docu​.fm

docu​.fm

08/01/2012 16:12 2 comments

In den let­zten bei­den Wochen festgestellt:

  • Ich kann ohne Face­book und Google+ Apps auf dem Wis­chtele­fon leben.Weil ich in beide Netze ohne­hin nur noch spo­radisch rein­schaue und mich noch sel­tener etwas dort überrascht.
  • Dafür gehe ich nir­gendwo ohne meinen Google Reader hin. Meine Feeds sind meine tägliche Lesegrundlage
  • Und: ohne Twit­ter geht es überhaupt nicht mehr. Wie kon­nte das passieren? Aus­gerech­net das flat­ter­hafte 140 Zeichen — naja, Net­zw­erk ist mir ern­sthaft ans Herz gewach­sen. Die Men­schen, das Frotzeln, die schnelle Ver­bre­itung von Infor­ma­tio­nen. Allerd­ings ist Twit­ter auch der Ort der los­es­ten Beziehungen.

Damit ver­halte ich mich im Inter­net let­z­tendlich genauso wie im richti­gen Leben. Beziehun­gen schließe ich auf­grund von The­men und dem Niveau der Kom­mu­nika­tion. Ein gutes The­men­blog ist wie ein Sach­buch für mich, ich entwickle eine Beziehung dazu, es ist mein ver­trautes Nach­schlagew­erk. Und die kurzen, spitzen Sätze auf Twit­ter sind mein Verbalsport.

Vielle­icht soll­ten sich Start-ups und ins­beson­dere die mit einem “social” Aspekt mehr Gedanken darüber machen, wo die Gren­zen der Ver­net­zung für ihre Ziel­gruppe liegen. Ich bin nicht zuletzt darum nicht bei Path, weil ich keine Lust habe ständig meinen Stan­dort zu verraten.

Ich glaube die näch­ste Nis­che öffnet sich für Dien­ste im Netz mit klaren Gren­zen.
Zum Beispiel finde ich die Idee zu doku­men­tieren was man so gele­sen oder gese­hen hat, wo man war und was man kauft dur­chaus span­nend. Im Sinne eines eige­nen Jour­nals. Nur gibt es der­lei momen­tan soweit ich weiß nur als offene App­lika­tio­nen mit eigener Com­mu­nity oder Öffnung in Rich­tung Face­book und Twitter.

Kön­nte ich bei gele­sen Artikeln im Netz, gehörter Musik oder einem Ort den ich besuche via einer App oder einer Erweiterung des Browsers mich mit einem Klick daran erin­nern (also in Form einer Art Kalender-Eintrag) fände ich das sogar schön und würde für einen entsprechen­den Dienst (mit guter Ver­schlüs­selung, ver­steht sich) Geld bezahlen. Stattdessen gibt es momen­tan Foursquare und Miso und Lovely­books — alle mit Verbindung in die social Networks.

Das beweist, dass Jour­nal­ing (?) dur­chaus eine Art Trend ist. Schließlich führen die wenig­stens von uns noch Tage­bücher und haben Schwierigkeiten uns daran zu erin­nern was wir noch vor 3 Stun­den im Netz getan haben. Der Wun­sch nach der Doku­men­ta­tion ist ver­ständlich, schließlich wan­dert unsere Aufmerk­samkeit durch die Gegend wie eine Bus­ladung Touris­ten durch die malerischen Alt­städte Bayerns.

Face­book weiß das und ver­sucht mit der Time­line genau das darzustellen. Aber lieber öffentlich. Oder min­destens für Face­book selbst zugänglich. Nie nur für mich. So lassen sich besser große Muster ent­decken und mit großen Mustern lassen sich besser Wer­bekun­den an Land ziehen.
Ich will aber nicht Teil eines Musters sein und trotz­dem irgend­wann mal sagen kön­nen “ach, da, im Jan­uar 2012 hab ich viel von Neil Gaiman gele­sen und In Treat­ment gese­hen und ständig Rezepte aus Food­blogs aus­pro­biert.”. Man kön­nte Pro­dukte die man kauft, Bücher die man liest mit einer App durch den Bar­code ein­le­sen und später Kom­mentare hinzufü­gen. Oder sogar Bilder hinzufü­gen. Und zum eige­nen Geburt­stag gäbe es ein kleine Chronik des let­zten Jahres. Gut, ich fange an rum zu spinnen.

Ich schreibe momen­tan am Ende jeden Tages 5 Zeilen in einen pri­vaten Posterous-Blog. Das ist schon­mal ein Anfang. Aber es wäre irgend­wie nett, wenn ich diese 5 Zeilen unter die Doku­men­ta­tion eines Tage schreiben kön­nte, die ich selbst gebaut habe. Was habe ich gele­sen, getwit­tert, gegessen?
Ja, das ist ziem­lich viel und die meis­ten Men­schen wer­den nicht so viel Spaß an einer Daten­samm­lung ihres eige­nen Lebens haben. Und trotz­dem klicken sie bei Face­book fröh­lich ständig auf “like”.

Solange das nur ich sehen kann und die Daten ordentlich ver­schlüs­selt wer­den. Wie gesagt, gern auch gegen Bezahlung. Bevorzugt sogar auf dem eige­nen Web­space. Wäre sowas so schwer? Hallo Pro­gram­mierer dieser Welt, ihr dürft die Idee gern haben, solange ich dann zu den ersten Usern gehöre.

  • xeniCds

    Gefällt mir die Idee.

    Kön­nte ich pro­gram­mieren (etc.), würde ich mich glatt ran machen. Hätte da schon so die Ideen in der Hand. Eigene Soft­ware für den Web­space mit herun­ter­lad­barer App fürs Tablet/Smartphone mit exter­nen Server­ste­in­stel­lun­gen. Yeah.

    • Anony­mous

      Ja! Ja genau! Vor allem wo doch diese ganzen Dien­ste wie last​.fm oder gomiso schon APIs haben und man das anzapfen kön­nte. Frage mich grade wie das ausse­hen kön­nte. Wäre ja im Grunde sowas wie ein Blo­gein­trag. 
      Bilder und Text kön­nten via Insta­gram oder Email oder wasweißich dazu. Spannend.