Fischfutter

Und während die Son­nen­strahlen unbe­grün­det für Sero­ton­inüber­schuß sor­gen und ich unsterbliche Erin­nerun­gen an Abende voller Musik und bemerkenswertester Fre­unde in meinem Kopf jongliere steigt meinen Hals ein Klos hin­auf aus Unglück und Schmerz. über eine Nicht­di­ag­nose die eine Flosse des großen Haies namens Selb­sthass wieder aus dem Wasser ragen lässt. Und er kreist um meine Insel, wartend darauf, dass ich ihm mit einer kleinen Ver­let­zung eine Spur lege. Die Zähne des Tiers sind mit­tler­weile stumpf, aber umso größer und kon­stan­ter kreist er um den frag­ilen Sand­strand aus Zunei­gung und zäher Selbstfindung.

Der Kampf scheint ziem­lich aus­sicht­s­los. Dass ich ihn trotz­dem aufnehme, mit trotzigem Blick gen Hor­i­zont gerichtet ist zwar ein Sil­ber­streif am Hor­i­zont, aber eben immer noch keine Heil­salbe für die Nar­ben auf meiner Seele. Nein, dieses mal bekommt der Hai kein Fut­ter. Und wenn ich dafür in die dun­klen Gefilde tauchen muss und mir fast die Luft aus­geht wenn ich ver­suche die Trä­nen zu unter­drücken.   Heute lege ich dir keine Spur.

Und der große Graue Hai wird mager wer­den. Nicht ver­schwinden, noch nicht, dafür ist die Beute noch zu ver­lock­end, eine alt­bekan­nte Delikatesse. Aber mit der Zeit, und sei es erst wenn die Son­nen­strahlen wieder weniger wer­den, wird er abtauchen müssen um nach kleinen Fis­chen zu fan­gen, die ganz tief unten in dun­klen Wassern schwimmen.

Wenn ich Glück habe, ramt er dabei eines meiner Wracks die ich gesam­melt habe, zer­störte Wel­ten und abge­broch­ene Teile meines Lebens. Vielle­icht bleibt er ein­fach in einer Lücke stecken, bleibt hän­gen. Bis alles um ihn herum zu Staub zer­fällt. Oder ich über Wasser gehen kann.

27
May 2008
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