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… vom Donnerhall fast taub

June 26, 2012 Allgemein , , ,

Vielleicht sollten Urheber Verwalter werden

Heute mor­gen noch geistig Beifall geklatscht, weil Glam so eine schlichte, gute Idee hatte.

Eine faire Vorge­hensweise meines Eracht­ens: Die Schlecker-Mitarbeiter und Innen umschulen auf Internet-Ordnungsamt. Ille­galer Down­load sollte dop­pelt soviel kosten wie das ille­gal geladene Dig­i­tal­pro­dukt. Keine absur­den Abmahnkosten, ein­fach Strafzettel mit Zahlungsauf­forderung. 50/50-Teilung zwis­chen den Schleck­ers und dem Ver­lag. Das finde ich fair gegenüber bei­den Seiten — dem Down­loader und dem Urhe­ber. Und den Schleck­ers. Aber ich gehöre noch der Gen­er­a­tion an, die die Zeiten vor dem Netz erlebt hat und nicht annimmt, dass es alles was es im Laden gibt auch irgendwo gratis im Netz geben muss.[Glam löst Urhe­ber­rechts­de­batte]

Dann jetzt grade Inter­view mit GEMA-Sprecherin Gaby Schilcher gele­sen und geistig die Hand im Stakkato an die Stirn geschlagen.

50 Jahre lang haben Urhe­ber, Ver­w­erter und Nutzer halb­wegs friedlich kooperiert. Jedes Jahr hat die Gema die Tar­ife erhöht, bevor sie plöt­zlich eine drastis­che Tar­ifre­form ab 2013 durch­drücken will. Was ist passiert?
Wir disku­tieren die Reform seit Jahren mit den Nutzerver­bän­den, also der Bun­desvere­ini­gung der Musikver­anstal­ter, darunter dem Hotel– und Gast­stät­ten­ver­band Dehoga, weil das Sys­tem nicht mehr aus­ge­wogen ist, die Tar­ife nicht mehr stim­men. Die Bun­desvere­ini­gung hat die Gespräche Anfang des Jahres abge­brochen, weil sie ein neues Sys­tem ver­hin­dern will, daher haben wir ein­seitig die neuen Tar­ife verkün­det.[Inter­view mit GEMA-Sprecherin Gaby Schilcher]

Wirk­lich inter­es­sant ist, dass Frau Schilcher auch das hier sagt:

Spielt ein Klub auss­chließlich Gema-freie Musik, zahlt er nicht an die Gema. Aber das ist sehr sel­ten. Wer von der Musik leben will, ist in der Regel Mit­glied einer Verwertungsgesellschaft.

Ach so? Dann wird das hier ja interessant:

Die Gesellschaft für musikalis­che Auf­führungs– und mech­a­nis­che Vervielfäl­ti­gungsrechte (GEMA) verk­lagt den gemein­nützi­gen Musikpi­raten e.V. wegen der Pro­duk­tion einer CD mit unter Cre­ative Commons-Lizenzen veröf­fentlichter Musik. Bei einem der veröf­fentlichten Titel ver­weigerte die GEMA die Bestä­ti­gung, dass der Song GEMA-frei ist, und verk­lagt nun den Verein vor dem Amts­gericht Frank­furt. Die Musikpi­raten begrüßen diesen Schritt, da so die Gültigkeit der CC-Lizenzen im Zusam­men­hang mit pseu­do­ny­men und anony­men Veröf­fentlichun­gen erst­ma­lig in Deutsch­land gerichtlich gek­lärt wer­den wird.