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… vom Donnerhall fast taub

December 18, 2011 listendings

Lesesachen KW 49+50

Mein Gott dieses Jahre­sende. Ich meine, Zeit wird’s, dass 2011 Schluß macht (der oblig­a­torische Emo-Jahresendblogeintrag wird fol­gen, TRUST ME.) aber wie zügig das jetzt wieder geht.
Ich, gegen den Main­stream wie immer, LIEBE Wei­h­nachten. Eine runde Erwach­sener isst und trinkt viel, lacht noch mehr, beschenkt sich mit trot­teligen Kleinigkeiten die trotz­dem implizieren, dass man sich kennt und schätzt und irgend­wann nach Mit­ter­nacht bauen meine Schwester und ich eine Bet­ten­burg und lassen uns von tschechis­chen Märchen­fil­men in den Schlaf erzählen.

Ich meine, how can you not love that? Eben.

Zwis­chen den Jahren” werde ich kaum noch dazu kom­men Leses­toff zu sam­meln, daher lassen wir es mal als Jahresab­schlußle­seliste gel­ten, okay? Vielle­icht rede ich in den näch­sten 14 Tagen noch ein biss­chen Musik. Oh, gute Idee. 5 kleine Ein­träge zu Songs und/oder Alben, wie wär’s? Macht jemand mit?

Gut, dann machen wir mal weiter im Text.

Alle Welt liebt Ryan Gosling. Und dank dem Inter­net wis­sen wir jetzt auch, dass

  • Ryan Gosling Bib­lio­thekarin­nen mag.
  • Ich sehe überhaupt nicht mehr ein, immer alles weg­zu­lächeln und schlag­fertig zu antworten: „Ja, es schmeckt. Auch ein Schnittchen?“ Das ist zwar cool und empfehlens­wert, um dein Gegenüber gekonnt zu ent­waffnen, heißt aller­dings auch, dass die Cool­ness mitunter auch meine eigene Wut über­deckt. Ich will mich für normierende Sit­u­a­tio­nen nicht mehr verant­wort­lich fühlen.

  • Ja, es schmeckt — bei der Mädchenmannschaft.
  • Ich schaue beim Überholen von der lah­men Sau vor mir – ist doch bes­timmt ‘ne Frau! Wenn ich aus dem Büro­fen­ster jeman­den beim Ein­parken beobachte, der sich beson­ders kom­pliziert anstellt, erwarte ich, dass eine Frau aus dem dann park­enden Auto aussteigt. Und wenn ich ehrlich bin: es nervt mich. Und das jeden Tag immer wieder. Ich weiß, dass dieses Ver­hal­ten falsch ist. Um genau zu sein, ist es sex­is­tisch. Es entwürdigt andere Men­schen, die nicht meinem Geschlecht ange­hören. Es erk­lärt sie zu Objek­ten, raubt ihnen einen Teil ihres Menschseins.

  • Einer der grandioseren Texte zum Thema All­t­ags­sex­is­mus, beim Kegelklub.
  • Frauen kön­nen studieren, zwis­chen Vol­lzeit– und Teilzeitbeschäf­ti­gung wählen oder gar nicht arbeiten, Kinder kriegen oder nicht, sie selbst aufziehen oder außer Haus betreuen lassen. Sie kön­nen die Schei­dung ein­re­ichen und eine Frau heiraten. Frauen sind die Autorin­nen ihrer eige­nen Biogra­phie. Wozu also noch Fem­i­nis­mus? Oder, wie Roten es aus­drückt: „Warum sollte ich Unter­stützung brauchen, wenn ich meinen Weg doch gän­zlich unbe­hin­dert gehen kann! Für mich lief alles super! Dank Alice Schwarzer und ihren Frauen! Sie haben ihr Ziel erre­icht: für mich eine bessere Welt zu schaf­fen! Et voilà! Merci! Und jetzt abtreten, bitte.“

  • Warum genau dem nicht so ist, beschreibt Melanie Mühl ein­drucksvoll in der FAZ
  • Man merkt auch hier, 2011 war die Sache mit der Gle­ich­berech­ti­gung eines meiner großen The­men. Ich werde euch damit auch im kom­menden Jahr auf die Ner­ven fallen, aber jetzt wech­seln wir mal den Themenblock.

    Das Gericht entsch­ied also auf­grund des rechtswidri­gen Gutacht­ens des Schuldirek­tors Pase­mann der Gehör­losen­schule Augs­burg, dass das gehör­lose Kinder in Bay­ern am besten in Förder­schulen aufge­hoben seien, da die Kinder dort die Kom­mu­nika­tions­for­men wie Sprechen usw. ler­nen würden.

  • Ich kann meine Empörung über diesen Vor­gang, bei dem zwei gehör­lose Kinder Spiel­ball sel­ten blöder Richtlin­ien wer­den, kaum in Worte fassen. Gut, dass Jule das macht.
  • Accord­ing to Yahoo News, the secret giv­ing trend that’s qui­etly spread­ing orig­i­nated in Michi­gan, and the story usu­ally goes some­thing like this: an anony­mous per­son calls a KMart store’s lay­away depart­ment and asks to help pay down the bal­ance of a fam­ily who has put toys on lay­away. The Stealth Santa won’t pay the entire bal­ance; they’ll leave a few cents to sev­eral dol­lars remain­ing to keep the items on hold. Then, some­one from the lay­away depart­ment will call the fam­ily and tell them that their Christ­mas shop­ping is paid for, save a few odd dol­lars, and that they can pick it up when they’re ready.

