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… vom Donnerhall fast taub

July 26, 2012 Allgemein , , , , , , , , ,

Von Podcasts und Webshows: Story-Methadon für den Sommer

Wir haben ja hier aus­führlich etabliert, dass ich voll an der Seri­en­nadel hänge. Und so glück­lich ich über die Wiederkehr von Break­ing Bad und White Col­lar bin, es langt doch während dieses trüben Som­mers nicht auf die Dauer.

Was tut der Serien­junkie also? Besorgt sich Ersatz in Form von Web-Serien und Pod­casts. Beide For­mate haben sich längst emanzip­iert und kön­nen in Qual­ität und Unter­hal­tung locker mit “tra­di­tionellen” Medien mithal­ten. Bonus: kein Ärger wegen Geo-Blocking. Web­shows sind für alle da!

Pod­casts: Unter­hal­tung zum Draußen hören
Wired Sto­ry­board

Die Wired zu erk­lären wäre Eulen nach, dings, Athen tra­gen. Der Storyboard-Podcast ist eine entsprechend wilde Mis­chung. Von Inter­views mit z.B. Vince Gilli­gan, dem Kopf hin­ter Break­ing Bad hin zu einem Gespräch über den irischen Whiskey-Markt. Immer span­nend und mit neuen Erken­nt­nis­sen. Meis­tens endet es damit, dass ich anschließend ganz viele Sachen googeln muss. Ganz klas­sis­che Hor­i­zon­ter­weiterung. Das mag ich.
Link: Wired Sto­ry­board Podcast

StarTalk

Neil deGrasse Tyson, das ist der Mann der John Stew­art erk­lärt hat, dass sich seine Weltkugel falsch dreht. James Cameron hat für ihn den Him­mel über der Titanic geän­dert. Und ein biss­chen hat er auch damit zu tun, dass Pluto kein Planet mehr ist. Kurz: ein Astronomie-Rockstar. Der StarTalk ist seine unregelmäßige Radio-Show, in der er sich mit Wis­senschaftlern, Schaus­piel­ern und Come­di­ans über den Him­mel, die Sterne und ihre Rolle in unserer Kul­tur unter­hält. Klingt lang­weilig? Nicht wenn Whoopi Gold­berg über StarTrek redet oder an anderer Stelle erk­lärt, was in Super­man alles nicht plau­si­bel war. Nix mit trock­ener Wis­senschaft, son­dern Begeis­terung für das Uni­ver­sum. Wie Mr. Tyson sagt: Keep look­ing up.
Link: Stark­Talk Radio

The Nerdist Writ­ers Panel

Okay, das ist jetzt nicht für jeden, muss aber mit auf die Liste. Weil: Mein Lieblingspod­cast.
Ben Blacker, selbst TV-Drehbuchautor redet mit den Köpfen hin­ter unser aller Lieblingsse­rien. Die Pan­els wer­den meist mit Pub­likum aufgeze­ich­net, das dann auch Fra­gen stellen darf. Wie sind Vince Gilli­gan (Break­ing Bad), Ben Edlund (u.a. Super­nat­ural), Dan Har­mon (COMMUNITY!) oder Jane Espen­son (Buffy, BSG, Torch­wood) gewor­den was sie sind, wie geht’s in einem Writers-Room zu, woher kom­men die Geschichten und wie dreht man nicht durch zwis­chen Dead­lines, Fan-Reaktionen und Stu­dios die wegen all der Umwälzun­gen in der TV-Landschaft leicht in Panik ger­aten. Klingt trocken, ist es aber nicht. Diese Men­schen sind witzig und ver­ste­hen was vom erzählen. Wer sich auch nur ein biss­chen dafür inter­essiert was hin­ter den Kulis­sen passiert wird diesen Pod­cast so lieben wie ich. Allein die Geschichte wie Autorin Amy Berg Joss Whe­don ken­nen­gel­ernt hat (es ist ein Holzpflock involviert) ist es wert. Oder wie der Lost-Pilot an einem Woch­enende ent­stand. Oder der Head­writer von Dead­wood seine Scripts gern im Liegen dik­tiert. Geschichten-Profis eben.
Link: Nerdist Writ­ers Panel

Web-Shows: Kleine Hap­pen, viel Buzz
The Guild

Feli­cia Day. Mehr sollte man ja eigentlich nicht sagen müssen. Die ungekrönte Geek-Königin ist Schaus­pielerin, Autorin, Pro­duzentin, Gamerin und ganz generell ziem­lich awe­some. Mit­tler­weile 5 Staffeln umfasst die Saga um eine Gruppe von MMORPG-Spielern (ich musste auch erst nach­se­hen wofür das genau steht. Men­schen die sich zusam­men schließen um online als Gruppe zu spie­len.) Feli­cia spielt Codex, die zurück­ge­zo­gen lebt und einge­se­hen hat, dass sie ein kleines Prob­lem mit ihrer ‘Spiel­sucht’ hat. Als es Ärger inner­halb der Gruppe gibt, ini­tiert sie kurz­er­hand ein Tre­f­fen aller Mit­glieder. Die natür­lich bunt gemis­chte Truppe stolpert von da an gemein­sam durch’s Leben. The Guild ist keine Gamer-Serie. Es geht viel mehr um das aufeinan­dertr­e­f­fen von Online-Leben auf Offline-Realität und was das mit einem Leben anstellen kann.

Link: The Guild

Hus­bands

Noch bevor Jane Espen­son eine der pro­fil­iertesten Autorin­nen im Bere­ich Sci-Fi und Mys­tery wurde, war sie als Comedy-Autorin unter­wegs. Irgendwo zwis­chen Torch­wood und Once Upon A Time hatte sie dann wohl ein paar freie Tage. So ent­stand Hus­bands. Eines mor­gens wachen der her­rlich aufge­drehte Cheeks und Profi-Baseballer Brady in einem Hotelz­im­mer in Las Vegas auf und sind, wie das Leben so spielt, ver­heiratet. Hus­bands ist vol­lkom­men durchgek­nallt und unglaublich witzig. Bald startet Staffel 2, jetzt ist also genau der richtige Zeit­punkt um einzusteigen.

Link: Hus­bands

Lizzie Ben­net

Lizzie ‘Eliz­a­beth’ Ben­net und ihre Schwest­ern. Genau, die Bennet-Schwestern. Man kön­nte meinen es gäbe genug Vari­anten von “mod­er­nen” Jane Austen Ver­fil­mungen. Aber min­destens diese hier hat es noch gebraucht. Lizzie ist mitte 20, studiert irgend­was mit Kom­mu­nika­tion und ihre Mut­ter findet es schade, dass weder sie noch ihre liebreizende große Schwester Jane schon ver­heiratet sind. Wo doch die Wirtschaft…! Leicht gen­ervt fängt Lizzie darum ein Video-Tagebuch an, in dem sie mit Hilfe von Fre­undin Char­lotte von ihrer hys­ter­ischen Mut­ter und dem geheimnisvollen Mr. Bing Lee erzählt. Und natür­lich vom furcht­baren, unerträglichen Mr. Darcy.
Lizzie ist endlich so, wie man sich die mod­erne Eliz­a­beth vorstellen würde und auch sonst glänzt die kleine Show mit toller Beset­zung und stylis­chen Dialo­gen. Da ist es ver­schmerzbar, dass Lizzie statt in Eng­land jetzt irgendwo in den USA ihr Unwe­sen treibt.

Link: The Lizzie Ben­net Diaries