Twittersternchen Oktober 2011

(Ich wurde von höherer Stelle dafür gerügt, dass ich hier die Fußball-Tweets vom Rest trenne. Das habt ihr jetzt davon.)


„Was macht Ihr Sohn denn?“ – „Was mit Sprache.“ – „Logopäde?“ – „Nein, Lek­tor.“ – „Ist doch das Gle­iche.“
@LizasWelt
Lizas Welt


Ultramini-Billigdirndl mit 12 cm Plateau­san­dalen UND ungepflegten Füssen. Ich überfahre die jetzt ein­fach alle mit dem Kinder­wa­gen.
@Emillota
Petra


Manch­mal möchte man die ganze Zeit “Con­te­nance!” rufen.
@probek
Kai L.


Spracherken­nung ist das eine. Hes­sisch das andere.
@UteWeber
Ute Weber


Zum drit­ten Mal diese Woche anderer Leute Kotze ent­fernt. Vieles übersieht man bei der ersten Lek­türe der Stel­lenbeschrei­bung “Papa“einfach.
@rrho
Rochus Wolff


BMW X5 überholte ger­ade über den Stand­streifen. Anscheinend hat die Maslowsche Bedürfnispyra­mide einen bis­lang unbekan­nten Bere­ich unter 0.
@Einstueckkaese
Enno zu Haderschnatz


Verse­hentlich 96 Dosen Katzen­fut­ter bestellt. Werde die Woh­nung damit voll stellen und habe erfol­gre­ich den Schritt zum “Kauz” geschafft.
@DonDahlmann
Don­Dahlmann


“Despot? Ist das was zum Zurück­le­gen?” Ich liebe inten­sive Diskus­sio­nen auf hohem Niveau in der Schule.
@favonis
Clara


sta­tis­tiker ver­fol­gen sicher­lich ges­pannt das harte kopf an kopf ren­nen zwis­chen itunes updates und ver­let­zun­gen von arjen robben.


Ich seh’s schon vor mir: EM 2012 und hin­ten auf dem Trikot von Gomez steht „Schnucki“.
@yellowled
Matthias Mees


Von mir aus kann Gomez öfter ins Abseits ren­nen; sieht man ihn wenig­stens in Großauf­nahme.
@ankegroener
ankegroener


Ich glaube immer noch, dass der Bun­de­stro­janer gar keine Absicht ist, son­dern dass jemand im Bun­destag sich beim WEB.DE-Login verk­lickt hat.
@hoch21
Roman Held


Ein­mal im Leben cool dabei ausse­hen, wenn man sich auf einen Barhocker setzt. Ein einziges Mal.
@Frau_Elise
Frau Eise


“Her­zlichen Dank für den Auf­trag und viel Spaß mit Ihrem neuen Bett”.In! In! Gram­matik, Peo­ple.
@martini_
mar­tina kink


Ein ordentlicher Text über das Tanzen MUSS ein­fach mit den Worten “Patrick Swayze” begin­nen.
@eigenart
eige­nart


Bei der Frauen­quote nach freier Mark­twirtschaft schreiben und dann ab zur näch­sten Occupy-Demo.
@atomazing
Mäd­chendin­gens.


Ich weiß zwar nicht, worum es geht, aber bitte köpft keine Pferde!
@Maria_Berlin
Maria Köh­ler


DOCH EINES TAGES WERD ICH MICH RÄCHEN ICH WERD PROMOVIEREN UND DIE HERZEN ALLER NERDJUNGS BRECHEN
@ohaimareiki
mareike


Es sollte eine eigene Berufs­beze­ich­nung für junge Frauen geben, die alten Män­nern das Inter­net erk­lären.
@fraeulein_tessa
teresa m. bücker


Ey yo, Handypro­gram­mierer: Wer euch gesagt hat, das man genau wis­sen will, wie lange man noch hat, bis der Wecker klin­gelt, hat gel­o­gen.
@Nilzenburger
Nilz Bokel­berg


@ Man nennt Solin­gen nicht umsonst “Die Karibik des Ruhrpotts.“
@hirngabel
hirnga­bel


Wün­schte, amerikanis­che Forscher wür­den her­aus­finden, warum die Frau die Spül­mas­chine ein­räumt, wie sie’s tut. Dann hätte man einen Ansatz.
@Sebas_
Sebas


Vielle­icht läuft das mit Schmidt und Stein­brück dann ja so wie bei Barca mit Cruyff und Rijkaard.
@yellowled
Matthias Mees


Ich presse ein paar Scheiben Wurst hin­ter einen Glas­bilder­rah­men und nenne es „Brot­lose Kunst“. Mein kreativer Durch­bruch ist ganz nah.
@inschka
insa. oh insa.


wenn wis­senschaftler das näch­ste mal 1 mio tweets analysieren und sagen das inter­net sei “happy”, dann zeige ich auf den #hsv hash­tag…
@JanSchmidt
Jan­Schmidt


män­ner, kinder und dia­man­ten muss man mit fas­sung tra­gen.


Blöd, wenn man eine Zahn­lücke hat, in die sich die Nuss aus dem Rocher pass­ge­nau ein­fügt.
@Glubberer69
Max Mor­lock


Ich bin nicht sex­uell, ich bin massenkom­pat­i­bel.
@hirngabel
hirnga­bel


Ganz Brotham City in den Fän­gen der Nutella-Mafia. Aber was ist das? Erd­nußboy? Mett-Guy? Nein! Es ist Ziegenkäse-Honig-Zitronenpfeffer-Man!
@the_maki
the maki


iPhone Auto­cor­rect macht also aus “Effen­berg” “Waf­fen­verkauf”. Da wer­den Pri­or­itäten gesetzt.
@MeineSaison
Tobias Singer


Alle reden immer von Jogis Schals. Kann man einer was zu Rum­menigges Hal­stüch­ern sagen? Geht ja ÜBERHAUPT NICHT!


