete sich in mir drin die dun­kle Vorah­nung, dass hier etwas nicht stimmt.
Es sollte sich bewahrheiten.

Und dann bin ich liegenge­blieben, nicht in die Vor­lesung, nir­gend­wohin gegan­gen. In allen Medien, überall Frageze­ichen. Ich wün­schte, ich würde mir auch so viele Fra­gen stellen, mich wun­dern. Aber ich kann es nicht. Dafür ver­stehe ich dann doch zu viel.

Von einem Men­schen, der mit Rückschlä­gen, Nieder­la­gen und Ver­lus­ten gekämpft hat, sich immer wieder aufrap­pelte, ver­sucht hat zuver­sichtlich zu sein. Um am Ende die Kraft zu ver­lieren, verzweifelt aufzugibt. Ich würde die Dinge die mir geschehen sind, niemals mit dem ver­gle­ichen was Robert Enke passiert ist, aber es gibt keine Skala für Ereignisse die schlimm genug, tragisch genug sind, um einen Men­schen in dieses dun­kle Land der Depres­sion zu führen.

Und dort habe ich jahre­lang gewohnt. Habe mich ver­steckt und ver­graben, gle­ichzeitig eine Fas­sade aufge­baut, so täuschend echt, dass wer es nicht wis­sen sollte auch nicht annäh­ernd ahnte, dass ich mir heim­lich Gedanken über meine Beerdi­gung machte.
Weil ich gehen wollte. So oft. Dass ich noch da bin, hat haupt­säch­lich pro­fane Gründe. Die tech­nis­che Umset­zung eines Suizids ist, will man ein großes Blut­bad oder die Ein­beziehung Drit­ter ver­mei­den, ziem­lich schwierig. Es war eine der Hür­den, die ich mir selbst gesetzt hatte. So, wie ich nicht zu früh oder zu spät gefun­den wer­den wollte, nicht von der falschen Per­son und so weiter. Das macht es einem als jun­gen Men­schen schon­mal schwieriger, aus dem Leben zu schei­den.
Ohne diese Hür­den? Ich weiß es nicht.

das dunkle, bittersüße Land

das dun­kle, bit­ter­süße Land


Aber das ist nicht der Punkt. Wenn man heute liest, dass ein Sportpsy­chologe des DFB es nicht gemerkt hat, kein Kol­lege und kaum Jemand im Umfeld, dann ist das nicht die Schuld dieser Men­schen. Es ist erschreck­end ein­fach so zu tun, als wäre alles in bester Ord­nung. Kampfgeist und Opti­mis­mus vorhan­den, macht euch mal keine Sor­gen um mich, ich komme klar. Und wer sich erst­mal ern­sthaft mit der Option Fre­itod beschäftigt, hat ohne­hin einen völ­lig anderen Blick auf die Welt.

Ein Merk­mal der Depres­sion ist die zwang­hafte Nabelschau, selb­stre­flex­ive Gedanken bis kurz vor der Psy­chose. All das unter vor­getäuschter Anteil­nahme an der Draußen­welt, wie durch ein Fen­ster sieht man wie die Umwelt ein­fach lebt, wie kön­nen sie nur? Warum zweifeln, verzweifeln sie nicht, warum breche nur ich so ein, geht es bei mir für jeden Schritt nach vorne 2 zurück?

Es ist die Krux, eine grausame Ironie dieser Krankheit, die so viele Opfer fordert. Es trifft die Sen­si­blen, Küm­mern­den, oft kluge, aufmerk­same Men­schen, die es nicht gewohnt sind nach Hilfe zu fra­gen. Auch in Zukunft wer­den wir einan­der nicht so viel Aufmerk­samkeit schenken um immer zu merken, wenn jemand erkrankt ist. So sind wir nicht gebaut. Selbst diejeni­gen die es wis­sen, bemerken, kön­nen nur hof­fen und kämpfen, gut zu reden, aber nicht heilen. Als ich Frau Enke auf dieser Pressekon­ferenz gehört habe, war da jemand der immer noch gekämpft hat. Erk­lärt, dass man doch alles hätte lösen kön­nen, alles irgend­wie in Ord­nung gekom­men wäre, es doch keinen Grund gibt. Und nicht ein­mal sie kon­nte ihn überzeugen.

Die einzig richtige Kon­se­quenz ist die Einord­nung der Depres­sion als wirk­liche Krankheit, als Epi­demie, die mehr Opfer fordert als jede Grippe oder sogar der Straßen­verkehr. Zwis­chen 10.000 und 12.000 Suizide jedes Jahr in Deutsch­land, eine wahrschein­lich unfaßbare Dunkelz­if­fer von “tragis­chen Unfällen” (die Ver­sicherun­gen…) und für jeden Toten eine zehn­fache Rate an Versuchen.

Dank Dr. House und Greys Anatomy sind wir schnell mit den Symp­tomen von Lupus, Leukämie oder einer Enzephali­tis zur Hand, aber wer kann auch nur 3 Anze­ichen für Depres­sion (und da gibt es auch physis­che) aufzählen?
Eben.

Wir brauchen keine Massen­imp­fun­gen. Wir brauchen Unter­richt und Aufk­lärung. Wer save sex betreibt sollte auch den sicheren Umgang mit seinen Mit­men­schen ler­nen. Wir waschen unsere Hände und benutzen Taschen­tücher, aber achten wir darauf wie wir mit anderen reden? Wann wir ihnen Dinge ver­weigern oder sie ins Abseits drän­gen? Ich rede nicht von übermäßiger Rück­sicht und Kuschelpäd­a­gogik. Men­schen kämpfen und stre­iten und mögen sich manch­mal ein­fach nicht, that’s Life. Aber jedes­mal, wenn wir in ein anderes Leben ein­greifen, eine Entschei­dung tre­f­fen die Kon­se­quen­zen für jemand Anderen hat, soll­ten wir uns im klaren darüber sein, dass es der let­zte Schub­ser sein kön­nte, der einen kranken Men­schen aus der Bahn wirft.

When in doubt, just don’t act like an asshole.

15
Nov 2009
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HABEN.WILL.

Mad Men *fangirlsquee*

Mad Men *fangirlsquee*

Gibt es z.B. hier. Gese­hen durch die wun­der­baren Fug Girls.

14
Nov 2009
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