  • Sie wollen in diesen Zeiten ihren Glauben an die Men­schheit wieder? Lesen sie das hier.
  • Ihr, die Ihr ja so viel von Schiffs– und Freibeuter­wort­spie­len hal­tet. Ihr seid ein kleiner Haufen, schlecht organ­isiert, teil­weise reich­lich inkom­pe­tent und schon frühzeitig durch nicht ide­ales Per­sonal geplag­prägt. Das finde ich noch rel­a­tiv in Ord­nung, es dauert etwas, bis man begrif­fen hat, was gut ist und was schw­er­stens schadet. Mit wem man spricht und wann man besser doch das blöde Maul hält. Kann ja alles mal passieren, nimmt keiner krumm, das alles kommt schon in die Bah­nen, dann passt es. Und vielle­icht wer­den dann auch mehr Leute dazus­tossen, die auch wis­sen, was sie tun.

  • Ich mag Don Alphonso wenn er Leute gekonnt abwatscht. Und die Kom­mentare sind großer Sport.
  • Nicole B. hat Jonathan gekannt. Sie hat gezögert, den Lügen und Zumu­tun­gen von “Bild” und “Mor­gen­post” öffentlich zu wider­sprechen, weil sie Angst hat, dass deren Leute sich daraus wieder Dinge her­aus­picken und nach Belieben ver­drehen wer­den. Sie will dem Ruf ihres ermorde­ten Fre­un­des nicht noch weiter durch Abfalljour­nal­is­mus schaden.

  • Und darum liest man die Bild nicht. Ver­linkt sie nicht. Und lässt sich, liebes ZDF, auch nicht vor ihren Charity-Karren spannen.
  • Wie sich’s für eine Serie gehört, fing ich vor ein paar Wochen mit der ersten Folge an und auch wenn ich dem Autor und Regis­seur Franz X. Bogner schon ab dem Pilot ein sagen­haftes Gespür für Tim­ing und wahrhafte Dialoge bescheinige, hielt ich die erste Folge für ein biss­chen zu aufge­dreht, zu plaka­tiv und auf zu läs­sig getrimmt, mit vie­len One-Linern, über die ich heute nicht mehr in dem Maße lachen kann wie in meiner Gym­nasialzeit. Doch schon ab Folge 2 begreift man Folge 1 lediglich als eine Präam­bel zur einer Geschichte übers Älter­w­er­den und dem Auf­flam­men eines inhärenten Abschiedss­chmerz, den Auf­takt vom Ende der Jugend auf dem Dorf, scheiße­gal ob in den 68ern oder jetzt.

  • Der Burn­stl schreibt über das Meis­ter­w­erk “Irgend­wie und Sowieso” und mir wird ganz warm ums Herz.
  • „Um Pfeif­fer Drüsen­fieber zwei Mal zu bekom­men, muss das Immun­sys­tem eigentlich ziem­lich zer­schossen sein“, höre ich ihn sagen. „Sind Sie oft krank?“
    Fünf Monate 2010, drei Mal Antibi­otika. Zwei Lun­gen– und drei Rach­enentzün­dun­gen in vier Jahren. Drei Wochen später bin ich zu Hause, wieder einiger­maßen fit und auf dem Weg zum Gesund­heit­samt. Die beste Fre­undin von allen begleitet mich.

  • Egal wie sicher wir uns alle fühlen, die Angst bleibt.
  • Und jetzt geben wir noch schnell ab zum Spocht.

    Now­itzki played with the com­mand of a star who con­trols the tempo with­out appear­ing to be hur­ried. He led the Mavs back from deficits of 15 points with five min­utes left in the West­ern Con­fer­ence finals at Okla­homa City, and then scored the Mavs’ last nine points to steal Game 2 of the NBA Finals at Miami. All the while, he never appeared to feel pres­sure, even though this may have been his last chance at a title.

  • Ian Thom­son erk­lärt, warum Dirk Now­itzki für ihn der Sportler des Jahres ist. I’m inclined to agree.
  • Bere­its vor Jahren, als in der Cham­pi­ons League Sai­son regelmäßig kurz vor Spielschluss der Ein­marsch der Ord­ner, die gar nicht so sehr an Glad­i­a­toren gemah­n­ten, in ihren orange­far­be­nen Leibchen anstand, hatte der Gesang »Schwule, schwule Hol­län­der« Einzug gehal­ten, vielle­icht auch noch früher, ich weiß es nicht genau. Und nun war es wieder soweit.
    Ich stand dabei, rang nach Sou­veränität, war halb­herzig bemüht, an mich zu hal­ten, doch irgend­wann kon­nte ich nicht mehr.

  • Es gibt so The­men, da braucht man keinen Auf­s­tand der Anständi­gen, son­dern einen anständi­gen Auf­s­tand. Homo­sex­u­al­ität im Fußball ist so ein Thema.
  • Und dann war da noch die Geschichte von Feli­cia Day, einem Wurm und einem schö­nen Beispiel dafür, wie Geschichten erzählen heute funk­tion­ieren kann.

    The saga of the worm Feli­cia Day saved and the Twit­ter fol­low­ers who made it epic.

    P.S.: Ich weiß es ist eine Casting-Show. Ich weiß Nena ist eine Ner­ven­säge und Xavier Naidoo nicht jed­er­manns Sache. Aber. ABER! Dass es solche Momente in einer deutschen Show noch mal geben würde, damit hät­ten sie doch auch nicht gerech­net, oder?