Patenkind sit­ten endet immer in Tagträu­men von eige­nen Kindern. “NALA ROXANNE PEACHES UND BOWIE NEO HENDRIX, HÖRT AUF DIE KATZE ZU BEISSEN.“


Pro­tipp: Jeans immer auch im Sitzen anpro­bieren. Am besten nach vier Bier und einem Schweine­braten (Mod­ell­beispielmahlzeit).
@HappySchnitzel
Sue Per­man.

31
Oct 2011
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Aus den Tiefen des Feeds KW 43

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30
Oct 2011
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Aus den Tiefen des Feeds KW 42

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23
Oct 2011
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Viktoria bedeutet “die Siegreiche”

Por­trait meiner Groß­mut­ter anno 1940

Zuerst wollte ich ein paar Worte zur Frauen­quote schreiben. Aber dann schien die Sonne und man brachte mir ein Bild. Heute ist Donna Dora, Matri­archin vor dem Herrn, ein Jahr tot. Damals habe ich die fol­gen­den Zeilen in mein rotes Notizbuch geschrieben. [Sollte Ihres oder mein Leben dere­inst ver­filmt wer­den, ver­bi­ete ich hier­mit sowohl Iris Berben als auch Veron­ica Fer­res jeden Zutritt zu der Rolle meiner Groß­mut­ter. Chris­tine Neubauer nur, wenn es ein Film in Original-Dialekt wird.]

Meine Locken habe ich von ihr. Meinen zweiten Vor­na­men.
Manche wür­den wohl behaupten auch meinen Sturkopf und das fehlende Tal­ent zum Flüstern. Oder für Diplo­matie.
Eher stark, zäh und amüsant als warmherzig und liebenswert.
Ich ver­wan­dle mich also bere­its jetzt in meine Groß­mut­ter. Und nun, wo sie nicht mehr da ist, kann ich nicht mehr beobachten ob ich vielle­icht doch auch ein paar pos­i­tive Eigen­schaften aus der Erb­masse ergat­tert habe.
Nicht, dass nur wir beide diese Attribute hat­ten. Das sind ziem­lich durch­set­zungs­fähige Gene. (Das erwäh­nte ich ja bere­its.)

Außer­dem hatte sie als Jahrgang 1922 dur­chaus Gründe, um nicht zu sagen Umstände, die sie so haben wer­den lassen. Mit kaum 18 ver­lobt, kurz darauf Bäuerin, Ehe­frau und wichtig­ste Madame auf dem Dorf. Man war schließlich der größte Bauer, der Ehe­mann hatte den Ortsver­band der CSU, den Sportverein und die Tra­chtler mit­be­grün­det. Mia san ja eppa
Es fol­gen Kinder, Krieg, Wittwen-Dasein, Ram­tam­tam. Der Mann stirbt kurz nach dem Krieg und eine ganze Weile ist sie alleinige Chefin auf dem Hof. So ganz hat sie ihn nie aus der Hand gegeben, zum Lei­d­we­sen ihrer Schwiegertochter. Die einzige Tochter muss sie zu früh zu Grabe tra­gen und bevor sie wirk­lich zum trauern kommt liegt der jüng­ste Sohn nach einem Unfall im Koma. Aber sie hat immer die Fäden in der Hand behal­ten.
Was soll man da wer­den — außer zäh?

Ein kluger Kopf und ein schar­fes Mundw­erk waren ihr gegeben, lange bevor das einer Frau irgen­det­was nutzte. Sie kon­nte schneller Kopfrech­nen als die Händler auf dem Kälber-Markt, hat sich gemerkt wer was wann über wen gesagt hat und das zu ihren Gun­sten genutzt.
Trotz­dem war sie eben nur die Frau vom Bauern. Darüber nicht ganz zu ver­bit­tern ist schon eine Kunst. Aber sie schuf sich kleine Fluchten, das kon­nte sie. 1

Trotz­dem, sie war meine Oma mit den Dampfnudeln und einem großen Glas voller Tof­fees neben dem grü­nen Fernsehses­sel. Und Stre­ich­wurst­sem­meln mit einer dicken Schicht But­ter als Unter­lage. Die mit uns nach München in den Tier­park fuhr und handgemachte Dirndl spendierte. Eine Patronin eben und sowas hat nicht jeder zur Großmutter.

Manch­mal bedeutete das auch, dass andere ver­lieren, ein­stecken mussten. Haupt­sach, die Fam­i­lie war geschützt. Wir soll­ten alle immer den Kopf oben hal­ten und auf Respekt pochen, do kannd ja nachad jeda daher kemma.

Jetzt, wo ich plöt­zlich mit einer gewis­sen Wehmut an sie denke, schaue ich erst recht darauf, dass ich ihr kei Schand’ mach. Das ist die Macht von Großmüttern.

  1. Bei einer solchen Gele­gen­heit ent­stand das obige Bild. Frisch ver­lobt war sie auf ein­mal ver­schwun­den. Zuerst in München, wo sie sich por­traitieren ließ und nach einem kurzen Abstecher in Ital­ien zurück kam, um brav den älteren Bauern zu heiraten.

18
Oct 2011
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