Man wird ja mal noch Kommunikationsherrscher werden dürfen

Ich muss dann mal kurz Pause machen mit #30d30s , geht bald weiter

Dieser Ein­trag von Don Dahlmann hat bei mir einen schon lange andauern­den Denkprozess wieder angeleiert.

Während er viele Punkte anspricht, geht es mir per­sön­lich speziell um die Kom­po­nente der manig­falti­gen Kom­mu­nika­tion­skanäle die viele von uns heute nutzen.

Aber in einem Punkt hat er Recht – die Kom­mu­nika­tion, vor allem von sehr aktiven Net­zbe­wohn­ern, franst zuse­hend aus und die eige­nen soziale Net­zw­erke wer­den bis zu Unken­ntlichkeit atom­isiert. Leute, die ich gerne lese, schreiben in Blogs, Tum­blern, Soups, auf Twit­ter, Face­book und in Zeitun­gen. Da den Überblick zu behal­ten, ist schon mal ne Sache für sich.
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Ich erlebe das auch bei mir sel­ber. Ich beschränke meine Kom­mu­nika­tion schon Twit­ter und das Blog, und ver­suche andere Dien­ste (blip​.fm zB) zumin­d­est mit Face­book zu verknüpfen, merke und höre aber auch, dass das schon anderen Men­schen zu viel ist. Das kann ich ver­ste­hen, denn nicht jeder hat Zeit, sich mit all diesen Tools zu beschäfti­gen.
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Nicht, dass ich alles dop­pelt posten möchte, im Gegen­teil. Am lieb­sten würde ich das Blog lieber mehr in den Vorder­grund stellen um die Kom­mu­nika­tion wieder mehr zu konzen­tri­eren. Das Twit­ter und Face­book Blo­gein­trä­gen schaden kön­nen, ist hin­re­ichend disku­tiert wor­den. Tat­säch­lich fehlt das Sam­meln der Kleinigkeiten, die man früher in Blo­gein­träge ver­wan­delt hat, auf der einen Seite. Auf der anderen Seite hat sich halt gezeigt, dass Twit­ter und Face­book die deut­lich besseren Tools dafür sind, weil selbst gehostete Blogs ein­fach zu unflex­i­bel sind.

Casus Knaxus, würde ich sagen. Selbst für jeman­den wie mich, der das alles noch nur auf per­sön­licher Ebene und nicht pro­fes­sionell nutzt wird es langsam anstren­gend. Dabei fotografiere ich nicht selbst oder stelle Videos ins Netz. Fast alles an von mir erstell­tem Con­tent ist Wort — bzw. Sprach­basiert. Ander­er­seits teile ich viele Fotos und Videos und Blödsinn mit anderen. Sehr viel davon via Twit­ter. Ein Teil aus Twit­ter wieder­rum lan­det bei Face­book und manches bei den emp­fohle­nen Sachen im GReader.

Als Zwis­chen­lö­sung habe ich links den Lifestream inte­gri­ert, aber der lädt ewig und ich kann kaum her­ausstellen was mir wichtig ist. Let­zten Endes geht es hier auch ganz stark um Pri­or­itäten und Fil­ter. Wenn ich einen Artikel gefun­den habe, den möglichst viele Men­schen lesen sollen — reicht es dann, wenn ich ihn twit­tere? Oder sollte er auch noch in den GReader, auf Deli​cio​.us und in mein Blog?
Oder teile ich das ganze nach The­men auf? Vielle­icht auch nach Medi­en­typ: Videos auf Twit­ter, Artikel in den GReader, und alles andere in den Blog? Meh.
Außer­dem hab ich mit meinem Blödel­pro­jekt auch noch Tum­blr und Co ken­nen­gel­ernt und fest­gestellt — das schnelle sor­gen­freie posten da macht ein biss­chen mehr Spaß als Word­Press. (Wobei man dort anfängt zu reagieren und diverse erste Fea­tures kopiert.)

Don Dahlmann führt dann noch aus, warum ihn Word­Press nervt und ich kann das zum Teil dur­chaus nachvol­lziehen. Ich glaube aber eher, dass es nicht das Sys­tem Word­Press ist, son­dern wie wir es nutzen, bzw. wie es beschrieben wird. Den für die Lösung die viele von uns suchen hat doch nur Word­Press bis jetzt genug Möglichkeiten.

Es gibt für mich zwei Optio­nen, wie ich per­sön­lich gern Kom­mu­nika­tion betreiben/rezipieren würde.

Vari­ante 1:
Ein Tool, ähnlich wie bere­its Friend­feed, Lifestream oder Ping das einen Atom­feed gener­iert mit allem was eine Per­son ins Netz hinein kom­mu­niziert — aber mit mehr Optio­nen zum Edi­tieren. Dop­pelte Links fliegen raus, Tweets mit speziellen Hash­tags kön­nen gefiltert oder zusam­menge­fasst wer­den.
Wer viel twit­tert hat ver­mut­lich schon mit Paper​.li oder twit​ter​tim​.es Bekan­ntschaft gemacht — diese Pro­jekte sam­meln alles was die eigene Time­line den ganzen Tag über so ausspuckt und tun genau das — sie grup­pieren, pri­or­isieren und empfehlen sogar anhand der Häu­figkeit, mit der etwas in der Time­line oder deren Fol­low­ern getweetet wurde.
So kön­nte man bspw. am Ende eines Tages in diesen Feed schauen und kön­nte mit einem Blick kon­trol­lieren, was die entsprechende Per­son so veröffentlicht/geteilt hat. Kein einzel­ner Klick mehr aufs Tumblr-Dashboard, in den Twit­ter­clien­ten und wom­öglich auch noch auf Buzz, Flickr und Youtube.
Solte es übrigens so einen Ansatz schon irgendwo geben — immer her damit.

