Patsch / Bella / Blog

… vom Donnerhall fast taub

March 16, 2013 Allgemein ,

I hereby declare this the Gröner-Appreciation Day

Dies ist eine Art Laudatio.

Den Ein­fluss eines Men­schen auf das Leben eines anderen zu messen ist aus­ge­sprochen schwer. Beson­ders im Inter­net. Jemand veröf­fentlicht etwas in einem Blog. Ein anderer liest das. Findet es gut, liest weiter. Tut das ein paar Jahre und erhält dadurch einen kleinen Ein­blick in das Leben, sogar die Gefühlswelt des veröf­fentlichen­den Men­schen. Formt sich ein Bild, eine Mei­n­ung zu diesem anson­sten Unbekan­nten. Fängt an sich zu freuen wenn diesem Gutes passiert. Lei­det mit, regt sich zusam­men mit dem Schreiben­den auf, wartet irgend­wann auf die Mei­n­ung dessen bevor er seine eigene Mei­n­ungs­bil­dung als abgeschlossen betrachtet.

Die Beziehung BloggerIn-Leser ist beson­ders bemerkenswert, weil die Blog­gerIn ja nicht weiß wer alles liest. Oder seit wann. Manche kom­men­tieren oder schreiben zwar, aber viele lesen ein­fach nur und lassen die gele­se­nen Worte im eige­nen Kopf wider­hallen.
Bis zum kri­tis­chen Punkt. Der erre­icht ist, wenn das Leben und die The­men der Blog­gerin sich mit denen der Leserin überschnei­den. Stich­wörter fallen. Ther­a­pie und Depres­sio­nen, Kör­perdinge, Schön­heitswahn und vol­lkom­men har­monisch in dieser Aufzäh­lung: Fußball.

Jetzt haben sie, lieber Leser nach einem Blick auf die Überschrift bis hier­her gele­sen und fra­gen sich, wann es denn endlich los geht. Schließlich soll es nicht all­ge­mein um Blog­gerin­nen gehen, son­dern um die Grande Dame der Blog­liga. Ursprünglich wollte ich diesen Ein­trag per­sön­lich ans Geburt­stagskind richten. Aber dann fiel mir auf, dass das nicht der Punkt ist.

Nutzen wir die Gele­gen­heit des grön­er­schen Wiegen­festes also, um zu etablieren, dass es in diesem Inter­net Men­schen gibt deren Worte und Bilder einem mehr Unter­hal­tung als jedes Buch und mehr See­len­heil als jede Ther­a­pie ver­mit­teln kön­nen. Klar, ich hab auch ange­fan­gen zu lesen und dachte, oh nett, die kann schreiben und ist sym­pa­thisch und mag Filme. Mag ich auch. Das mochte ich so sehr, dass ich sogar Golfein­träge gele­sen habe. Ich finde Golf bescheuert, mag aber wenn Men­schen so enthu­si­astisch sind, dass ich ihre Begeis­terung mich ansteckt. Und über diesen Enthu­si­as­mus schreiben kann Anke wie kaum jemand anderes. Golf, Filme und Serien und irgend­wann ging es dann los mit den sehr per­sön­lichen Ein­trä­gen. Mit Ihrer Wieder­ent­deck­ung des Genusses und den Zeilen über ihren Weg zur Akzep­tanz des eige­nen Kör­pers. Das war das erste mal, dass ich wegen eines mir bis dato nur dig­i­tal bekan­nten Men­schen geheult habe. Ver­dammt, da geht es jeman­den so wie mir. Dabei ist Anke doch super, dachte ich, das kann doch alles nicht sein.

Irgend­wann in diese Zeit begann die Twitter-Sache. Da gehörte sie zu den ersten denen ich gefolgt bin. (Klas­sis­ches Internet-Symptom: Ich habe kein­er­lei Ahnung wann was passierte und was zuerst kam. Gefühlt war Anke eh immer schon da.) Ebenso gefühlt kurz darauf hat Anke Mario Gomez für sich ent­deckt und ein Buch geschrieben. Irgendwo in diesem Strudel aus Fußball­blo­gein­trä­gen und Lesung kon­nte ich Anke in der analo­gen Vari­ante ken­nen ler­nen. Im Sta­dion natür­lich. Der Abend endete spät, um nicht zu sagen am frühen Mor­gen und mit der Erken­nt­nis: Men­schen die im Inter­net clever, witzig und großar­tig wirken, sind im “echten” Leben manch­mal noch toller. In Zeiten in denen wir davor gewarnt wer­den zu viel von uns im Inter­net preis zu geben, bitteschön auf unsere Rep­u­ta­tion zu achten, sind solche Momente ein gutes Argu­ment dagegen.

Vor Kurzem hat Anke noch mal etwas Neues ange­fan­gen. Mit noch mehr Begeis­terung. Und wir, ihre Leser, haben mit­ge­fiebert. Vom Moment des Entschlusses, über alle Widrigkeiten (hallo Imma­triku­la­tion­s­men­schen von der LMU! That was fun!) und Schließlich das Happy End. Happy Anke.

Ihr glühende Liebe zu Kunst und Oper inspiri­eren mich immer wieder auch weit­er­hin meine Träume nicht aus den Augen zu ver­lieren. Ein­fach auch mal ja zu sagen. Manch­mal tre­ffe ich mich sogar mit Men­schen aus dem Inter­net. Das ist möglich, weil ich an ihrem Beispiel gese­hen habe, dass die eige­nen Kom­plexe und Neu­rosen andere weniger schräg finden als man denkt. Im Gegen­teil, dass sie zu dem gehören was uns verbindet.
Keine Angst zu haben vor neuen The­men und sich ein­fach in Aben­teuer zu stürzen, das sind die Geschichten die wir alle brauchen. Wegen der wir alle das Inter­net so mögen. An jeder Ecke lauert eine solche Geschichte, einer dieser faszinieren­den Menschen.

Wenn wir beson­ders viel Glück haben, mögen sie sogar den gle­ichen Fußballverein.

Liebe Anke,

ich wün­sche dir alles Gute zum Geburt­stag und vol­lkom­men uneigen­nützig noch viele Aben­teuer und erfüllte Träume und spon­tane Begeis­terun­gen. Ich wün­sche dir, dass Mario Gomez das entschei­dende Tor im Finale einer Welt­meis­ter­schaft schießt und immer genug guten Wein im Haus.

Vie­len Dank dafür, dass du hin und wieder völ­lig emo­tional und albern und dann wieder unglaublich klug bist. Weil das alles zusam­men geht und gar kein Wider­spruch ist.

Auf dich, Cheers!

P.S.: Ich wollte dir zuerst ein Buch schenken, aber deine Wun­schliste ist voller Kunstgeschichte-Zeug von dem ich kaum die Titel ver­stehe. Jetzt hast du eine Grußkarte in Überlänge bekom­men. Das hast du davon.

  • Schokokind

    Hallo Isabella
    Ich bin eine Stille Leserin von Anke schon seit Jahren und wollt dir für die sehr tre­f­fende Lau­da­tio danke mir geht es beim lesen ihrer blog Beiträge ähnlich.
    Lieber Gruss Eetje

  • Savall

    Yepp. Kann ich mich nur vollinhaltlich anschließen. Lei­der hab ich let­ztens schon was von der Wun­schliste geschenkt und kann nicht schon wieder, ohne auf­dringlich zu wirken.

  • http://twitter.com/UBarto Ubarto

    I sec­ond that! Liebe Anke, auch von mir alles, alles Gute zum Geburtstag :-)