#30d30s_06, … die Lieblingsfolge der Lieblingsshow

Präam­bel: Hin­ter #30d30s ver­birgt sich das hier. Ich konzen­triere mich eher auf aktuelle, und haupt­säch­lich amerikanis­che Serien. Aber gucke auch andere. Warum alles noch viel schlim­mer ist, bitte hier bei den Film­fre­un­den über aktuelle Entwick­lun­gen lesen. Dem ist nicht mehr viel hinzu zu fügen.

Ich lang­weil euch hier nicht nochmal mit meinen favorisierten Serien, hier wird ein biss­chen abgewech­selt, ja?

Hon­or­able men­tion: Dr. House: Three Sto­ries (Sea­son 1 Folge 21)

Ach Dr. House. Wie kon­ntest du, ein bril­lianter schmerzmit­te­lab­hängiger Arzt zu meiner wichtig­sten Iden­ti­fika­tions­figur im TV wer­den? Unter anderem durch die geniale Folge three sto­ries. Dr. House hält eine Vor­lesung und erzählt die Geschichte von 3 Patien­ten — alle drei präsen­tieren Schmerzen im Bein. Nach­dem Car­men Elek­tra Golf gespielt und 2 der Fälle gelöst wird, offen­bart sich ein noch viel schmerzhafter Kern in der Geschichte des drit­ten Beins.
Denn es ist das von Dr. Gre­gory House. Und es ist die Geschichte wie er zu seinem Stock, seinem Zynis­mus (Sarkastisch war er vorher schon) und seiner Spezial­ität, der Diag­nos­tik, kam​.Im Laufe der Folge geht es nicht nur darum, wie wichtig eine schnelle und richtige Diag­nose ist, son­dern warum es gar nicht so wahnsin­nig viel hilft, wenn ein Arzt möglichst mit­füh­lend gegenüber seinen Patien­ten ist.
Ärzte und Schmerzen in Serien sind generell eine eigentlich heikle Sache (warum zum Teufel gibt es so viele Arzt­se­rien?), weil fast jeder von uns irgend­wann auf eine Stelle trifft, zu der er einen direk­ten Bezug hat. Nur meis­tens sind dieser vorüberge­hen­der Art. Oder so drastisch, dass sie sich einord­nen lassen. Aber ist jemand, der ein biss­chen hinkt und schmerzen hat schon “richtig” behin­dert? Und recht­fer­ti­gen die Schmerzen die emo­tionale Abschot­tung, die Verän­derung des Charak­ters?
Mir wurde erst mit dieser Folge klar, das die Autoren von Dr. House vor diesen Fra­gen nicht halt machen. Was für viele Zuschauer sehr faszinierend, aber frem­dar­tig scheinen mag und, dank der Intel­li­genz und des Wortwitzes von Dr. House selbst, unter­halt­sam. Für eine Hand­voll von uns ist es ein biss­chen mehr. Ein biss­chen closer to home, sozusagen. Allein darum, werde ich dieser Serie nie untreu wer­den. Egal wie abwegig es manch­mal wird — medi­zinisch und persönlich.

Runner-up: Buffy: Once more with feel­ing (Sea­son 6 Folge 7)

Was soll ich zu einem Meis­ter­w­erk noch groß sagen? Buffy hatte in den Jahren zuvor schon jedes Klis­chee zer­schla­gen. Eine erfol­gre­iche intel­li­gente Serie über ein blondes Teenager­mäd­chen, das Vam­pire jagt? Ja genau. Und clever, witzig, voll mit starken weib­lichen Charak­teren ( I love you, Joss Whe­don.) und eine glaub­hafte coming-of-age Geschichte der beteiligten Fig­uren. Die Mon­ster und Vam­pire waren die Kirsche auf dem Dessert. Und dann geht er hin, der Joss, und macht ein Musi­cal. Ein MUSICAL! Was für ein unvorstell­barer Blödsinn, müssen damals viele gedacht haben. Aber sie lagen falsch. Das Genie Whe­don schrieb jedem Charak­ter Lieder auf den Leib, die nicht nur die Figur repräsen­tieren, son­dern tat­säch­lich den Plot vorantreiben. Die Lieder brin­gen den Sub­text an die Ober­fläche und machen damit die Moti­va­tion der Fig­uren vol­lkom­men klar. Ein bril­liantes Stück Fernsehen.


Win­ner: Doc­tor who: the eleventh hour (Sea­son 5 Folge 1)


Hach was war das Geschrei groß. Der neue Showrun­ner Steven Mof­fat, zur Hälfte geliebt für bril­liante Sto­ries in den ersten 4 Staffeln — zur Hälfte gefürchtet, ob er den Bom­bast von Vorgänger Rus­sel T. Davies hal­ten könnte.Und dann erst der neue Dok­tor! Ein Milch­gesicht vor dem Herrn, dieser Matt Smith, den nie­mand kan­nte. Dazu der neue Com­pan­ion, eine rothaarige (! ) Schot­tin (!!), diese Karen Gillian. Überhaupt lief das für viele auf zu viele junge, attrak­tive Men­schen hin­aus um noch der Doc­tor zu sein. (Klar, Doc­tor Num­mer 10, David Ten­nant war ja auch von der gaanz häßlichen Sorte ;-))
Dann endlich war es soweit, the eleventh hour, der Pilot von Staffel 5 wurde gesendet. Und eine knappe Tril­liar­den Men­schen verk­nallte sich mir­nichts, dir­nichts in die neue Kom­panie. Zurecht.

Kaum etwas ist für einen neuen Doc­tor so wichtig, wie die ersten Momente nach der Rege­na­ra­tion. Geht der Typ als Alien durch? Ist er — trotz dem Alien — britisch genug? Kann das 26jährige Milch­gesicht einen 900jährigen spie­len? Er kann.
So trifft Num­mer 11 als erstes auf die kleine Amilia, eine furcht­lose Schot­tin, die Eltern­los in Eng­land lebt. Sie sieht den Doc­tor als die Lösung zu einem Prob­lem — den Riss (Crack) in ihrer Wand. Doch bevor der Doc­tor die Sache mit dem Riss ganz klären kann, macht der TARDIS faxen und der Time Lord muss kurz damit in die Luft. Nur, das kurz in diesem Fall so eine Inter­pre­ta­tion­ssache ist.

In rasender Geschwindigkeit ler­nen wir so Amy und ihre ver­drehte Welt ken­nen. Die Geschichte von the eleventh hour ist weniger der Alien hin­ter dem Riss in Amelias Wand, son­dern die Geschichte eines reisenden Time Lords der ein ein­sames kleines Mäd­chen findet und sie schließlich ein­lädt, mit ihm Zeit und Raum zu erkun­den. Nur, es wird nicht das Let­zte mal sein, dass der TARDIS das mit dem Zeitraum nicht ganz per­fekt hin­bekommt…
Früher fand ich es selt­sam, wenn Men­schen gesagt haben soundso wäre “ihr” Doc­tor gewe­sen und die Nach­fol­ger wären eben nicht das Gleliche. Aber meine Her­ren, seit Num­mer Elf weiß ich vol­lkom­men was diese Men­schen meinen. Steven Mof­fat hat für den neuen Doc­tor dazu eine märchen­hafte Geschichte voller timey-wimey und ver­wirrter Emo­tio­nen geschrieben. Im Unter­schied zu Davies haut Mof­fat nicht so auf die Pauke, son­dern betreibt ordentliches Sto­ry­telling und Charak­ter­en­twick­lung. Die Zeit bis zum Wei­h­nachtsspe­cial ist noch viel, viel zu lang.

26
Aug 2010
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