#30d30s_13…,meiner Kindheit
Präambel: Hinter #30d30s verbirgt sich das hier. Ich konzentriere mich eher auf aktuelle, und hauptsächlich amerikanische Serien. Aber gucke auch andere. Warum alles noch viel schlimmer ist, bitte hier bei den Filmfreunden über aktuelle Entwicklungen lesen. Dem ist nicht mehr viel hinzu zu fügen.
Honorable mention: the Golden Girls
Nicht nur, dass mir diese Damen die Aussicht auf das Alter leichter gemacht haben und ich Käsekuchen auf immer und ewig mit Lästern assoziieren werde — diese Serie war sogar wirklich komisch. So komisch, dass ich manchmal Tränen lache und erst hinterher merke, dass sogar ein Thema ernsthaft angesprochen wurde.(Oder es Gastauftritte vom jungen George Clooney oder Quentin Tarantino enthielt!) Nicht nur Alter, Krankheit oder Tod — sondern für die 80er und 90er schon sehr progressiv — Sexualität im Alter, Homosexualität und Patchworkfamilien hielten für den Plot her. Und dabei nahmen Sophia, Dorothy, Blanche und Rose nie ein Blatt vor den Mund. Sie waren vermutlich um einiges weniger politisch korrekt als viele “Comedys” heute. Ich liebe diese vier Ladys, als wären sie meine eigenen lasterhaften Tanten. Wenn in krank werde, gehören die DVDs und das stundenlange lachen zum Heilungsprogramm. Und es funktioniert.Thank you for being a friend.
Runner-up: Gilmore Girls
HACH. Rory und Lorelai Gilmore — die Retterinnen meiner Teenagerzeit. God bless den Seriennachmittag auf VOX der letzten Jahre. So erst wurde ich auf diesen kleinen Seriendiamanten aufmerksam.
Rory Gilmore, das bücherfressende aber liebenswerte Teenagermädchen mit den großen Ambitionen und ihre spezielle Frau Mama, Lorelai führen ein herzerweichend beschauliches Leben in einem Städtchen namens Stars Hollow. Ständig werden irgendwelche Dinge gefeiert oder zumindest Veranstaltet und die putzigen Bewohner des pittoresken Städtchens sind dabei für amerikanische Verhältnisse sogar skurril ohne hysterisch zu wirken.
All das bildet den perfekten Hintergrund für das leicht neurotische Mutter-Tochter-Gespann und deren Hochgeschwindigkeitsdialoge. Den Lorelai, die als Teenager schwanger wurde kommt aus einem “besseren” Elternhaus und rebelliert bis heute gegen ihre perfektionistische Mutter Emily, in dem sie ein möglichst unkonventionelles, möglichst unverheiratetes Leben führt. Nebenher sehen wir superbrain Rory aufwachsen, mit herrlich altmodischen Prioritäten wie Bildung und Famile. (Jersey Shore, I AM LOOKING AT YOU.) Um ihre Kaffeesucht zu befriedigen, den Zuckerstand wieder aufzufüllen, aber auch für andere Widrigkeiten des Lebens steht ihnen Cafe-Besitzer Luke zur Seite. Er schmachtet die temperamentvolle Lorelai natürlich volle sieben Staffeln hindurch an (was sie dann doch irgendwann bemerkt.).
Während Rory irgendwo zwischen Mädchen von nebenan und hochgradigem Nerd nach sich selbst sucht, die erste Liebe (der nette harmlose Dean), die zweite Liebe (der rebellische intelligente Jess) und irgendwann die prägende Beziehung (Schnösel mit Vaterkomplex Logan) durchlebt, aber dabei immer ihre Karriere im Blick hat.
Den durchweg witzige Gegenpol zu Rorys kleinen Dramen bildet Hotelmanagerin Lorelai, die mit beneidenswert viel Elan und großartigen Mitarbeitern (Michellé, you are so precious) ihren Arbeitsalltag meistert. Romanzen sind für sie eine eher lockere Angelegenheit und vor einer Hochzeit kann man im Zweifelsfall auch noch türmen. Danke für die vielen guten Ratschläge, für alle die Pointen und eine Serie die sich um zwei Frauen dreht, deren Leben sich eben nicht nur um Männer dreht.