Vari­ante 2:
Das Revival der Splash-Page. Yes, I said it.
Als Ver­fech­terin der sim­plen Bloglay­outs ist das mit dem Darstellen aller Kanäle so eine Sache. Ich hasse zugepflasterte Blogs. Neben den Klas­sik­ern Archiv, Lin­kliste und Tags stapeln sich bei vie­len mit­tler­weile die But­tons und Streams. Last​.fm, Twit­ter, irgendwo klebt auch bes­timmt dieser saublöde Facebook-Button. Und wo es nicht die Seit­en­leiste zuquetscht, hängt es annähend unbeachtet im Footer rum.
Ich glaube, dass sich Bloglay­outs so wie wir sie ken­nen, ein biss­chen überholt haben.
Immer mal wieder hab ich in let­zter Zeit rumgekritzelt und überlegt, wie ich ein­er­seits einen Blo­gein­trag ins Zen­trum stelle und gle­ichzeitig darstellen kann, was ich rund­herum verzapfe. Man beobachte dazu das beliebte Blog­ger­phänomen: ich zitiere meine eige­nen Tweets in meinem Blo­gein­trag.Schließlich nutzt man die lange Blog­form um möglichst erschöpfend über etwas zu berichten und dazu gehören natür­lich die eige­nen Tweets.
Die wichtig­ste Dif­feren­zierung an dieser Stelle findet bei den The­men­blogs statt. Wenn auf einem Blog fast jeden Tag ein Ein­trag zu einem bes­timmten Thema erscheint (wie beim zurecht gefeierten Alle­sausser­sport.) und außer Kom­mentaren und the­men­spez­i­fis­chen Tweets nicht viel stat­tfindet, ist ein “klas­sis­ches” Bloglay­out immer noch die Beste Lösung.
Aber sobald man zu den Lab­ber­taschen des Web2.0 gehört– ein biss­chen Bloggen hier , ein paar Tweets da, außer­dem stellt man Fotos vom let­zten Bar­camp auf Flickr, betreibt einen Pod­cast oder hat einen eige­nen YouTube-Kanal — sollte sich ein Lay­out pro­por­tional anpassen lassen.
Wie das genau ausse­hen soll — puh, ich weiß es auch nicht genau. Aber ich denke, dass es effek­tiver ist eine Übersichts­seite ähnlich einem Port­fo­lio zu betreiben von wo aus ein Besucher sich den bevorzugten/gesuchten Con­tent auswählt, als ständig alles rund um einen eventuell mehrere Tage alten Blo­gein­trag zu stapeln.
So lässt sich ein einzel­ner Blo­gein­trag auch wieder stärker in den Focus richten. (Dafür hat auch Word­Press in let­zter Zeit mit Fea­tures wie Tax­onomies und Post Types Einiges getan.) Hier fehlen ein­fach die entsprechen­den Themes und Plu­g­ins. Statt alles als Wid­get zu betreiben, muss es möglich sein eigene Con­tentkästen mit einem Feed zu füllen und entsprechend zu verän­dern. Word­Press bietet hier schon eine gute Grund­lage, ger­ade als CMS. Wenn sich jetzt noch ein paar Code-Götter erbar­men und die entsprechen­den Tem­plates bauen, kön­nte es sein, dass die Gemis­cht­waren­blogs sich in Kom­mu­nika­tion­szen­tralen verwandeln.

Aus der Akte: Blog­ger die übers Bloggen bloggen und damit automa­tisch auf der Schmäh­liste von Don Alphonso lan­den. (Alphonso — nicht Dahlmann!)

07
Sep 2010
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DISCUSSION 1 Comment
  • http://www.fraeulein.patschpatsch.com/ Keks

    Ich frage mich, wo ihr alle die Zeit her nehmt, um euch mit diesen vie­len Kanälen zu beschäfti­gen — euren eige­nen und dann natür­lich auch noch mit denen aller anderen. Ich selbst bin mit einem Blog und einem rel­a­tiv überschaubaren Blogum­feld mehr als aus­ge­lastet.
    Trotz­dem (oder ger­ade deshalb) ver­stehe ich die Prob­lematik. Ich glaube es würde mir auch gut gefallen, wenn ich all deine Pro­jekte, Fotos, Filme und­wasweißich­nicht­nochalles auf einen Klick zusam­men hätte. Möglichst übersichtlich und so, dass ich mir raus­suchen kann, ob ich erst Fotos gucken, Artikel oder Blog lesen möchte.

    So viel von jeman­dem, der keine Ahnung von all diesen Din­gen hat :). Ich weiß nur, dass es früher nur einen Ort gab, an dem Patschbella existierte. Heute treibt sie sich im Netz herum und ich habe keine Ahnung, wann sie nach Hause kommt :D.