The moon and stars seem awful cold and bright

Ah, aus der Fle­d­er­maus” , mein Vater, im Brust­ton der Überzeu­gung.
“Also von Beethoven?” , meine Schwester, die fröh­lich und unwissentlich mit Namen um sich wirft.
Im Hin­ter­grund läuft: Die Cham­pag­ner­arie aus Don Gio­vanni. 2 Minuten später ver­sucht meine Tante meiner Schwester den Unter­schied zwis­chen Beethovens Gehör — und van Goghs Ohrver­lust zu erk­lären.
Ich schnappe nach Luft und kann kaum noch vor lauter Kichern.

Darum liebe ich Wei­h­nachten. In meinem Bauch haben es sich die Lamm­stelzen (es ist allen Beteiligten zu spät aufge­fallen, dass wir uns da wohl unab­sichtlich ein Tra­di­tions­essen zugelegt haben) mit den karamelisierten roten Zwiebeln, glasierten Karot­ten und dem Reis gemütlich gemacht, sie schwim­men im Rupe­stro (Gour­mondo sei dank!), den es dazu gab. (Die Wein-Links sind für … Inter­essierte)

Das? Sieht absichtlich so aus.

Das? Sieht absichtlich so aus.


Nach­dem wir es dieses Jahr wirk­lich alle geschafft haben, irgend­wie keine Zeit zum Geschenkebe­sor­gen zu haben, ver­sprechen wir uns gegen­seitig ein­fach wieder glo­ri­ouse Festschlem­mereien und mis­chen unter bis­si­gen Kom­mentaren Wun­sch­liköre.

Beschäf­ti­gung ist genug da. Ich habe eine Mix-CD mit 150 Songs erstellt, die ich für Fest­tagsrel­e­vant oder Jahre­send­passend halte. Also laufen im Hin­ter­grund Shirley Bassey, LaBrass­banda, der Wei­h­nachtssound­track zu OC Cal­i­for­nia und ein buntes Gemisch an Opernar­ien. Das allein sorgt für genug Nach­fra­gen und fröh­lichem Künstlerraten.

Mein Löf­fel bohrt sich durch alle Schichten des Brat­apfelti­ramisus (so lecker wie es klingt!!) und ich spüle mit Moscato d’Asti nach. Meine Schwester , die erst zum Nachtisch nach ihrer Spätschicht im Haus für Hör­be­hin­derte gekom­men ist, hat Wein und Geschichten dabei (Unbeteiligte haben keine Ahnung wie unter­halt­sam egozen­trische Behin­derte sein kön­nen. Und das mit voller Absicht.) Der Entertainment-Faktor meiner Blutsver­wand­schaft überrascht mich doch jedes Jahr aufs Neue. (Allerd­ings scheint das irgend­wie typ­isch bay­erisch zu sein, woan­ders gets a aso zua)

Während ich später so da sitze, mich durch einen Plätzchen­teller (Marzi­pan­taler!) und später Käse mit Obst esse und zuhöre wie sich meine Mut­ter und meine Tante einen Platz in der Hölle erlästern, frage ich mich, warum andere nicht so viel Spaß an Wei­h­nachten haben. Ern­sthaft, wie kann man das nicht lieben?

Gut, vielle­icht hat mich der ganze Passo Rosso rührselig gemacht, vielle­icht ist mein Hirn von all dem Essen weich gewor­den, aber wirk­lich: Wei­h­nachten rockt.

28
Dec 2009
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DISCUSSION 1 Comment
  • Keks

    Na, irgendwo muss doch dein Unter­hal­tungs­fak­tor herkom­men. Reines Train­ing kann das ja wohl auch nicht sein. ;-)
    Drücke dich mal auf diesem Wege und gehe einen leck­eren Dorn­felder trinken (das klingt so ehrlich).