Winner:Buffy
Aus der Reihe: Menschen denen ich jederzeit ohne größeres Nachdenken eine Niere spenden würde. Heute: (überraschung) Joss Whedon.
Wie man hier bereits lesen konnte, gehört Herr Whedon zu meinen persönlichen Göttern. Denn er weiß nicht nur Nerds glücklich zu machen und aus den irrsinnigsten Dingen Plotpoints zu basteln — er scheint vorallendingen was von Frauen zu verstehen. In jedem seiner TV-Projekte findet sich eine ganze Armee von gut geschriebenen weiblichen Charakteren. Und ja, das ist wichtig — weil es immer noch selten ist. Um es beser zu formulieren:
Das hat kleinBella natürlich nicht sofort kapiert. Klar waren für mich Buffy, Willow, Faith, Drusilla, Glory und all die anderen weiblichen Charaktere der Serie Buffy. Sie hatten verschiedene Stärken und Schwächen, ihr Temperament und ihr Humor varrierten und das zeigte sich in den Dialogen. Das Einzige was sie gemeinsam hatten war ihre Stärke. Jede von ihnen war auf ihre Weise stark, talentiert, intelligent und daher authentisch. Wenn es heute besonders in Action — und Abenteuerfilmen den einen weiblichen Charakter gibt — zwischen einer Gruppe von Kerlen natürlich — dann ist sie von von Anfang an definiert. Diese Mädels sind immer gute Kämpferinnen, haben eine schwierige Vergangenheit und zeigen im entscheidenden Moment Gnade. Sie können Wunden versorgen und sprechen verschiedene Sprachen — wollen aber dafür am Ende auch das designierte Alphamännchen heiraten.
Color me unimpressed, Hollywood.
Dagegen Buffy Summers, die trotz Auserwähltheit und Superkampffähigkeiten nicht gleichzeitig eine intellektuelle Ikone ist (dafür gibt’s das sensible Genie Willow an ihrer Seite), oft mit ihrem Schicksal hadert aber nicht davor zurück schreckt den böse gewordenen Vampirfreund selbst zu töten. Aber Buffy fügt sich ihrem Schicksal, ganz anders als Faith, die rebellische Jägerin die uns später vorgestellt wird. Faith ist ohne Bindungen in ihrem Leben und nutzt ihren Status wo sie kann. So gestaltet sich das Verhältnis der beiden Jägerinnen als eines der interessantesten in der jüngeren Fernsehgeschichte. Und jetzt denken wir alle mal scharf nach wieviele faszinierende Interaktionen zwischen zwei weiblichen fiktionalen Charakteren wir alle in der letzten Woche gesehen haben — ganz schön schwieirg, gell?
Ich bin froh, dass meine Pupertät von Buffy geprägt wurde und es so nach Pippi Langstrumpf und Ronja Räubertochter auch im TV eine Identifikationsfigur für mich gab. (Zugegeben, ich war eher eine Willow, am Anfang.)
Nicht zuletzt, weil die Stärke der Frauen in der Serien nicht bei Panikattacken zu allen männlichen Protagonisten geführt hat. Sie fühlen sich nicht diskriminiert oder nennen jede starke Frau “Mannweib”, “Emanza” oder ähnlich charmante Bezeichnungen. Sie akzeptieren, das dieses blonde junge Mädchen genauso viel, oder sogar mehr beherrscht als sie selbst. Ein paar bewundern sie sogar dafür.
Mist, dass das nur in einer Serie geht, die ansonsten von Vampiren (die damals so viel cooler waren als heute) und Monstern beherrscht war. Fantasy, natürlich.
Aber ein guter Anfang, für so ein späteres Leben.
Naja, es gab da auch noch Spike und Angel, Xander und Giles, brilliante Dialoge und wirklich coole Monster. Danke Buffy, danke Joss.